Kurt Groenewold

Kurt Groenewold (* 3. April 1937 in Hamburg) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Autor.

Leben

Groenewold ist seit 1965 als Rechtsanwalt tätig, insbesondere als Strafverteidiger in politischen Verfahren. Seine Mandanten kamen unter anderem aus dem Bereich der APO und der RAF; Groenewold war einer der drei Wahlverteidiger Andreas Baaders während des Stammheim-Prozesses. Zusammen mit Hans-Christian Ströbele baute er das sogenannte Info-System für die Verteidigung der RAF-Häftlinge auf. Vor diesem Hintergrund wurde gegen ihn 1975 ein Strafverfahren eingeleitet und ein Berufsverbot verhängt, das 1981 endete. Im Juli 1978 wurde er wegen der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung in einem besonders schweren Fall zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe zur Bewährung verurteilt. 1969 war er Verteidiger von Ernst Schnabel nach den Tumulten während der gescheiterten Uraufführung von Hans Werner Henzes Oratorium Das Floß der Medusa. 1974 vertrat Groenewold den Schriftsteller Erich Fried in einem Verfahren wegen Beleidigung der Berliner Polizei. Im Jahre 1984 verteidigte er Konrad Kujau, den Fälscher der Hitler-Tagebücher.

Groenewold ist Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Strafverteidiger (1973), des Republikanischen Anwaltvereins (1979) sowie Gründer der Zeitschrift Strafverteidiger (1982). Außerdem verfasste er verschiedene Publikationen zu rechtsgeschichtlichen Themen.

Groenewold vertritt Schriftsteller und Künstler in Rechtssachen und ist u. a. Testamentsvollstrecker von Erich Fried, Hans Mayer und der Schauspielerin Käthe Reichel. Er war Vorsitzender der Internationalen Erich Fried Gesellschaft für Literatur und Sprache/Wien und ist Mitglied des Präsidiums sowie Mitglied des Präsidiums der Hanns Eisler Gesellschaft. Groenewold war Gesellschafter der Verlage Europäische Verlagsanstalt/Rotbuch Verlag/Verlag Die Hanse.

Gemeinsam mit seinen Geschwistern ist Groenewold Gesellschafter der Friedrich G. Groenewold Erben. Der 2019 verstorbene Filmproduzent David Groenewold war sein Neffe.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Einzelnachweise

  1. ↑ Die Netzwerker der RAF; in: Focus, Ausgabe vom 20. Juli 2009; Seite 18
  2. ↑ https://www.kj.nomos.de/fileadmin/kj/doc/1979/19791Hanseatisches_Oberlandesgericht_S_72.pdf
  3. ↑ Prozess gegen Ernst Schnabel und den Studenten Lunzer, Hamburg (Memento vom 14. Mai 2018 im Internet Archive) auf kurt-groenewold.de, abgerufen am 14. Mai 2018.
  4. ↑ Iris Mainka: Vielseitig tätig, Die Zeit, 17. Juni 1994 (Abruf am 26. März 2014); Der etwas andere Kurt Groenewold, Hamburger Abendblatt, 4. Mai 2004 (Abruf am 26. März 2014); Lorenz Jäger: RAF-Geschichte: Wann erscheint „Citizen Schily“?, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Januar 2005 (Abruf am 26. März 2014).