Lerici-Klasse

Lerici-Klasse
Die Crotone, 2009
Die Crotone, 2009
Schiffsdaten
Schiffsart Minenabwehrfahrzeug
Stapellauf des Typschiffes 3. September 1982
Dienstzeit seit 1985
Schiffsmaße und Besatzung
Länge Lerici: 49,9 m
Gaeta: 52,5 m (Lüa)
Breite 9,6 m
Tiefgang (max.) 2,6 m
Verdrängung Lerici: 503 ts
Gaeta: 672 ts
 
Besatzung 47 Mann
Maschinenanlage
Maschine 1 × Marsch-Dieselmotor Grandi Motori Trieste BL-230.8M
3 × Dieselmotor Isotta Fraschini ID-36-SS6V (für Minenjagd)
1 × Elektromotor
Höchst­geschwindigkeit 14 kn (26 km/h)
Propeller 1
Bewaffnung

Lerici:

Gaeta:

  • 2 × Oto Melara/Oerlikon KBA Marinegeschütz 25/80mm
  • 2 × SMIN Mk 2 Minenjagddrohne
Sensoren

Die Lerici-Klasse (bzw. Gaeta-Klasse) ist eine Minenjagdbootklasse der italienischen Marine. Boote der Lerici-Klasse wurden auch von Marinen anderer Länder beschafft.

Technik

Rimini (M 5561)

Die Boote wurden in GRP-Bauweise gefertigt („Glass Reinforced Plastic“). Der Rumpf ist bis 120 mm stark und mit Blick auf Unterwasserexplosionen besonders resistent konstruiert. Die Hauptantriebsanlage ist in einer besonderen Schalenkonstruktion aufgehängt, die Elektrogeneratoren sind an Deck, wodurch die magnetischen und akustischen Eigenschaften der Boote verbessert wurden. Antriebsanlagen und andere Geräte sind aus amagnetischen und akustisch isolierenden Materialien. Die Schrauben der Hilfsmotoren befinden sich in Rohren und ermöglichen eine leise und vibrationslose Langsamfahrt.

Nach den ersten vier Booten erfuhren die folgenden acht einige Verbesserungen. Dieses zweite Baulos, auch als Gaeta-Klasse bezeichnet, erhielt ein verbessertes Minenjagdsonar, das später auch bei den ersten vier Einheiten eingerüstet wurde. Weitere Änderungen bestehen aus einem dritten Hydrauliksystem, verbesserten Generatoren, Pluto-Gigas-Minenjagddrohnen, einen neueren Typ Dekompressionskammer und einer nochmals reduzierten magnetische Signatur.

Eine Modernisierung dieser acht italienischen Boote erfolgte in den Jahren 2010–2013. Diese umfasste den Austausch des SQQ-14 Sonars durch das Thales 2093, ein neues Kampfdaten-Managementsystem Datamat 712(V)4 und eine Vorbereitung zur Aufnahme von Plutino-MIKI, einem weiteren Minenvernichtungssystems. Die neuen Ausrüstungen erfordern darüber hinaus einige Änderungen an den Aufbauten.

Einheiten

 Italien

Das erste Baulos der Lerici-Klasse besteht aus vier, in den 1980er Jahren von Intermarine in La Spezia gebauten Booten, wo sie auch stationiert wurden. Sie tragen die Namen von italienischen Küstenorten:

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Außer Dienst Verbleib
M 5550Lerici27. August 19783. September 19824. Mai 198524. September 2015in La Spezia
M 5551Sapri27. August 19785. April 198214. Dezember 198524. September 2015in La Spezia
M 5552Milazzo27. August 19781. April 198214. Dezember 198515. Oktober 2025in La Spezia
M 5553Vieste18. April 19785. April 198414. Dezember 1985in Reservein La Spezia

Das zweite, verbesserte Baulos wird als Gaeta-Klasse bezeichnet. Alle acht Boote wurden wiederum in La Spezia bei Intermarine gebaut, nach italienischen Hafenstädten benannt und ebenfalls in La Spezia stationiert:

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Außer Dienst Verbleib
M 5554Gaeta5. August 19889. Oktober 19903. Juli 1992aktiv
M 5555Termoli5. August 198818. Dezember 199013. November 1992aktiv
M 5556Alghero5. August 198822. Mai 199131. März 1993aktiv
M 5557Numana5. August 198820. März 199230. Juli 1993aktiv
M 5558Crotone5. August 19888. September 19922. Februar 1994aktiv
M 5559Viareggio5. August 198811. Mai 19931. Juli 1994aktiv
M 5560Chioggia6. November 199223. Juni 199418. Mai 1996aktiv
M 5561Rimini6. November 199217. September 199418. Mai 1996aktiv

Die Boote wurden auf die beiden Minenabwehr-Geschwader 53 und 54 (COMSQUADRAG53 und 54) des „Kommandos Minenstreitkräfte“ („MARICODRAG“) aufgeteilt. Als Ersatz für die 12 Boote der Lerici- und Gaeta-Klassen beschafft die italienische Marine bei Intermarine derzeit neue Minenjagdboote des Typs CGN/C, die mit 63 m Länge und einer Verdrängung von etwa 1.300 t etwas fülliger sind als ihre Vorgänger. Weitere Hochsee-Minenjagdboote in der Version CGN/A dürften noch etwas größer ausfallen.

 Australien

Sechs Boote bilden die Huon-Klasse der Royal Australian Navy, sie wurden bei Australian Defence Industry in Newcastle (New South Wales) gebaut und sind nach Flüssen benannt. Ihr Heimathafen ist die Basis HMAS Waterhen in Waverton bei Sydney.

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Außer Dienst Verbleib
M 82Huon25. Juli 199715. Mai 1999aktiv
M 83Hawkesbury24. April 199812. Februar 2000aktiv
M 84Norman3. Mai 199926. August 2000aktiv
M 85Gascoyne11. März 20002. Juni 2001aktiv
M 86Diamantina4. August 199818. November 2000Februar 2001aktiv
M 87Yarra19. Januar 20021. März 2003aktiv

 Finnland

Die Katanpää im Juli 2012

Die in Finnland als Katanpää-Klasse bezeichneten drei Boote sind eine Weiterentwicklung der Huon-Klasse und ersetzen die Kuha-Klasse. Gebaut wurden die Boote auf der Intermarine-Werft in Sarzana unter Beteiligung der Aker Yards in Rauma, ihr Heimathafen wird Turku sein.

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Außer Dienst Verbleib
40KatanpääJuli 20072012Aktiv
41Purunpää2013Aktiv
42Vahterpää2016Aktiv

 Malaysia

Die vier Boote umfassende Mahamiru-Klasse für die Königlich Malaysische Marine wurden in den 1980er Jahren in La Spezia bei Intermarine gebaut. Zwei Boote sind in Lumut und zwei in Labuan beheimatet, sie alle bilden das 16. Minenabwehrgeschwader (16. Mine Counter Measures Squadron).

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Außer Dienst Verbleib
M 11Mahamiru11. Dezember 1985aktiv
M 12Jerai11. Dezember 1985aktiv
M 13Ledang11. Dezember 1985aktiv
M 14Kinabalu11. Dezember 1985aktiv

Eine Modernisierung des taktischen Datensystems erfolgte 2001, ein „Minehunting Tactical Display System“ (MTDS) wurde durch die südafrikanische Altech Defence System geliefert. Die Mahamiru und Ledang wurden 2007 einer lebensdauerverlängernden Maßnahme unterzogen, die beiden übrigen Boote sollen in gleicher Weise auf den neuesten Stand gebracht werden. Hierzu zählen ein TSM Mk III Sonar, eine Anpassung des MTDS und ein Kongsberg Navigations-Echolot.

 Nigeria

Die beiden Boote in Diensten Nigerias sind aus der Mahamiru-Klasse abgeleitet.

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Außer Dienst Verbleib
M 371Ohue23. Juli 198422. November 198528. Mai 1987
M 372Barama11. März 19856. Juni 198625. Februar 1988

Im Unterschied zu den italienischen und malaysischen Schwesterbooten besitzen die beiden nigerianischen Boote keinen separaten hydraulischen Antrieb für die Minenjagd. 1999 erhielten sie unter anderem Zwei-Mann-Carry-Galeazzi-Dekompressionskammern. Beide Boote sollen 2009 erneut modernisiert worden sein, die Einsatzfähigkeit der Minenbekämpfungsausrüstung ist jedoch zweifelhaft.

 Thailand

Ursprünglich plante Thailand acht Boote des im Land als Lat Ya-Klasse bezeichneten Bootstyps zu beschaffen, sechs wurden jedoch abbestellt. Die bei Intermarine in Sarzana gebaute Klasse umfasst somit nur zwei Boote:

Kennung Name Kiellegung Stapellauf In Dienst Außer Dienst Verbleib
M 663Lat Ya19981999
M 634Tha Din Daeng19981999

 Vereinigte Staaten

Siehe Hauptartikel über die zwölf Boote der Osprey-Klasse (MHC-51), die inzwischen alle nicht mehr im Dienst der US Navy stehen.

Commons: Lerici-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Al via la costruzione del secondo cacciamine di nuova generazione per la MM. Rivista Italiana Difesa, 30. Juli 2026
  2. ↑ Novità sulla caccia alle mine. Rivista Italiana Difesa, 28. Juli 2021