
Das Brunnenhaus, auch Lavatorium (von lavare [lat.] = waschen) oder Brunnenkapelle, ist ein meist rundes oder polygonales Gebäude über einem Brunnen, besonders an Kreuzgängen in romanischen und gotischen Klöstern.
Das Brunnenhaus enthielt eine mit fließendem Wasser gespeiste Brunnenschale und war der in mittelalterlichen Klöstern meist als von der Ordensregel vorgeschriebene Waschraum. Es diente den Mönchen zum Händewaschen vor den Mahlzeiten und zum wöchentlichen Schneiden der Tonsur. Gelegentlich wird daher das Brunnenhaus auch als Tonsur oder Tonsurkapelle bezeichnet.
Ein Brunnenhaus liegt üblicherweise auf der Innenseite des Kreuzgangs und bei Zisterzienserklöstern dem Refektorium (Speisesaal) gegenüber; es ragt also in das Geviert des Kreuzgang-Innenhofs hinein.
Brunnenhäuser wurden teilweise als kapellenartige Kleinarchitekturen gestaltet, gewölbt sowie künstlerisch reich gestaltet und ausgestattet. Das älteste erhaltene Brunnenhaus in Deutschland entstand um 1150 im früheren Prämonstratenserkloster Unser Lieben Frauen zu Magdeburg.