Leopold Freund studierte in Wien Medizin, wurde dort 1895 promoviert. 1904 habilitierte er sich für medizinische Radiologie und wurde 1914 an der Universität Wien Titularprofessor für dieses Fach. Freund gilt als Begründer der Medizinischen Radiologie und Röntgentherapie.
Mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen durch Wilhelm Conrad Röntgen im Jahr 1895 sowie im folgenden Jahr der Entdeckung der Radioaktivität durch Antoine Henri Becquerel und der erstmaligen therapeutischen Anwendung beim Patienten (zur Behandlung von Hautkrankheiten 1896) durch Leopold Freund in Wien wurde die Basis für die Strahlentherapie geschaffen.
Leopold Freund veröffentlichte darüber hinaus grundlegende Arbeiten auch über Lichtbehandlung von Berufskrankheiten und die Verwendung von Röntgenstrahlen zur Prüfung von Baumaterial.
Die Berufskrankheiten und ihre Verhütung mit besonderer Berücksichtigung der graphischen Gewerbe. Halle 1901.
Grundriß der gesamten Radiotherapie für praktische Ärzte, das erste ausschließlich der Strahlentherapie gewidmete Lehrbuch der Welt. Urban & Schwarzenberg, Berlin und Wien 1903.
Die elektrische Funkenbehandlung der Karzinome. Stuttgart 1908.
Leopold Freund, in: Judith Bauer-Merinsky: Die Auswirkungen der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich auf die medizinische Fakultät der Universität Wien im Jahre 1938: Biographien entlassener Professoren und Dozenten. Wien: Diss., 1980, S. 59–61b. PDF
↑Giovanni Maio: Freund, Leopold. In: Enzyklopädie Medizingeschichte. 2005, S. 439.
↑Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 52.