
Der Begriff Leseratte ist ein umgangssprachlicher Begriff für Menschen, die gern und viel lesen. Synonyme sind „Bücherwurm“ oder „Büchernarr“. Der Begriff ist seit dem späten 19. Jahrhundert belegt. Es kann eine leicht negative Konnotation haben, ausgelöst durch den Wortbestandteil „Ratte“. Man kann damit Gier assoziieren, mit der eine Leseratte verschiedenste Literatur verschlingt.
In den 1920er Jahren war 'Leseratte' in der studentischen Sprache auch Bezeichnung für Dozenten, die nicht frei vortrugen, sondern ihre Vorlesung nur aus einem Manuskript vorlasen.
Ähnliche Komposita mit dem Determinatum „Ratte“ sind „Ballettratte“, „Spielratte“, „Landratte“ und „Wasserratte“. Gemein ist ihnen mit „Bücherratte“, dass sie in der Gegenwartssprache neutral bis positiv besetzt sind, obwohl die auf Menschen bezogene Tierbezeichnung „Ratte“ alleinstehend als Schimpfwort gilt.