Kurt Enderlein

Kurt Enderlein (* 21. Juni 1895 in Berlin; † 21. Februar 1978 ebenda) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer. Er war nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl entwerfend als auch bauleitend maßgeblich am Wiederaufbau Berlins beteiligt.

Leben

Haus der Wirtschaft in Berlin-Charlottenburg

Enderlein kam in Berlin zur Welt. Dort erlangte er das Abitur am Königlichen Kaiser-Wilhelm-Realgymnasium und studierte dann von 1913 bis 1919 Architektur an der Technischen Hochschule Charlottenburg. Nach bestandener Diplomhauptprüfung und Regierungsbaumeisterprüfung (1922) arbeitete er in der Preußischen Staatshochbauverwaltung. Zunächst war er Regierungsbaumeister in Guben, ab 1928 Regierungsbaurat und Vorstand der Staatshochbauämter Friedeberg/Neumark und Harburg sowie ab 1938 Regierungs- und Baurat beim Stadtpräsidenten Berlin. Danach wurde er zum Reichskommissar für die Preisbildung abgeordnet, wo er zum Oberregierungsrat und schließlich Ministerialrat aufstieg.

Ab 1948 war Enderlein als freischaffender Architekt und ab 1949 als öffentlich bestellter Sachverständiger für Hochbau in Berlin tätig. 1950 beauftragte ihn die Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten (GAGFAH) mit der Oberbauleitung sämtlicher Neu- und Wiederaufbauten im Bereich des Bundesgebietes und der Stadt Berlin. In Berlin übernahm Enderlein beispielsweise die Bauleitung bei den Victoria-Bauten am Kurfürstendamm und Joachimsthaler Straße, bei der Industrie- und Handelskammer und Börse, der Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche, dem Hochhaus Lietzensee und der Berliner Philharmonie. Als Architekt entwarf er unter anderem das inzwischen denkmalgeschützte Büro- und Verwaltungsgebäude „Haus der Wirtschaft“ (1952/1953) in der Bismarckstraße 109. Von November 1954 bis zu seiner Emeritierung zum 30. September 1963 war Enderlein Extraordinarius an der Fakultät III für Architektur der TU Berlin.

Enderlein verfasste Kommentare zum nationalsozialistischen Baupreisrecht.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Sven-Wieland Staps: Enderlein, Kurt. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 33, Saur, München u. a. 2002, ISBN 3-598-22773-6, S. 537.
  2. 1 2 3 Kurt Enderlein im Catalogus Professorum. In: cp.tu-berlin.de. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
  3. ↑ Haus der Wirtschaft. In: denkmaldatenbank.berlin.de. Abgerufen am 18. Oktober 2026.
Personendaten
NAME Enderlein, Kurt
KURZBESCHREIBUNG deutscher Architekt
GEBURTSDATUM 21. Juni 1895
GEBURTSORT Berlin
STERBEDATUM 21. Februar 1978
STERBEORT Berlin