Der Lacus Curtius ist ein ausgegrabenes antikes Monument auf dem Forum Romanum in Rom. Ursprünglich handelt es sich wahrscheinlich um eine durch geologische Prozesse entstandene Erdspalte, ein sehr tiefes Loch oder einen See. Die Herkunft des Namens aus der mythologischen Frühgeschichte Roms hat bereits in der Antike zur Entstehung mehrerer Sagen geführt, deren Wahrheitsgehalt heute nicht mehr zu ergründen ist.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde östlich der Rostra und des Comitiums sowie nördlich der Basilica Iulia eine Pflasterung aus caesarischer Zeit freigelegt, die als Überreste des Lacus Curtius gedeutet werden. Darin befand sich ein Zwölfeck oder unregelmäßiges Trapezoid aus Cappellaccio-Tuff, in dessen Mitte ein runder Sockel ähnlich einer Brunnenfassung lag. Die Anlage nimmt eine Fläche von etwa neun × zehn Metern ein. Westlich davon lagen zwei Einlassungen in das Pflaster, die wahrscheinlich für zwei bei Ovid erwähnte Altäre bestimmt waren.
Varro hat die drei verschiedenen Sagen zur Entstehung des Lacus Curtius überliefert, die zu seiner Zeit bekannt waren:
Während die dritte Version möglicherweise auf eine städtische Chronik zurückgeht, stimmen die beiden ersten in der Beschreibung dahingehend überein, dass Curtius vom nördlichen Teil des Kapitols in das Loch hineingeritten sei. Der Lacus Curtius wurde offensichtlich in späterer Zeit eingefasst und in Gedenken an die Sage erhalten. In augusteischer Zeit pflegten die Römer Münzen in das Loch zu werfen, ähnlich dem heutigen Brauch am Trevi-Brunnen.
Im Vierkaiserjahr 69 n. Chr. wurde neben dem Brunnen Kaiser Galba ermordet, was in den Historiae des Tacitus erwähnt wird.
Nach dem Lacus Curtius ist die Webseite LacusCurtius benannt, eine der bekanntesten Seiten zum antiken Rom.
Koordinaten: 41° 53′ 32,4″ N, 12° 29′ 6,4″ O