Als Leerkosten (englisch idle cost, non-necessary-cost) bezeichnet man in der Betriebswirtschaftslehre den Teil der Fixkosten, der durch Unterbeschäftigung der Produktionsfaktoren entsteht. Komplementärbegriff sind die Nutzkosten.
Der Begriff wurde im Jahre 1939 von Otto Bredt eingeführt und gehört zur Teilkostenrechnung. Sein Pendant Nutzkosten stammt von Erich Gutenberg. Es handelt sich dabei um Fixkosten, die aufgrund nicht genutzter Kapazitäten entstehen. Entsprechend dazu sind die Nutzkosten der Teil der fixen Kosten, der zu einem Nutzen führt und bei dem die Produktionsfaktoren ausgelastet sind. Grundlage der Unterteilung der Fixkosten in Nutz- und Leerkosten ist das Beanspruchungsprinzip.
Leerkosten () und Nutzkosten () ergeben zusammen die Fixkosten ():
Da die Leerkosten Teil der ohnehin in voller Höhe entstehenden Fixkosten sind, lassen sie sich nicht „einsparen“, sondern lediglich in Nutzkosten umwandeln.
Berechnung der Leerkosten mit Hilfe des Beschäftigungsgrads:

mit
Bei einem Beschäftigungsgrad von 100 % (so genannte Vollbeschäftigung) sind alle Fixkosten Nutzkosten und die Leerkosten Null. In der IT-Branche spricht man von einem optimalen Beschäftigungsgrad (Auslastungsgrad), der in der Regel bei 80–85 % liegt. Auch der Belegungsgrad anderer Dienstleistungsunternehmen kann entsprechend angewandt werden.
Generell ist zu unterscheiden zwischen planbaren und nicht planbaren Leerkosten:
Ramp up/-down Kosten ist das erwartete der Stückkosten zwischen den Plan-Mengen (in der Planung) oder IST-Mengen (im IST) und der im Businessplan hinterlegten Zielmenge in der Anlauf- und Schlussphase. Das resultiert im Wesentlichen aus der Fixkostendegression (englisch Economic of density) und den Synergieeffekten beim Mengenänderungen. Zielmengen werden vereinbart. Diese gehen in die Tarifkalkulation ein. Differenzen (Produktionsvarianzen) zwischen Zielmengen und Planmengen (Planung) oder IST-Mengen werden bewertet und ausgewiesen.

Die Fixkosten werden differenziert nach Nutzkosten (das ist der Fixkostenanteil der zur Produktion genutzt wird) und Leerkosten (Leerkapazität). Die Ermittlung der Nutzkosten erfolgt nach der prozentualen Ausnutzung des jeweiligen Kostentreibers unter Berücksichtigung aller Optimierungsmaßnahmen (Ressourcenshifting usw.)
Vorübergehende Leerkosten können aufgrund unternehmensinterner Faktoren (zum Beispiel durch die Krankheit von Arbeitnehmern) und auch externer Faktoren (keine Nachfrage für das erzeugte Produkt) entstehen. In Industrien mit hoher Anlagenintensität (englisch asset intensive), d. h. einem hohen Anteil des Anlagevermögens am Gesamtvermögen, gehen Leerkosten aufgrund weltweiter Anlagen-Überkapazitäten dauerhaft in die Rentabilitätsrechnungen ein (z. B. bei Commodities in der Chemischen Industrie).
Leerkosten können aber auch strukturell notwendig sein: Durch hohe Anforderungen an die Flexibilität eines Unternehmens entsteht ein permanenter, strukturell nicht völlig zu vermeidender Wechsel zwischen Kapazitätsengpässen und Überkapazitäten (= Leerkosten). Im Falle der Personalfixkosten wird versucht, die Leerkosten durch Flexibilisierung der Arbeitszeit zu minimieren. Bei Dienstleistungsunternehmen, in denen die Produktionsfixkosten im Wesentlichen aus Personalkosten bestehen, ist zu beachten, dass das Vorhalten von Personal (=Leerkosten im klassischen Sinne) vom Kunden als Qualitätsmerkmal empfunden wird, insbesondere wenn die Dienstleistung in Zusammenarbeit mit dem Kunden erbracht wird. Ein Weg, dies in einer Leerkostenbetrachtung abzubilden, ist die Differenzierung der Nutzkosten in Beanspruchungsnutzen/eigentliche Nutzkosten und Bereithaltungsnutzen/Bereitschaftskosten.