Laurent Rebeaud

Laurent Rebeaud (1989)

Laurent Rebeaud (* 12. Mai 1947 in Lucens; † 10. Dezember 2015 in Savigny; heimatberechtigt in Yvonand und Rovray) war ein Schweizer Journalist und Politiker (Grüne).

Biografie

Herkunft und Familie

Laurent Rebeaud wurde am 12. Mai 1947 in Lucens im Kanton Waadt geboren. Sein Vater war Pfarrer, der vor dem Zweiten Weltkrieg in Neapel tätig war.

Er war geschieden von seiner ersten Frau, einer Opernsängerin, mit der er zwei Kinder hatte. 1992 heiratete er erneut und bekam 1993 ein drittes Kind. Seine älteste Tochter, Tim Aline Rebeaud, gründete 1993 in Ho-Chi-Minh-Stadt, Vietnam, die Maison Chance, eine Nichtregierungsorganisation, die «Waisen, Kindern in schwierigen Lebenssituationen und Menschen mit Behinderung» hilft.

Studium

Er studierte Geisteswissenschaften an der Universität Lausanne und schloss sein Studium mit einem Bachelor ab. Während dieser Zeit stand er in Briefkontakt mit Denis de Rougemont.

Beruflicher Werdegang

Laurent Rebeaud unterrichtete von 1969 bis 1971 Geografie.

Anschliessend arbeitete er als Journalist und liess sich nach seinen Anfängen bei der Gazette de Lausanne in Genf nieder. Von 1970 bis 1980 arbeitete er für Radio und Télévision Suisse Romande, bevor er bis 1989 Leiter der französischsprachigen Informationsabteilung des WWF Schweiz wurde. Aus dieser letzten Position wurde er wegen angeblicher mangelnder Verfügbarkeit entlassen.

Anschliessend war er von 1990 bis 1994 Redaktor der Zeitschrift des Verkehrs- und Umweltverbands (VCS). Von 1994 bis 1998 war er Chefredaktor der Zeitschrift Coopération, dem Presseorgan von Coop, und lebte damals in Basel.

Anschliessend zog er in den Kanton Waadt, wo er im Dezember 1996 zum Informationsbeauftragten der Waadtländer Regierung ernannt wurde und sein Amt im Mai 1997 antrat. Von 1998 bis 2012 oder 2013 leitete er das Büro für Information und Kommunikation des Kantons.

Politischer Werdegang

1983 war Laurent Rebeaud an der Gründung der Genfer Grünen beteiligt, bevor er zur Gründung des Verbandes der Grünen Parteien der Schweiz beitrug und bis 1985 dessen erster Präsident war.

Von 1985 bis 1986 und von 1993 bis 1994 war er Mitglied des Grossen Rates des Kantons Genf. Ausserdem kandidierte er 1985, 1989 und 1993 für die Wahl in den Staatsrat des Kantons Genf.

Er wurde 1983, zu Lasten des nicht wiedergewählten Jean Ziegler (SP), in den Nationalrat gewählt und war dort bis September 1994 tätig. Da er aufgrund der Statuten seiner Partei nicht für eine vierte Amtszeit kandidieren konnte, trat er ein Jahr vor Ende der Legislaturperiode zurück, so dass Fabienne Bugnon auf seinen Sitz nachrücken konnte.

Er wurde in die Waadtländer Verfassungsgebende Versammlung (1999–2002) gewählt, die mit der Ausarbeitung einer neuen Kantonsverfassung beauftragt war. Anschliessend trat er dem Vorstand der Waadtländer Grünen bei, dessen Vizepräsident und später Präsident er war. Im Frühjahr 2011 kehrte er in ein gewähltes Amt zurück, als er in den Stadtrat von Lausanne gewählt wurde. Als Mitglied des Exekutivkomitees der Grünen Partei Waadt war er von 2012 bis 2013 Parteivorsitzender.

Sonstige Aktivitäten

Er war Mitglied einer Gospelgruppe, den Morning Fellows.

Tod

Laurent Rebeaud starb am 10. Dezember 2015 im Alter von 68 Jahren bei einem Motorradunfall in Savigny im Kanton Waadt.

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Laurent Rebeaud auf der Website der Bundesversammlung 
  2. 1 2 3 Justin Favrod: Artikel. In: scriptorium.ch. 5. Februar 2013, abgerufen am 9. Mai 2026.
  3. ↑ scriptorium.ch
  4. 1 2 La Liberté (Hrsg.): «Ma maison est désormais au Vietnam». 22. Oktober 2012, S. 27 (online).
  5. ↑ letempsarchives.ch
  6. ↑ scriptorium.ch
  7. ↑ Association Maison Chance. In: Radio Télévision Suisse. 2. Oktober 2024, abgerufen am 9. Mai 2026.
  8. 1 2 Tribune de Genève (Hrsg.): Laurent Rebeaud va être le nouveau messager du Conseil d’Etat vaudois. Nr. 297/51, 20. Dezember 1996, S. 21 (online).
  9. ↑ Der Bund (Hrsg.): WWF entlässt Laurent Rebeaud. Missbräuchlich? Band 141, Nr. 293, 14. Dezember 1990, S. 14 (online).
  10. 1 2 3 4 5 L’écologiste Laurent Rebeaud perd la vie dans un accident de moto. In: letemps.ch. 11. Dezember 2015, abgerufen am 8. Mai 2026 (französisch).
  11. ↑ Grand Conseil de Genève – Mémorial. In: ge.ch. 17. Dezember 2015, abgerufen am 9. Mai 2026.
  12. ↑ Neue Zürcher Zeitung (Hrsg.): Der neugewählte Genfer Staatsrat. Nr. 263, 12. November 1985, S. 32 (online).
  13. ↑ Thuner Tagblatt (Hrsg.): In Genfer Kantonsregierung bleibt alles beim alten. 5 Bürgerliche und 2 Sozialisten. Band 113, Nr. 266, 13. November 1989, S. 3 (online).
  14. ↑ Der Bund (Hrsg.): Staatsratswahlen im Kanton Genf: Ende der Konsenspolitik – Absturz für Baudirektor Grobet – Erstmals Frau in der Regierung. Genf schickt die Linke auf die Oppositionsbank. Band 144, Nr. 267, 15. November 1993, S. 9 (online).
  15. ↑ Neue Zürcher Nachrichten (Hrsg.): Nationalratswahlen in der Romandie. Jean Ziegler nicht mehr wiedergewählt. Nr. 249, 25. Oktober 1983, S. 7 (online).
  16. ↑ Der Bund (Hrsg.): Prominenter Grüner tritt zurück. Band 144, Nr. 301, 24. Dezember 1993, S. 12 (online).
  17. ↑ Tribune de Genève (Hrsg.): Fabienne Bugnon «bleue» à Berne. L’écologiste genevoise remplace Laurent Rebeaud au National. Nr. 218/38, 20. September 1994, S. 15 (online).
  18. ↑ Laurent Rebeaud, figure des Verts, perd la vie dans un accident. In: SWI swissinfo.ch. 11. Dezember 2015, abgerufen am 9. Mai 2026 (französisch).
Personendaten
NAME Rebeaud, Laurent
KURZBESCHREIBUNG Schweizer Journalist und Politiker (Grüne)
GEBURTSDATUM 12. Mai 1947
GEBURTSORT Lucens
STERBEDATUM 10. Dezember 2015
STERBEORT Savigny