| Kutná Hora | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Historischer Landesteil: | Böhmen | |||
| Region: | Středočeský kraj | |||
| Bezirk: | Kutná Hora | |||
| Fläche: | 3307 ha | |||
| Geographische Lage: | 49° 57′ N, 15° 16′ O | |||
| Höhe: | 254 m n.m. | |||
| Einwohner: | 21.417 (1. Jan. 2023) | |||
| Postleitzahl: | 284 01 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | S | |||
| Verkehr | ||||
| Bahnanschluss: | Znojmo–Kolín | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 12 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Lukáš Seifert (Stand: 2022) | |||
| Adresse: | Havlíčkovo náměstí 552/1 284 01 Kutná Hora | |||
| Gemeindenummer: | 533955 | |||
| Website: | www.kutnahora.cz | |||

Kutná Hora (; deutsch Kuttenberg) ist eine Stadt mit etwa 20.000 Einwohnern im Okres Kutná Hora in Tschechien.
Kuttenberg wurde im 12. Jahrhundert als Bergmannssiedlung gegründet. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts entwickelte sie sich zu einer der lebhaftesten und wohlhabendsten Städte Böhmens. Durch den Silberbergbau und die Prägung der Prager Groschen war sie nach Prag die zweitgrößte Stadt Böhmens. Während der Hussitenkriege in den 1420er Jahren wurde ein großer Teil der Bevölkerung von Kuttenberg ermordet. Danach verlor die Stadt viel von ihrer Bedeutung. Seit 1995 gehört die Altstadt von Kuttenberg zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Kutná Hora liegt etwa 70 km östlich von Prag und sieben km südlich der Elbe bei Kolín (Kolin, Köln) auf einem Plateau über dem Tal des Flüsschens Vrchlice, das oberhalb von Poličany (Polischan) in der Vrchlice-Talsperre gestaut wird. Der tschechische Ortsname verweist auf den vom Norden flacher ansteigenden und zum Süden stark abfallenden Berg (Hora). Die Etymologie des Wortes Kutná ist ungeklärt. Der Legende nach soll ein Mönch das erste Silber gefunden und es mit seiner Kutte abgedeckt haben.
Zur Stadt Kutná Hora gehören die Ortsteile:
| Libenice Grunta Miskovice |
Libenice Grunta Hlízov |
Hlízov Nové Dvory u Kutné Hory |
| Miskovice | Církvice u Kutné Hory | |
| Miskovice Malešov |
Křesetice | Třebešice u Kutné Hory Kluky u Čáslavi |




1142 gründete der Zisterzienserorden das Kloster Sedlec, zu dessen Ländereien das Gebiet des heutigen Kuttenberges gehörte. Der Legende nach soll ein Mönch bei der Arbeit auf einem Weinberg das erste Silber entdeckt haben. Er markierte die Stelle mit seiner Kutte, woraus der spätere Name Kuttenberg entstanden sein soll. Wahrscheinlicher ist die Herleitung des Namens vom mittelhochdeutschen Wort kutta (Grube), der auf den Bergbau verweist. Noch viel wahrscheinlicher ist es jedoch, dass der tschechische Name übernommen wurde – „Kutná Hora“ bedeutet nämlich Schürfberg und das Wort kutat („schürfen“) älteren tschechischen Ursprungs ist; Wörter mit dem Wortstamm kut- hatten ursprünglich die Bedeutung von „Tun“ oder „Wirken“, die sich mit der Zeit diversifizierte.
Die Mönche stammten aus der Abtei Waldsassen in der Oberpfalz, weshalb sie nach der Entdeckung dieser Silberlagerstätte ab 1260 deutsche Bergleute ansiedelten. Die erste urkundliche Erwähnung von „Cuthna Antiqua“ (Alt Kutten), die zur deutschen Gründung wurde, ist aus dem Jahr 1289 bekannt. Die Erzfunde lösten einen wahren Silberboom aus. Innerhalb kürzester Zeit siedelten sich zahlreiche Bergleute in dem vormals ländlichen Gebiet an. Der Bergbaubetrieb wurde direkt in der Stadt aufgenommen; zwei Göpelwerke im Stadtgebiet erinnern noch heute daran.
Die Siedlung wuchs, wie es typisch für Bergbausiedlungen war, rasch und planlos heran. Der böhmische König Wenzel II. verlieh der Stadt nach 1300 das Münzrecht. Hier wurde bis 1547 der Prager Groschen geprägt. Kuttenberg entwickelte sich als „Schatzkammer“ des Landes und aufgrund der Einwohnerzahl zur zweitwichtigsten böhmischen Königsstadt nach Prag.
Herzog Albrecht von Habsburg belagerte 1304 die Stadt. Das führte zu einem beschleunigten Bau der heute noch in Teilen erhaltenen Stadtbefestigung. Der damalige Reichtum der Stadt spiegelt sich in den noch heute erhaltenen Sakralbauten wider. Eine Urkunde von 1327 mit einem Verzeichnis der Magistratsmitglieder weist nur deutsche Namen auf. Das Kuttenberger Bergmannslied von 1414 ist eines der ältesten überlieferten, deutschen Bergmannslieder.
Sedletz (1422) und Kuttenberg (1424) wurden während der Hussitenkriege durch hussitische Truppen gebrandschatzt und geschleift, viele Bewohner wurden getötet, worauf die wohlhabende, meist deutsche Bevölkerung, die katholisch geblieben war, die Stadt aufgab und abwanderte.
Erst ab 1470 erholte sich der Ort, ohne seine ursprüngliche Bedeutung wiederzuerlangen. 1471 wurde Vladislav Jagiello hier zum böhmischen König gekrönt und 1485 der nach der Stadt benannte Kuttenberger Religionsfrieden zwischen Utraquisten und Katholiken Böhmens geschlossen. 1489 entstand die Kuttenberger Bibel (Bible kutnohorská), die zweitälteste gedruckte tschechischsprachige Gesamtausgabe nach der Prager Bibel von 1488. Die ältesten erhaltenen Wohngebäude stammen aus jener Zeit.
Mitte des 16. Jahrhunderts gingen die Erzvorräte zur Neige; der Silberbergbau wurde stark zurückgefahren, die Prägung des Prager Groschens eingestellt, wodurch die Stadt ihre Bedeutung für Böhmen verlor. Insgesamt wurden zwischen 1290 und 1800 etwa 2500 Tonnen Silber gefördert. Ab dem Jahr 1627 kam es mit der Ansiedelung von Jesuiten zur Rekatholisierung der zumeist hussitisch-utraquistischen Bevölkerung.
1757 wurde nach der Schlacht am Tabor-Berg bei Prag im Siebenjährigen Krieg der Stadt das Münzrecht entzogen.
Der Neuaufbau nach zwei Stadtbränden 1770 und 1823 veränderte das Stadtbild. Ab 1868 bis 1918 war die Stadt Hauptort des Bezirks Kuttenberg. Ende des 19. Jahrhunderts kam es im Rahmen der damals aufstrebenden tschechischen Nationalbewegung zu ersten denkmalschützerischen Bestrebungen. Bis zum Ersten Weltkrieg war Kutná Hora Garnison der K.u.K. Österreich-Ungarischen Armee. 1914 war hier das Böhmische Infanterie-Regiment Nr. 21 (Stab, III./IV. Bataillon) stationiert. Am 22. April 1944 wurde in der städtischen Kaserne (vormals Jesuitenkolleg) die NPEA Böhmen eingerichtet.
1961 wurde Kutná Hora zum städtischen Denkmalschutzreservat. 1995 wurde es in die Liste der UNESCO-Kulturdenkmäler aufgenommen.
Kutná Hora pflegt mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
| Stadt | Land | seit |
|---|---|---|
| Bingen am Rhein | 2012 | |
| Eger | 2001 | |
| Fidenza | 2004 | |
| Jajce | 2018 | |
| Kamjanez-Podilskyj | 2008 | |
| Kremnica | 1998 | |
| Reims | 2008 | |
| Ringsted | 1988 | |
| Stamford | 2002 | |
| Tarnowskie Góry | 2003 | |
Das historische Stadtzentrum wurde 1961 zum städtischen Denkmalreservat erklärt. Seit 1995 gehört die historische Altstadt von Kutná Hora mit der spätgotischen Barbarakirche und zusätzlich die Kirche Mariä Himmelfahrt und St. Johannes der Täufer des Klosters Sedlec zum UNESCO-Weltkulturerbe.




Am letzten Wochenende im Juni wird jährlich das zweitägige Mittelalterfest Königliches Versilbern (Královské stříbření) veranstaltet.
1870 erhielt Kutná Hora Anschluss an das Eisenbahnnetz. Kutná Hora liegt an der zweigleisigen und elektrifizierten Bahnstrecke Nr. 230, Kolín – Kutná Hora – Havlíčkův Brod. In Kutná Hora zweigt die eingleisige Strecke Kutná Hora – Zruč nad Sázavou ab. Diese Strecke wurde 1883 in Betrieb genommen. Gegenwärtig wird die Strecke nicht besonders stark befahren. Im Fahrplan des Jahres 2003 sind z. B. nur 10 durchgehende Verbindungen pro Tag aufgeführt.
Es kam aber nur zu einer verhaltenen Industrialisierung. So entstand zur Zeit des Eisenbahnbaus die Tabakwarenfabrik im Stadtteil Sedlec, die sich noch heute an die gotische Kirche anschließt.
Der im Zweiten Weltkrieg begonnene Abbau von Blei und Zinnerzen endete 1991.
Im Computerspiel Kingdom Come: Deliverance II ist Kuttenberg, wie es im frühen 15. Jahrhundert in etwa aussah, nachgebildet.