| Film | |
| Titel | Kuschelnester |
|---|---|
| Originaltitel | Pelíšky |
| Produktionsland | Tschechien |
| Originalsprache | Tschechisch |
| Erscheinungsjahr | 1999 |
| Länge | 115 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Jan Hřebejk |
| Drehbuch | Petr Jarchovský |
| Produktion | Ondřej Trojan |
| Musik | |
| Kamera | Jan Malíř |
| Schnitt | Vladimír Barák |
| Besetzung | |
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Kuschelnester (Originaltitel: Pelíšky) ist eine tschechische Tragikomödie aus dem Jahr 1999. Der Film, der während des Prager Frühlings spielt, ist eine Literaturverfilmung des Romans Hovno hoří (Titel übersetzt Scheiße brennt) von Petr Šabach. Der Name des Filmes kommt von einem Kuschelnest im Schrank, wo sich Jindřiška vor ihrem cholerischen Vater und Problemen der Pubertät zu verstecken pflegt.
Familie Kraus und Familie Šebek leben 1967 in einer Villa im Prager Stadtteil Košíře. Während der Familienvater der Familie Šebek ein überzeugter Kommunist und Offizier in der Tschechoslowakischen Volksarmee ist und glaubt, dass der propagandistische Fortschritt und die Überlegenheit der sozialistischen Staaten bald den imperialistischen Kapitalismus besiegen wird. Dies zeigt er im Alltag durch das Mitbringen von Innovationen sozialistischer Staaten für den Haushalt.
Familienvater Jindřich Kraus ein Kriegsveteran, Patriot und Widerstandskämpfer, der glaubt, dass es mit dem Kommunismus bald sein Ende haben wird. So zerstritten und politisiert die beiden prinzipiell cholerischen Väter einander auch sind, haben die beiden Kinder kein Interesse an der Politik. Die Kinder beider Familien weigern sich die Werte und Ansichten der Väter zu teilen, was sich in Generationenkonflikten zeigt. Michal ist gar heimlich in Jindřiška Krausová verliebt. Die Beziehung der Mütter ist trotz der starken Polarität ihrer Ehemänner wohlwollend und tolerant, da sie sich zur Politik distanziert verhalten.
Die beiden Familien versuchen sich zu versöhnen, sobald Herr Kraus und die Schwester von Frau Šebek (resp. Šebková) nach dem unerwarteten Tod von Frau Krausová – sie litt an den cholerischen Ausbrüchen ihres Mannes, was sich durch Bluthochdruck zeigte – heiraten. Ihre Hochzeitsreise verbringen sie in London und verbleiben dort im Exil, nachdem Truppen der Sowjets und Staaten des Warschauer Pakts in die Tschechoslowakei im August einmarschieren und die Reformen mit dem Ziel Sozialismus zu liberalisieren des Prager Frühlings im gesamten Land gewaltsam niederschlagen und das Land bis zur Samtenen Revolution 1989 besetzten.
„Die Tragikomödie fokussiert die geschichtliche Entwicklung in der Tschechoslowakei Ende der 1960er-Jahre auf die gesellschaftlichen Spannungen im Land. Anhand des Schicksals und der Alltagserlebnisse der Familienmitglieder macht er sinnfällig, dass apolitische Kuschelnester nur Wolkenkuckucksheime sein können.“
Der Film hatte seine Weltpremiere mit seinem tschechischen Kinostart am 8. April 1999. In Deutschland wurde der Film zum ersten Mal am 24. Januar 2004 im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt.
Bei der Verleihung des tschechischen Filmpreises Böhmischer Löwe 2000 wurde Kuschelnester in acht Kategorien nominiert, wobei Jiří Kodet als Bester Hauptdarsteller und Aleš Najbrt für das Beste Filmposter ausgezeichnet wurde.
Auf dem Filmplakat ist ein Plastiklöffel abgebildet. Er spielt auf eine berühmt gewordene Szene an, in der Šebek einen Plastiklöffel aus DDR-Produktion vorführt, der sich nach dem Eintauchen in Kaffee verformt.