Leon Hugh Kelso

Leon Hugh Kelso (* 4. September 1907 in Gretna, Kansas; † 9. Mai 1982 in Arlington, Virginia) war ein US-amerikanischer Ornithologe und Botaniker. Sein botanisches Kürzel ist „Kelso“.

Leben und Wirken

Kelso war der Sohn von Lincoln Henry Kelso (1865–1948) und Pearl Esther geb. White (1879–1968), sein jüngerer Bruder war Arl Raymond Kelso (1909–1998). Leon Kelso heiratete Katharine Estelle geb. Henderson (1911–1987) mit der beispielsweise gemeinsam 1934 A key to species of American owls publizierte. Seine Frau beschrieb auch die Schreieulen-Unterart (Pseudoscops clamator oberi (Kelso, EH, 1936)). Aus der Ehe gingen der Sohn Edward Wilson Kelso (1939–2004) und die Tochter Gwendolyn Lee Kelso (1935–2012) hervor.

Die Familie Kelsos zog in den 1920ern nach Colorado. Am 7. Juni 1929 erhielt er sein Bachelor an der University of Denver in Botanik. Später wechselte er an University of Colorado Boulder. Als im dort vom Head des Departments eröffnet wurde, dass die Fußstapfen von Per Axel Rydberg und Edward Lee Greene für ihn zu groß seien und er für ihn kein Stelle im Hauptfach in Systematik hätte, brach Kelso mit der Universität und veröffentlichte seine eigenen Publikationen, die unter dem Namen Biological Leaflets erschienen. So wechselte er zum United States Biological Survey des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten in Washington, D.C. Hier wurde er ein Spezialist, der Mageninhalt von Wildvögeln- und Tieren analysierte.

Es folgte im September 1938 Master of Science an der Cornell University mit der These A study of the screech owl (Otus asio). Sein Hauptforschungsschwerpunkt in der Ornithologie galt sein ganzes Leben den Eulen. Den wissenschaftlichen Namen der Nacktbein-Kreischeule (Megascops clarkii) widmete er und seiner Frau dem Brethren Priester Harry Moody Clark (1877–1947) mit dem Kelso aus seiner Zeit in Gretna befreundet war. Clark war es auch der Kelso den Bird Guide von Chester Albert Reed (1876–1912) auslieh und so sein Interesse auf die Avifauna lenkte. Kelso war seit 1930 Mitglied der Wilson Ornithological Society und wurde 1978 zum ersten Ehrenmitglied der Northeastern Bird-Banding Association gewählt. Dies sollte eine Ehrung für herausragenden Beiträge zur Vogelberingung bekräftigen. In 17 Jahren publizierte er 900 Artikel und Rezensionen, viele davon zu russischen ornithologischen Publikationen. Kelso galt durch seine selbst erlernten Russischkenntnisse als wichtige Schnittstelle zwischen amerikanischen und russischen Ornithologen. So übersetzte und rezensierte er u. a. Werke wie The Origin of Terrestrial Vertebrates von Iwan Iwanowitsch Schmalhausen oder The Lapland Reserve von Oleg Semyonov-Tyan-Shansky.

Dedikationsnamen

Gerrit Paulus Hekstra benannte 1983 Otus choliba kelsoi nach ihm, da dieser Name Otus choliba portoricensis Kelso, L, 1942 ersetzen sollte, der bereits durch Strix portoricensis Lesson, 1832 besetzt war. Heute gilt der Name als Synonym zur Tropenkreischeule-Unterart (Megascops choliba crucigerus (von Spix, 1824)).

Erstbeschreibungen von Leon Hugh Kelso

Kelso hat auch zusammen mit anderen Autoren einige Unterarten, die neu für die Wissenschaft waren, beschrieben.

Vogelarten

Zu den Vogelarten gehören chronologisch u. a.:

Vogelunterarten

Zu den Vogelunterarten gehören chronologisch u. a.:

  • Styxeule (Asio stygius robustus Kelso, L, 1934)
  • Schleiereule (Tyto alba subandeana Kelso, L, 1938)
  • Schleiereule (Tyto alba zottae Kelso, L, 1938)
  • Kaninchenkauz (Athene cunicularia boliviana (Kelso, L, 1939))
  • Rio-Napo-Kreischeule (Megascops napensis helleri (Kelso, L, 1940))
  • Tropenkreischeule (Megascops choliba surutus (Kelso, L, 1941))

Vogelsynonyme

  • Tropenkreischeule (Megascops choliba cruciger (alticola) (Kelso, L, 1937))
  • Haubenkauz (Lophostrix cristata cristata (amazonica) Kelso, L, 1940)
  • Sprenkelkauz (Strix virgata virgata (minuscula) Kelso, L, 1940)
  • Magellanuhu (Bubo magellanicus (andicolus) Kelso, L, 1941)
  • Tropenkreischeule (Megascops choliba cruciger (portoricensis) (Kelso, L 1942))

Pflanzenarten

Zu den Pflanzenarten gehören chronologisch u. a.:

Pflanzenvarietäten

Außerdem beschrieb er folgende Varietäten:

Hybride

Auch die Hybride wurde von ihm beschrieben:

Publikation (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ The International Plant Names Index
  2. ↑ William Alfred Weber in William Alfred Weber u. a. (2012), S. XIX.
  3. ↑ Unbekannt (1982), S. 362.
  4. ↑ Gerrit Paulus Hekstra (1981), S. 61.
Personendaten
NAME Kelso, Leon Hugh
ALTERNATIVNAMEN Kelso, Leon H.
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Ornithologe und Botaniker
GEBURTSDATUM 4. September 1907
GEBURTSORT Gretna
STERBEDATUM 9. Mai 1982
STERBEORT Arlington