Lee Edward Travis

Lee Edward Travis (* 23. Juni 1896 in Chase County; † 10. Oktober 1987 in Encino) war ein US-amerikanischer Psychologe und emeritierter Professor am der Fuller Theological Seminary.

Leben

Er wurde 1896 in Nebraska als Sohn von Charles Edward Travis (1866–1939) und Mary Eunice Spear (1875–1938), beide Lehrer an einer örtlichen Akademie, geboren. Er war das zweite von zwölf Geschwistern, die in einem Lehmhaus aufwuchsen und die alle studierten. Er schloss 1915 die Graceland Academy in Lamoni ab, 1917 das Graceland Junior College und studierte nach seinem Dienst im Ersten Weltkrieg an der University of Iowa. Seinen Bachelor of Arts erwarb er 1922, es folgte 1923 ein Master of Arts und 1924 die Promotion zum Doktor der Philosophie (Ph.D.). Während seiner Promotion an der University of Iowa wurde Travis von Carl Emil Seashore, dem Dekan des Graduiertenkollegs und Professor für Psychologie, betreut.

Nach seiner Promotion setzte er seine Forschung an der Universität Iowa mit einem dreijährigen Stipendium des National Research Council fort. Diese Forschung führte zu zahlreichen experimentellen Studien über Sprache und andere physiologische Prozesse. 1927 wurde er zum außerordentlichen Professor an der Universität Iowa ernannt und ein Jahr später, 1928, zum ordentlichen Professor befördert. Von 1928 bis 1937 war er hier Gründer und Leiter der Psychologischen Klinik und Professor für Psychologie und Sprachwissenschaft. Es folgte von 1938 bis 1942 eine Tätigkeit als Gründer und Leiter der Klinik für Sprach- und Hörstörungen und Professor für Psychologie und Sprachwissenschaft an der University of Southern California. Im Zweiten Weltkrieg diente er 1942–1946 als Officer in Charge und Leiter des Psychologischen Dienstes in einem Convelascent Hospital. Von 1957 bis 1960 hatte er die Funktion eines Vizepräsidenten der Gibraltar Savings and Loan Association in Beverly Hills inne. Es folgte von 1960 bis 1964 eine Professur für Klinische Psychologie an der University of Southern California; parallel dazu führte er eine private Praxis für Psychotherapie in Beverly Hills. Ab 1965 war er Gründer und Dekan der Graduiertenschule für Psychologie am Fuller Theological Seminary; 1975 wurde er emeritiert.

Werk

Er gilt als Begründer der Sprachtherapie in Amerika. Er war eines der 25 Gründungsmitglieder der American Speech-Language-Hearing Association (ASHA) und maßgeblich an der Einrichtung eines der ersten sprachtherapeutischen Studiengänge des Landes an der University of Iowa beteiligt. Insbesondere führte er zahlreiche Studien durch, die seine Theorie der zerebralen Dominanz beim Stottern untermauern sollten. Er postulierte dabei, dass ein Mangel an Hirndominanz zu Stottersymptomen führt.

Nachdem der deutscher Neurologe Hans Berger 1924 die erste EEG-Ableitung am Menschen durchgeführt und seine Ergebnisse 1929 publiziert hatte, dauerte es einige Jahre, bis seine Ergebnisse anerkannt wurden und es schließlich zu einer breiten Anwendung des EEGs durch andere Forscher kam. In den Vereinigten Staaten von Amerika waren Alexander Forbes und Ralph Waldo Gerard wichtige Vertreter der tierexperimentellen EEG-Forschung, während Lee Edward Travis neben Hallowell Davis, Herbert Henri Jasper, Frederic Andrews Gibbs, Donald B. Lindsley und Alfred Lee Loomis die EEG-Forschung beim Menschen vorantrieben.

Ehrungen/Positionen

Privates

Er war mit Lysa Travis verheiratet. Aus der Ehe gingen die Söhne Knight, Paul, Dwayne und die Tochter Pat Bennett hervor. Er starb an Herzversagen im Alter von 91 Jahren.

Publikationen (Auswahl)

Monografien
Herausgeberschaften
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Lee Edward Travis 1896–1987 auf University of Buffalo, abgerufen am 6. August 2026.
  2. ↑ Dr Lee Edward Travis auf ancestors.familysearch, abgerufen am 7. August 2026.
  3. ↑ About the Travis Research Institute auf Fuller Theological Seminary, abgerufen am 7. August 2026.
  4. ↑ Dr Lee Edward Travis auf findagrave, abgerufen am 7. August 2026.
Personendaten
NAME Travis, Lee Edward
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Klinischer Psychologe und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 23. Juni 1896
GEBURTSORT Chase County
STERBEDATUM 10. Oktober 1987
STERBEORT Encino