Lene Tranberg

Lene Tranberg (geboren am 29. November 1956 in Kopenhagen) ist eine dänische Architektin und Gründungspartnerin von Lundgaard & Tranberg. Sie ist Ehrenmitglied des American Institute of Architects (Hon. FAIA).

Tietgenkollegiet, Kopenhagen, 2006
Kilen - Copenhagen Business School 2005.
Fyrtårnet, Kopenhagen, 2006.
Schauspielhaus des Det Kongelige Teater, Kopenhagen, 2008.
Havneholmen, Kopenhagen, 2008.
SEB Bank, Kopenhagen, 2010.
Sorø Kunstmuseum, 2011.
Gebäudekomplex Niagara der Universität Malmö, Schweden, 2015.
Pier47, Langelinie, Kopenhagen, 2015.
Kannikegården, Ribe, 2016.
Axel Towers, Kopenhagen, 2017.
Kalvebod Fælled, Schule in Kopenhagen, 2018.
Frihedsmuseet, Kopenhagen 2020.

Beruflicher Werdegang

Ausbildung

Lene Tranberg wurde 1977 an der Königlich Dänischen Kunstakademie im Fachbereich Architektur aufgenommen, wo sie unter anderem bei Erik Christian Sørensen studierte und 1984 ihren Abschluss machte.

Lundgaard & Tranberg

Ein Jahr vor Abschluss ihres Studiums gründete sie zusammen mit Boje Lundgaard 1983 das Architekturbüro Lundgaard & Tranberg. Die beiden hatten gerade den Wettbewerb für den Masterplan des Neubaugebiets Blangstedgaard in der Nähe der dänischen Stadt Odense gewonnen.

„Architektur ist eine öffentliche Angelegenheit, die uns alle angeht. Gute Architektur zieht Menschen an und trägt zu Gemeinschaften bei. Gute Architektur muss eine großzügige Geste gegenüber dem Ort, der Umgebung und der Gemeinschaft sein.“

– Lundgaard & Tranberg

2004 starb Ehemann und Geschäftspartner Boje Lundgaard. Seitdem führte Lene Tranberg das Architekturbüro mit sechs neuen Partnern und beschäftigt ca. 65 Mitarbeiter. Am 1. November 2020 wurde das Unternehmen um 10 neue Partner – meist langjährige Mitarbeiter – erweitert.

Die meisten Gebäude wurden in Dänemark realisiert. Seit 1990 jedoch begann mit Bellevue Park, einer Wohnanlage, auch Bautätigkeiten in Schweden. Es folgten das Fakultätsgebäude für Gesundheit und Gesellschaft und ein weiterer Gebäudekomplex namens Niagara für die Universität Malmö, die Kulturkasbah und der Multifunktionskomplex T30 in Stockholm. 2017 begann das Architekturbüro mit der Erweiterung und Renovierung der Königlichen Oper in Stockholm.

Zwischen 1997 und 2015 entstanden eine Reihe von Kulturbauten, wie das Kunstmuseum Trapholt, das Arbeitermuseum, das Sorø Kunstmuseum, das Danmark Borgcenter, das noch im Bau befindliche Statens Naturhistoriske Museum und das Frihedsmuseet. Auch Wohn-, Geschäfts- und Sozialbauten gehörten zum Repertoire.

Die Ausrichtung von Lundgaard & Tranberg auf nachhaltiges Bauen führte ab den 1990er Jahren zu einer Reihe von Forschungs- und Entwicklungsprojekten, bei denen sie mit der dänischen Bauforschung zusammenarbeiteten. So wurde beim Projekt Solrækkehusene (= Sonnenreihenhäuser) aktive Solarenergie genutzt, obwohl die Häuser nicht auf eine Nord-Süd-Ausrichtung beschränkt sind. Im Glashuset (= Glashaus) wurde hochisolierendes Glas als primäres Fassadenmaterial verwendet.

Nach der Jahrtausendwende erlangte das Büro mit einer Reihe hochkarätiger Gebäude in Kopenhagen Bekanntheit, darunter vor allem das Studierendenwohnheim Tietgenkollegiet und das Schauspielhaus des Det Kongelige Teater. Diverse Medien zählten die beiden Gebäude zu den zehn besten Beispielen für dänische Architektur. Auch die Wohngebäude des Havneholmen schafften es auf eine Bestenliste.

Lehrtätigkeit

Parallel zu ihrer Tätigkeit als Architektin hatte Tranberg von 1986 bis 1998 einen Lehrauftrag im Fach Architektur an der Königlich Dänischen Kunstakademie. Sie war außerdem Gastprofessorin an der University of Washington in Seattle.

Engagement

Tranberg hatte und hat zahlreiche Positionen in der dänischen Architekturszene inne.

Von 1989 bis 1992 war sie Mitglied des Ausschusses für Architektur des dänischen Kunstrates. Von 1995 bis 2002 war sie Mitglied der Nationalen Vereinigung dänischer Architekten und war zeitgleich in der Sonderbauinspektion im Rechts- und im Wettbewerbsausschuss tätig. Von 1998 bis 2002 war sie Geschäftsführerin des Dänischen Architekturzentrums und von 2005 bis 2010 Vorstandsmitglied der Dreyer-Stiftung. Von 2009 bis 2015 war sie Vorstandsmitglied des Jubiläumsfonds der Dänischen Nationalbank.

Seit 2007 ist sie Mitglied des Ausschusses für Denkmalpflege des Kulturministeriums und seit 2012 Vorstandsmitglied des Verlags Gyldendal.

Projektunabhängige Preise und Ehrungen

Die wichtigsten projektunabhängigen Preise sind:

Projekte, Preise und Auszeichnungen

Im Folgenden sind ausgewählte realisierte Projekte des Büros Lundgaard & Tranberg sortiert nach dem Fertigstellungsdatum aufgelistet:

Veröffentlichungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 Dimitris Lempesis: Architecture: Lene Tranberg. dreamideamachine, abgerufen am 14. März 2022 (englisch).
  2. 1 2 Lene Tranberg, Hon. FAIA. 2010, archiviert vom Original am 26. Februar 2012; abgerufen am 26. März 2026 (englisch).
  3. ↑ Lundgaard & Tranberg Arkitekter. Abgerufen am 14. März 2022 (dänisch).
  4. ↑ Lundgaard & Tranberg Arkitekter. Abgerufen am 14. März 2022 (dänisch).
  5. ↑ Kent Martinussen: De ti bedste byggerier fra de sidste ti ar. Dansk Arkitektur Center, archiviert vom Original am 7. März 2012; abgerufen am 26. März 2026 (dänisch).
  6. ↑ Karsten R.S. Ifversen: Her er 00'ernes smukkeste bygninger. In: Politiken. 9. Dezember 2009, abgerufen am 26. März 2026 (dänisch).
  7. ↑ Jo Remy-Jensen: Her er opturens ti bedste byggerier. In: Pleasure. Archiviert vom Original am 20. Oktober 2009; abgerufen am 26. März 2026 (dänisch).
  8. 1 2 Lene Tranberg. Abgerufen am 11. März 2022.
  9. ↑ Lene Tranberg kåret til Årets Erhvervskvinde. Akademisk Arkitektforening, archiviert vom Original am 19. Juli 2011; abgerufen am 2. Juni 2010 (dänisch).
  10. ↑ Gerd Buchhave: Skuespilhusets skaber snupper selv hovedrollen. Borsen, 20. Mai 2010, archiviert vom Original am 23. Mai 2010; abgerufen am 26. März 2026 (dänisch).
  11. ↑ Tranberg will be one of five Stirling judges. In: Building Design. 2011, ISSN 0007-3423, S. 3.
  12. ↑ Inbjudande förslag förnyar citykvarter i Stockholm. In: AMF. Abgerufen am 29. Juli 2015 (schwedisch).
  13. ↑ Lundgaard & Tranberg Arkitekter: Projekte. Abgerufen am 13. März 2022 (dänisch).
  14. ↑ Blangstedgaard. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  15. ↑ Horsens Kraftvarmeværk. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  16. ↑ Bellevue Park. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  17. ↑ Fåborg Kraftvarmeværk. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  18. ↑ Trapholt. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  19. ↑ Glashuset. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  20. ↑ Bel Colle. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  21. ↑ Børnehuset Englegård. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  22. ↑ Hälsa och Samhälla. Fakultät für Gesundheit und Gesellschaft. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  23. ↑ Charlottehaven. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  24. ↑ Tietgenkollegiet. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  25. ↑ RIBA Awards 2007: UK. e-architects, abgerufen am 21. September 2009 (englisch).
  26. ↑ Fyrtårnet. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  27. ↑ Kilen – Copenhagen Business School. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  28. ↑ RIBA European Awards. RIBA, archiviert vom Original am 30. September 2009; abgerufen am 21. September 2009 (englisch).
  29. ↑ Teaterstolen. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  30. ↑ Teaterstolen. iF Design, abgerufen am 13. März 2022 (dänisch).
  31. ↑ Skuespilhuset. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  32. ↑ RIBA European Awards. RIBA, archiviert vom Original am 10. Februar 2009; abgerufen am 21. September 2009.|language=en
  33. ↑ Havneholmen. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  34. ↑ SEB Bank & Pension. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  35. ↑ Sorø Kunstmuseum. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  36. ↑ Arbejdermuseet. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  37. ↑ Arbejdermuseets Festsal. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  38. ↑ Danmarks Borgcenter. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  39. ↑ Pier47. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  40. ↑ Niagara. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  41. ↑ Kannikegarden. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  42. ↑ Axel Towers. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  43. ↑ Tyndpladeprisen (Dünnblechpreis): 2019. Abgerufen am 13. März 2022 (englisch).
  44. ↑ EUMiesAward - Axel Towers. Abgerufen am 13. März 2022.
  45. ↑ Kalvebod Fælled. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
  46. ↑ Josephine Minutillo: Well-Rounded Education. = Wohlgerundeter Unterricht. Architectural Record, Januar 2020, abgerufen am 14. März 2022 (englisch).
  47. ↑ Frihedsmuseet. Lundgaard & Tranberg Arkitekter, abgerufen am 31. März 2022 (dänisch).
Personendaten
NAME Tranberg, Lene
KURZBESCHREIBUNG dänische Architektin
GEBURTSDATUM 29. November 1956
GEBURTSORT Kopenhagen, Dänemark