Als Totenstraße bzw. häufiger als Totenweg oder auch Leichenweg wurden Wege bezeichnet bzw. auch als solche benannt, über die Tote zu Friedhöfen verbracht wurden. Andere lokale Bezeichnungen waren Totensteig,Totenzeil,Bahrweg,Leichweg,TotengasseGräberstraße und ähnliche Bezeichnungen bzw. überlieferte Dialektabwandlungen wie z.B. Dodenweg in norddeutschen Regionen oder in MittelfrankenTodenweg (Aberzhausen), Todtenweg (Stirn) und Todtenleithe (Ottmarsfeld).
Einige dieser Friedhöfe bestanden aus Massengräbern und entstanden während der Pest, weil die Pest so viele Menschenleben kostete.
Die für die jüdischen Leichenprozessionen genutzten Wege wurden oftmals als „Judenwege“ bzw. „Judenpfade“, -gassen, -steige bezeichnet.
Die Bezeichnung Gräberstraße in Zusammenhang mit den römischen Bestattungsritualen wiederum beschreibt lange, einzeilige Grabfelder entlang der Straßen, die teilweise große Längen erreichten. Bilder der Toten auf den Grabmalen sollten für Passanten gut sichtbar sein, Inschriften ‚sprachen‘ diese an.
↑Peter Kuhn: Jüdischer Friedhof Georgensgmünd (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. N.F., Band 6). Unter Mitarb. von Gabriele Schickel. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006, ISBN 3-422-06559-8, S. 67 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑Erklärungsbeispiel: Laurentiusstraße – Totenstraße. In: heimatvereinwarendorf.de. Heimatverein Warendorf, abgerufen am 11. Dezember 2017.
↑Werner T. Bauer: Wiener Friedhofsführer. Genaue Beschreibung sämtlicher Begräbnisstätten nebst einer Geschichte des Wiener Bestattungswesens. Falter, Wien 1988, ISBN 3-85439-049-1, S. 32 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑Ina Kahns: Zur Volkskunde des Landes Mecklenburg am Beispiel des alten Amtes Boizenburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts (= Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ostmitteleuropa an der Universität Dortmund. Reihe B. Nr. 32). Überarb. von Otto Witte. Forschungsstelle Ostmitteleuropa, Dortmund 1983, ISBN 3-923293-02-X, S. 21 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑Peter Kuhn: Jüdischer Friedhof Georgensgmünd (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. N.F., Band 6). Unter Mitarb. von Gabriele Schickel. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2006, ISBN 3-422-06559-8, S. 51, 54, 57, 62, 70 u.ö. (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).
↑Norbert Fischer u.a.: Raum für Tote. Die Geschichte der Friedhöfe von den Gräberstraßen der Römerzeit bis zur anonymen Bestattung. Hrsg. von der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal e.V. und dem Zentralinstitut und Museum für Sepulkralkultur Kassel. Thalacker-Medien, Braunschweig 2003, ISBN 3-87815-174-8, S. 14 (eingeschränkte Vorschauin der Google-Buchsuche).