Leseratte

Skulptur einer „Leseratte“ in Neumarkt in Steiermark

Der Begriff Leseratte ist ein umgangssprachlicher Begriff für Menschen, die gern und viel lesen. Synonyme sind „Bücherwurm“ oder „Büchernarr“. Der Begriff ist seit dem späten 19. Jahrhundert belegt. Es kann eine leicht negative Konnotation haben, ausgelöst durch den Wortbestandteil „Ratte“. Man kann damit Gier assoziieren, mit der eine Leseratte verschiedenste Literatur verschlingt.

In den 1920er Jahren war 'Leseratte' in der studentischen Sprache auch Bezeichnung für Dozenten, die nicht frei vortrugen, sondern ihre Vorlesung nur aus einem Manuskript vorlasen.

Ähnliche Komposita mit dem Determinatum „Ratte“ sind „Ballettratte“, „Spielratte“, „Landratte“ und „Wasserratte“. Gemein ist ihnen mit „Bücherratte“, dass sie in der Gegenwartssprache neutral bis positiv besetzt sind, obwohl die auf Menschen bezogene Tierbezeichnung „Ratte“ alleinstehend als Schimpfwort gilt.

Literatur

Siehe auch

Wiktionary: Leseratte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Trübners Deutsches Wörterbuch, Band 4, Berlin 1943, S. 447
  2. ↑ Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache, Band 5, Stuttgart 1984, S. 1764
  3. ↑ Gesellschaft für deutsche Sprache e. V. – Fragen und Antworten (Memento vom 11. Februar 2005 im Internet Archive). Auch in Der Sprachdienst, Bände 48–49, 2003, S. 21.