Leitziel (Ethik)

Als Leitziel oder Leitidee bezeichnet man im Bereich der Philosophie, speziell der Ethik, in den Human- und in den Kulturwissenschaften eine ethisch-moralische, religiöse, philanthropische oder gemeinnützige Zielvorgabe. Es handelt sich dabei um eine oft in eine kurze Formel gefasste Lebensmaxime, nach der sich das Denken und Handeln von Einzelpersonen und gleichgesinnten Gruppen von Menschen ausrichten soll.

Begriff

Das Kompositum „Leitziel“ beinhaltet im philosophischen Kontext einerseits das Benennen einer Wertvorstellung aus dem ethischen Verhaltenskodex, die erreicht werden soll (Ziel). Andererseits enthält es die Maßgabe, dass dieser Zielgedanke als oberste Lebensregel gelten und das Verhalten bestimmen soll (Leitlinie).

Grundidee

Glaubensgemeinschaften, Akademische Verbindungen, Vereine oder Bildungsinstitutionen verfolgen für sie wichtige, ihre Einstellung und Aufgaben charakterisierende Leitziele als Grundsätze des Wollens und Handelns, denen sich alle Mitglieder der Gemeinschaft zu verpflichten haben, denen andere Ziele zu- und unterzuordnen sind. In den Akademischen Verbindungen sind sie in einer Charta, bei den Vereinen in den jeweiligen Satzungen, im Bildungsbereich in den Lehrplänen festgelegt. Der jeweilige Leitspruch gibt Auskunft über die tragende, alles beherrschende Leitvorstellung der Gemeinschaft. Er bedarf jedoch noch konkreter Handlungskonzepte und Taten, wenn er nicht zu einem Allgemeinplatz und substanzlosen Etikett verkommen soll.

Beispiele

Literatur

Wiktionary: Leitziel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Immanuel Kant: Kritik der praktischen Vernunft, § 7
  2. ↑ Der Souveräne Malteserorden – Offizielle Website (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Wilhelm Bringmann: Friedrich der Große. Ein Porträt. Herbert Utz Verlag, München 2006
  4. ↑ Zitiert nach: Michael Stubbs: Text and Corpus Analysis. Computer-assisted studies of language and culture. Oxford: Blackwell, 1996