Der Filmemacher Ladj Ly ist in Montfermeil bei Paris aufgewachsen, seine Familie stammt ursprünglich aus Mali. Er veröffentlichte 2007 seinen ersten Dokumentarfilm 365 jours à Clichy-Montfermeil über die Gewalt, die sich damals in den Pariser Vororten entlud. 2008 hatte er eher zufällig einen brutalen Polizeieinsatz gefilmt, und die Polizisten wurden aufgrund seiner Bilder später verurteilt.
Ly wurde mehrfach verurteilt, sowohl für Beamtenbeleidigung als auch für Beihilfe zur Entführung und Freiheitsberaubung, für die er 2011 drei Jahre Gefängnis bekam. 2017 drehte er in Montfermeil seinen vielfach prämierten Kurzfilm Les misérables, dessen Titel entliehen wurde von Victor Hugos bekanntem Roman Die Elenden.
Im Jahr 2022 schrieb Ly gemeinsam mit Romain Gavras das Drehbuch zu dessen Actiondrama Athena.
Ende Juni 2020 wurde Ladj Ly ein Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Im Jahr 2022 wurde er in die Wettbewerbsjury des 75. Filmfestivals von Cannes berufen.
Filmografie
Ladj Ly (Mitte) auf einer Arbeit des Fotografen JR im Jahr 2004
Regisseur
2007: 365 jours à Clichy-Montfermeil (Dokumentarfilm)
2008: Go Fast Connexion (Kurzfilm)
2014: 365 jours au Mali (Dokumentarfilm)
2016: Infrarouge, À voix haute: La force de la parole (Dokumentarfilm)