Lego Serious Play

Lego-Serious-Play-Shared-Identity-Teamwork-Beispiel

Lego Serious Play (LSP) ist ein moderierter Prozess, der Spiel und das Modellieren mit Legosteinen mit den Belangen der Geschäftswelt verbinden soll. LSP kann in Unternehmen, Teams und auch mit Einzelpersonen eingesetzt werden und soll laut dem Marketing neue Ideen fördern, die Kommunikation verbessern und Problemlösungen beschleunigen.

Geschichte

Entwickelt wurde Lego Serious Play auf Anregung des Haupteigentümers der Lego A/S Kjeld Kirk Kristiansen ab 1996. Kristiansen benötigte zu dieser Zeit einen effektiven Prozess zur innovativen Strategieentwicklung für sein Unternehmen und war unzufrieden mit den bei Lego eingesetzten konventionellen Strategieentwicklungsmethoden. Zur gleichen Zeit suchten auch die beiden Professoren Johan Roos und Bart Victor, damals am International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne, nach Alternativen zur herkömmlichen strategischen Planung. Zusammen mit Robert Rasmussen, dem damaligen Leiter der Produktentwicklung für LEGO Education, war dann das Entwicklungsteam für Lego Serious Play gefunden. Roos brachte dabei den strategischen Hintergrund ein, Victor das Verständnis der Organisationsentwicklung und Rasmussen die Lern- und Entwicklungstheorien.

Über mehrere Jahre und in mehr als zwanzig Iterationsschritten wurde der Lego Serious Play Prozess formalisiert und optimiert. Anfang 2002 wurde Lego Serious Play dann der Öffentlichkeit vorgestellt und ist inzwischen eine offizielle Produktlinie von Lego. Seit Juni 2010 hat Lego die grundlegenden Prinzipien von Lego Serious Play unter einer Creative-Commons-Lizenz öffentlich nutzbar gemacht. Die Marke „Serious Play“ bleibt auch nach dieser Öffnung geschützt, und Lego regelt in einer Markenrichtlinie deren Verwendung durch Moderatoren.

Zu den Anwendern von Lego Serious Play gehören heute Großunternehmen, Start-up-Unternehmen, Behörden und auch NGOs (z. B. SOS-Kinderdörfer) im akademischen und öffentlichen Bereich.

Wissenschaftliche Grundlagen

Ein zentrales Element von Lego Serious Play ist die Hand-Gehirn-Verbindung, die sensorisch und motorisch im Vergleich zu anderen Körperregionen besonders stark ausgeprägt ist (siehe Homunculus in der Neuroanatomie).

Die Methode von Lego Serious Play basiert auf den folgenden drei Forschungsgebieten der Sozialwissenschaften und der Erkenntnistheorie:

Anwendungsgebiete von Lego Serious Play

Es gibt vier grundlegende Lego Serious Play Applikationen:

Material

Lego Serious Play Identity and Landscape Set in der Originalverpackung

Für die Anwendung der Methode hat Lego vier Sets zusammengestellt. Dabei werden je nach Set Legosteine und Duplo-Elemente gemischt. Die Sets enthalten bis zu 2808 Teile und werden produktionsbedingt in zahlreichen Plastikbeuteln und einem einfachen Karton versandt.

Lego Serious Play Sets
Bezeichnung Anzahl Teile Einsatzbereich Anmerkungen
Starter Set 234 Workshop Grundmaterial Größere Auswahl an Lego-Steinen für kurze Workshops, bis zu 90 Minuten. Ein Set pro Teilnehmer.
Window Exploration Bag 51 Skills Building Kleine Auswahl an Lego-Steinen zur Einführung der Methode, von 10 bis 45 Minuten. Ein Bag pro Teilnehmer. Verkauf in Kartons à 100 Stück (= 5100 Teile).
Identity and Landscape Set 2.808 Identität und Landschaft Für längere und intensive Workshops geeignet. Ein Set pro Gruppe von 6 bis 12 Teilnehmern.
Connections Kit 2.455 Verbindungen und System Ergänzung zum Identity and Landscape Set für längere und intensive Workshops mit Fokus auf Beziehungen und Verbindungen. Ein Set pro Gruppe von 6 bis 12 Teilnehmern.

Publikationen

Einzelnachweise

  1. ↑ The Origins of the LEGO Serious Play Methology Website von Lego. Abgerufen am 24. März 2025.
  2. ↑ Trademark Guidelines (especially for facilitators) Website von Lego. Abgerufen am 24. März 2025.
  3. ↑ Tobias Seidl: Einsatz von LSP in der Hochschule. Abgerufen am 8. Januar 2019 (deutsch).
  4. ↑ Sutton-Smith, B. The Ambiguity of Play. Cambridge, MA: Harvard University Press, 1997.
  5. 1 2 Vygotsky, L.S. Mind in Society: The Development of Higher Psychological Processes, Cambridge, MA: Harvard University Press, 1978.
  6. ↑ Fein G.Pretend Play:Creative and Consciousnes in G. Görlitz, D. und J. F. Wohlwill (hrsg.) Curiosity, Imagination and Play. Hillsdale, N.J.: Lawrence Erlbaum, 1987
  7. ↑ Paperts, S. The Children’s Machine. New York, NY: Basic Books, 1993.
  8. ↑ Lego Shop Website von Lego. Abgerufen am 16. Oktober 2017.