Lackel

Lackel, Lackl oder Laggl ([ˈlakl̩]), schweizerdeutsch Laggel und besonders berndeutsch Laggu ist im oberdeutschen Sprachraum, hauptsächlich in Österreich, Bayern und in Teilen des Alemannischen sowie im Pfälzischen, ein volkstümlicher Begriff für einen groben, unbeholfenen, tölpelhaften Menschen oder einen großen Mann.

Etymologie

Die Etymologie des Wortes Lackel ist unklar, wohl von dem Adjektiv lack ‘lau, abgestanden, schal’ von Speisen und Getränken, ‘müde, matt, schlapp’ von Personen (15. Jahrhundert). Vielleicht ist die Herkunft nach dem Namen des berüchtigten französischen Generals Ezéchiel de Mélac, der im Pfälzischen Erbfolgekrieg große Teile der Kurpfalz zerstörte und verwüstete. Vielleicht kommt Lackel von Lakei.

Wortbildung

Das Wort wird auch verstärkend in den Zusammensetzungen grober Lackel, Kraftlackel oder Bauernlackel gebraucht. Lackelhammer ist ein schwerer Hammer fürs Grobe. Kraftlackelei ist ein Synonym für das weiter nördlich verbreitete Wort Kraftmeierei.

Literatur

Wiktionary: Lackel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Lackel. In: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Abgerufen am 25. August 2026
  2. ↑ Dummkopf. In: Baseldeutsch Wörterbuch. Dominik Holeiter, abgerufen am 25. August 2026.
  3. ↑ Laggu. In: Wörterbuch Berndeutsch-Deutsch. Stephan Burkard, abgerufen am 25. August 2026.
  4. ↑ Lackel. In: Duden.
  5. ↑ Fränkisches Wörterbuch: "Lackel". In: Franken Fernsehen. 23. Januar 2026, abgerufen am 25. August 2026.
  6. ↑ Das Herkunftswörterbuch. Eine Etymologie der deutschen Sprache. Band 7. Dudenverlag. Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1963, ISBN 3-411-00907-1, S. 382.
  7. ↑ "Laggl"? Wir in Bayern. In: ARD-Mediathek. Bayerischer Rundfunk, 5. April 2013, abgerufen am 25. August 2026.
  8. ↑ Hans Kratzer: Französischer Einfluss im Bairischen: Napoleon, der alte Lackl! Süddeutsche Zeitung, 23. Januar 2013, abgerufen am 25. August 2026.
  9. ↑ Peter Wehle: Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl. Erweiterte und bearbeitete Neuausgabe Auflage. Verlag Carl Ueberreuter, Wien/Heidelberg 1980, ISBN 3-8000-3165-5, S. 196.
  10. ↑ Der „Lackl“. In: OVB online. 19. November 2013, abgerufen am 25. August 2026.