Lars Rensmann (* 17. April 1970 in Bochum) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Hochschullehrer. Von 2012 bis 2015 war er Associate Professor für politische Wissenschaft an der John Cabot University in Rom. Von 2016 bis 2022 war er Professor für Europäische Politik und Gesellschaft an der Universität Groningen. Seit 2022 hat er den Lehrstuhl für Politikwissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Regierungslehre an der Universität Passau inne.
Rensmann studierte nach dem Abitur 1989 am Bert-Brecht-Gymnasium in Dortmund Politikwissenschaft am Luther College (B.A. 1992) in Iowa und an der Freien Universität Berlin (Diplom 1996 und als Stipendiat des Cusanuswerks Promotion mit summa cum laude 2002 bei Hajo Funke).
2005/06 forschte er am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam. 2006 wurde er DAAD Assistant Professor of Political Science an der University of Michigan und 2012 Associate Professor an der John Cabot University in Rom. Seit 2016 ist er Professor of European Politics and Society an der Universität Groningen. Er war Permanent Fellow am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien und Visiting Fellow an der Humboldt-Universität zu Berlin. Gastdozenturen hatte er u. a. in den USA, in Österreich und Israel.
Seit 2011 ist er Mitglied des Editorial Boards des Journal for the Study of Antisemitism und seit 2013 des Journal of International Political Theory. Seine Forschungsschwerpunkte sind Politische Theorie, Europapolitik und Internationale Politik. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit Antisemitismus sowie Rechtsextremismus.
Der Antisemitismusforscher Klaus Holz kritisierte Rensmanns Dissertation, in der dieser verschiedene Soziologen, darunter Holz selbst, beschuldigte, antisemitische Vorurteile zu produzieren. Mit dieser Dissertation halte "eine Praxis in der Antisemitismusforschung Einzug, die in der Linken seit Jahren Schaden anrichtet". Er ordnete Rensmann den Antideutschen zu, die den "Antisemitismusvorwurf instrumentalisiert" und "einfache Weltsicht, die nicht zur Kritik, sondern zur Identifikation einlädt", anbiete. Auch Matthias N. Lorenz befand, Rensmann gerate mit seiner Dissertation "in gefährliche Nähe zu sogenannten antideutschen Verschwörungstheorien". Micha Brumlik verteidigte Rensmann und warf Holz und Lorenz vor, "einen strategisch geplanten Rufmord zu verüben". Martin Ulmer rezensierte Rensmanns Dissertation positiv als "eindrucksvolle politische Gesellschafts- und Kulturgeschichte des Post-Holocaust-Antisemitismus" und ging dabei nicht auf konkrete Vorwürfe gegen andere Wissenschaftler ein.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rensmann, Lars |
| ALTERNATIVNAMEN | Rensmann, Lars Peter (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 17. April 1970 |
| GEBURTSORT | Bochum |