Leo Gottstein

Leo Gottstein

Leo Gottstein (* 26. Mai 1860 in Breslau; † 31. Januar 1922 in Weimar) war ein deutscher Industrieller.

Leben

Leo Gottstein entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Er studierte vergleichende Anatomie, später Chemie und wurde in Straßburg promoviert. Er fasste den Entschluss, ein Zellstoffwerk zu gründen und sammelte ein Aktienkapital von 360.000 Mark bei Investoren ein. Damit kaufte er das Grundstück "Feldmühle", eine alte ehemalige Stiftsmühle des Klosters Grüssau bei Liebau am Bober. 1886 konnte die Fabrik mit zwei Kochern in Betrieb genommen werden. 1891 folgte die Gründung eines zweiten Zellstoffwerkes in Cosel. 1895 wurde in beiden Unternehmungen auch die Papierfabrikation aufgenommen. Die Hauptverwaltung befand sich in Breslau. Seit 1906 beteiligte sich die Firma an der Pommerschen Zellstoff-Fabrik AG in Cavelwisch bei Stettin; 1910 übernahm man sie vollständig. Ein Jahr später wurde das neue Werk in Scholwin bei Stettin in Betrieb genommen. Ab 1919 ging Leo Gottstein in den Aufsichtsrat und sein Sohn Hans Gottstein (1887–1965) übernahm die Führung der Firma.

Leo Gottstein war mit einer Tochter von Moritz Behrend verheiratet, dem Besitzer der 1873 gegründeten Papierfabrik in Varzin.

Leos Bruder Adolf (1857–1941) leitete von 1919 bis 1924 das preußische Gesundheitswesen. Der Physiker Klaus Gottstein und der Mediziner Ulrich Gottstein sind Enkel von Leo.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ W. K.: Kommerzienrat Dr. Leo Gottstein †. In: Der Papier-Fabrikant 20 (1922), S. 142; das von Albert Haemmerle in der NDB genannte Geburtsjahr 1850 ist nicht zutreffend.
  2. ↑ Über zwei neue Caprolactone, ihre Darstellungsweise und Constitution. Straßburg, Univ., Diss., 1882. Meyer, Hamburg 1882.
Personendaten
NAME Gottstein, Leo
KURZBESCHREIBUNG deutscher Industrieller
GEBURTSDATUM 26. Mai 1860
GEBURTSORT Breslau
STERBEDATUM 31. Januar 1922
STERBEORT Weimar