

La Nation war eine französische Zeitung, die von 1884 bis 1927 erschien.
Die Zeitung wurde 1884 von dem Journalisten und Politiker Ferdinand-Camille Dreyfus gegründet und erschien am 11. April zum ersten Mal. Dreyfus war zuvor Redakteur bei La Lanterne und dort im Streit ausgeschieden, nachdem La Lanterne einen Artikel veröffentlicht hatte, der Dreyfus als Politiker scharf kritisiert hatte. Die neue Zeitung war „radikal“ – das heißt sie orientierte sich politisch an den radikal-republikanischen Ansichten von Léon Gambetta – und liberal ausgerichtet.
Chefredakteur wurde zunächst Edmond Théry und die Zeitung wurde für 5 Centimes verkauft.
Anfang 1885 übernahm La Nation La nouvelle presse, deren Chef Félix Granet kurzzeitig Mitherausgeber der Nation wurde.
Zu den Parlamentswahlen von 1885 schlossen sich einige radikale Zeitungen – darunter auch La Nation – zu einer „Union der radikalen sozialistischen Presse“ zusammen, um ihre Kandidaten zu unterstützen. Obwohl es zu dieser Zeit mehrere derartige Meinungskartelle gab, waren die Radikalen weitgehend erfolgreich. 1888 positionierte sich La Nation klar gegen den Boulangismus.
Nach 1890 ging es mit der Nation bergab, und im Mai 1894 wurde sie für insolvent erklärt. Im folgenden Jahr wurde Dreyfus wegen seiner Verwicklung in eine Erpressungsaffäre verurteilt. Die am 11. Januar 1895 unterbrochene Veröffentlichung der Zeitung wurde erst am 10. August desselben Jahres unter der Leitung von Philippe de Préchatain wieder aufgenommen. Die letzte Ausgabe erschien am 26. April 1927 unter der Leitung von Léon Mazure.