Der kv-Faktor (Geschwindigkeitsverstärkungsfaktor) verdeutlicht im Maschinenbau die Positioniergenauigkeit einer Bewegungsachse. Er gibt das Verhältnis zwischen der Prozessgeschwindigkeit und der Differenz zwischen Soll- und Istposition der Maschine an, ähnlich dem Schlupf.
Der Kv-Faktor ist somit auch ein Maß für die Steifigkeit des Antriebes. Er wird durch Trägheiten und Verluste verursacht.
Der Kv-Faktor einer Werkzeugmaschine bezeichnet das Verhältnis der momentanen Geschwindigkeit (in ) eines bewegten Teils, meist des Werkzeugs oder des Werkstücks, zur Lageabweichung, auch Schleppabstand genannt, in :
seine Einheit ist
Der Schleppabstand als Maß für die Positionsabweichung während der Bewegung bezeichnet die Differenz zwischen Lage-Sollwert und Lage-Istwert. Somit ergibt sich der kv-Faktor zu:
Bei Positioniersystemen, beispielsweise in Werkzeugmaschinen, beeinflusst der kv-Faktor die Genauigkeit, mit welcher die Maschine arbeitet:

Mithilfe eines Kreisformtests kann man die Positioniergenauigkeit einer Werkzeugmaschine überprüfen und falsch eingestellte kv-Faktoren erkennen.
In der Regelungstechnik, in der diese Maschinen analysiert werden (analog auch hydraulische Maschinen), erscheint er oft in einem Blockschaltbild, siehe auch Signalflussplan. In der Automatisierungstechnik und Werkzeugmaschinenentwicklung ist er somit ein zentraler Größeneinflussfaktor, siehe Spanungsbewegung.
In offiziellen Angaben bezieht sich der kv-Faktor auf die Geschwindigkeit, bei welcher die Lageabweichung 1 mm erreicht. Durchschnittliche Werte liegen bei 5 m/(min·mm), wobei die Maximalwerte bis 16 m/(min·mm) betragen können. Bei Vorschubantrieben ist die Größenordnung des kv-Wertes 0,6 bis 4,8 m/(min·mm).