Lella Vignelli

Lella Vignelli (2010)

Lella Vignelli (* 1934 in Udine als Elena Valle; † 22. Dezember 2016 in Manhattan) war eine italienische Architektin und Designerin, welche die klaren Linien der Kunst der Moderne in den Vereinigten Staaten mitprägte. Sie war Mitgründerin des New Yorker Studios Vignelli Associates. Im Jahr 2003 erhielt sie den National Design Award – Lifetime Achievement.

Leben

Elena „Lella“ Valle wurde 1934 in Udine geboren. Ihre Eltern waren die Lehrerin Ave Regè (1899–1981) und der Architekt Provino Valle (1887–1955). Sie hatte drei Geschwister: Die Chemikerin Maria Valle, den Architekten Gino Valle (1923–2003) und die Architektin Fernanda „Nani“ Valle (1927–1987). Provino Valle gründete in den 1920er Jahren sein Architekturbüro, das ab 1989 Valle Architetti Associati hieß und 2026 unter Leitung des Enkels Pietro Valle in Udine fortbestand. Bei dem Büro arbeiteten ab den 1950er Jahren auch Nani Valle, die es 1959 verließ, und bis zu seinem Tod Gino Valle mit seiner Ehefrau Piera Valle Ricci Menichetti, die es 2022 verließ.

Auf einer Konferenz lernte Elena Valle Massimo Vignelli (1931–2014) kennen, der am Polytechnikum Mailand Architektur studierte. Gemeinsam studierten sie an der Università IUAV di Venezia. Sie heirateten im Jahr 1957.

Nach dem Architekturstudium an der Universität Venedig wurde sie 1962 als Architektin in Mailand zugelassen. Im Jahr 1958 erhielt sie ein Stipendium als special student an der School of Architecture des Massachusetts Institute of Technology. 1959 arbeitete sie in Chicago bei Skidmore, Owings & Merrill im Bereich Innenarchitektur. Anfang der 1960er-Jahre gründete sie mit Massimo Vignelli das Vignelli Office of Design and Architecture in Mailand. 1965 übernahm sie die Leitung der Innenarchitektur bei Unimark International in Mailand, ab 1966 auch in New York. 1971 gründeten die Vignellis in New York Vignelli Associates, das Lella später leitete. 1978 entstand das Schwesterunternehmen Vignelli Designs, dessen Präsidentin sie wurde.

Lella und Massimo Vignelli lebten ab 1978 in einem zweigeschossigen Apartment auf Manhattans Upper East Side. Sie hatten zwei Kinder. Lella Vignelli starb am 22. Dezember 2016 nach langer Krankheit in Manhattan an Demenz.

Wirken

Innenraum der St. Peter’s Lutheran Church (Foto 2015)

Vignelli prägte besonders Möbel-, Ausstellungs- und Innenarchitekturprojekte und führte zugleich das Studio; ihr Ehemann Massimo konzentrierte sich stärker auf grafische Aufgaben, doch beide entschieden die Entwürfe gemeinsam. Ein Schlüsselprojekt ist die als total design concept verstandene Innenraumgestaltung der St. Peter's Lutheran Church am Citigroup Center in Midtown Manhattan (1977). Zu ihren Produktentwürfen gehört das Stacking Dinnerware (1964), das sich in der Sammlung des Museum of Modern Art befindet. Die Vignellis wurden 1982 mit der AIGA Gold Medal ausgezeichnet. 2003 folgte der National Design Award – Lifetime Achievement. Das komplette Arbeitsarchiv der Vignellis ist als Vignelli Archives im von ihnen entworfenen The Vignelli Center For Design Studies am Rochester Institute of Technology in Rochester, Bundesstaat New York, öffentlich zugänglich. Massimo würdigte Lellas Beitrag 2013 im Band Designed by: Lella Vignelli.

Commons: Lella Vignelli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Lella Vignelli: A Look at a Design Legend. In: Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum. 6. Januar 2017, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Lella Vignelli dies at 82. In: Rochester Institute of Technology. 23. Dezember 2016, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  3. 1 2 2003 National Design Award Winners. In: Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  4. ↑ Valle, Gino. In: Enciclopedia Italiana di scienze, lettere ed arti. Abgerufen am 9. September 2026 (italienisch).
  5. ↑ Nani Valle, Architektin. In: ArchInform. August 2026, abgerufen am 9. September 2026 ((ggf. zugriffsbeschränkt)).
  6. ↑ Giulia Vegni: Valle Ricci Menichetti Piera. In: enciclopedia delle donne. 2026, abgerufen am 9. September 2026 (italienisch).
  7. ↑ the studio. In: Valle Architetti Associati. 2026, abgerufen am 9. September 2026 (englisch).
  8. 1 2 3 William Grimes: Lella Vignelli, a Designer With a Spare, Elegant Style, Dies at 82. In: The New York Times. 28. Dezember 2016 (nytimes.com [abgerufen am 22. Oktober 2022]).
  9. 1 2 Vignelli Legacy. In: Vignelli Center for Design Studies, RIT. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  10. ↑ Stefanos Chen: Lella and Massimo Vignelli’s Home Seeks a Like-Minded Buyer. In: The New York Times. 24. Januar 2018 (nytimes.com [abgerufen am 22. Oktober 2022]).
  11. ↑ A legendary husband-and-wife design team fought to get her equal credit for 40 years. In: Quartz. 23. Dezember 2016, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  12. ↑ Saint Peter’s Church. In: National Fund For Sacred Places. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  13. ↑ Stacking Dinnerware (1964). In: Museum of Modern Art. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  14. ↑ Lella and Massimo Vignelli: The 1982 AIGA Medal. In: Design Observer. 12. September 2010, abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
  15. ↑ Vignelli Archives. In: Vignelli Center for Design Studies, RIT. Abgerufen am 14. Dezember 2025 (englisch).
Personendaten
NAME Vignelli, Lella
ALTERNATIVNAMEN Valle, Elena (Geburtsname)
KURZBESCHREIBUNG italienische Architektin und Designerin
GEBURTSDATUM 1934
GEBURTSORT Udine
STERBEDATUM 22. Dezember 2016
STERBEORT Manhattan