Leishu (chinesisch 類書 / 类书, Pinyin lèishū) sind chinesische Nachschlagewerke, die nach Kategorien (類 / 类, lèi) geordnet sind.
Der Begriff leishu wird üblicherweise mit „Enzyklopädie“ übersetzt, obwohl dies stark von der modernen Bedeutung abweicht. Die leishu bestehen manchmal aus langen Zitaten aus anderen Werken und enthalten oft Kopien vollständiger Werke, nicht nur deren Auszüge. Die Werke werden darin nach einem systematischen Kategoriensatz klassifiziert, der wiederum in Unterkategorien unterteilt ist. Die leishu können als Anthologien betrachtet werden, sie sind jedoch in dem Sinne enzyklopädisch, dass sie den gesamten Wissensbereich zum Zeitpunkt der Zusammenstellung abdecken.
Zu den Enzyklopädien dieser Art zählen beispielsweise die Werke Yiwen leiju, Beitang shuchao, Chuxue ji, Taiping yulan, Cefu yuangui, Yuhai, Yongle dadian, Gujin tushu jicheng und andere.
Das letztgenannte Werk Gujin tushu jicheng 古今圖書集成 ist die größte Enzyklopädie des vormodernen China.
Den Enzyklopädien dieser Art sind viele Zitate aus sonst verlorenen Werken zu entnehmen. In der chinesischen Textkritik werden sie auch zu Vergleichszwecken häufig herangezogen.
Zu den ältesten vollständig erhaltenen leishu zählt das 160 Kapitel umfassende Beitang shuchao (Gesammelte Schriften aus der Nordhalle) des Yu Shinan (558–638).
Den Angaben von Endymion Wilkinson zufolge wurden zwischen der Wei-Dynastie (frühes 3. Jahrhundert) und dem 18. Jahrhundert etwa 600 leishu verfasst, wovon heute noch 200 erhalten seien.
Im Leishu-Abschnitt (Leishu lei 類書類; Abk. LSL) des Siku quanshu sind die folgenden 65 Leishu enthalten:
Dies ist eine alphabetische Liste von Leishu (nach Chinaknowledge):