Lespesia

Lespesia

Lespesia rubripes

Systematik
Ordnung: Zweiflügler (Diptera)
Unterordnung: Fliegen (Brachycera)
Familie: Raupenfliegen (Tachinidae)
Unterfamilie: Exoristinae
Tribus: Eryciini
Gattung: Lespesia
Wissenschaftlicher Name
Lespesia
Robineau-Desvoidy, 1863

Lespesia ist eine Zweiflüglergattung aus der Familie der Raupenfliegen (Tachinidae). Das Taxon wurde von dem französischen Entomologen André Jean Baptiste Robineau-Desvoidy eingeführt und 1863 posthum veröffentlicht. Typusart ist Achaetoneura anisotae Webber, 1930. Die Gattung Lespesia gehört zur Tribus Eryciini innerhalb der Unterfamilie Exoristinae.

Merkmale

Die Fliegen sind gewöhnlich 5–7 mm lang. Nach Robineau-Desvoidy (1863) gelten folgende Merkmale für die Gattung Lespesia. Die Fühler sind lang und reichen bis zum Epistom hinab. Die ersten beiden Fühlerglieder sind kurz, das dritte zylindrisch und fünf- bis sechsmal so lang wie die übrigen. Die ersten beiden Aristomere sind sehr kurz, das dritte lang und zur Spitze hin verjüngt. Die Augen sind nackt (unbehaart), bei beiden Geschlechtern weit voneinander entfernt. Die Stirn ist bei beiden Geschlechtern breit. Es sind bei den Männchen keine nach hinten gebogenen Augenborsten vorhanden. Vier Stirnborsten befinden sich unterhalb der Fühlerbasis. Ein Kiel befindet sich in den Fühlergruben, beim Weibchen ist dieser stärker ausgeprägt. Das Epistom ist in der Mitte tief ausgeschnitten. Das Gesichtsprofil ist fast gerade. Die Gesichtsborsten sind dicht stehend, wenig verlängert und bis zu zwei Dritteln der Fühlergrubenhöhe reichend. Die Taster sind nicht vorstehend. Es sind keine Apikalborsten am ersten Abdominalsegment vorhanden. Es befinden sich zwei Apikalborsten am zweiten sowie eine vollständige Reihe von Apikalborsten am dritten Segment. Diese beiden Segmente weisen weder Basal- noch Medianborsten auf. Die Hintertibien sind an der Außenseite mit einer Reihe dicht stehender Borsten besetzt. Die Apikalzelle ist etwas oberhalb der Flügelspitze offen, mit leicht gebogener Querader. Zwei bis drei kleine Flügelborsten sind vorhanden. Der Costaldorn ist klein.

Verbreitung

Die Gattung Lespesia kommt in der Neuen Welt (in Nord-, in Mittel- und Südamerika) vor. Nach Hawaii wurde eine Art, L. archippivora, eingeführt.

Lebensweise

Die Vertreter der Gattung Lespesia sind Endoparasitoide, überwiegend von Raupen verschiedener Schmetterlingsfamilien. Lespesia archippivora wird zur biologischen Schädlingsbekämpfung von sogenannten „armyworms“, wirtschaftlich bedeutsame Schädlinge aus der Gruppe der Eulenfalterraupen, eingesetzt. L. archippivora gilt jedoch auch als ein Parasitoid des Monarchfalters, einer gefährdeten Schmetterlingsart.

Innere Systematik

Die Gattung Lespesia umfasst folgende Arten:

Einzelnachweise

  1. 1 2 J.-B. Robineau-Desvoidy: Histoire naturelle des diptères des environs de Paris. Oeuvre posthume du Dr Robineau-Desvoidy publiée par les soins de sa famille, sous la direction de M. H. Monceaux. Tome premier. 1863, abgerufen am 26. September 2026 (französisch, auf Seiten 567ff.).
  2. 1 2 3 4 5 6 James E. O’Hara, Shannon J. Henderson, D. Monty Wood: Preliminary Checklist of the Tachinidae (Diptera) of the World – Version 2.1. (PDF; 10,4 MB) 2020, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
  3. 1 2 3 Genus Lespesia. In: www.bugguide.net. Iowa State University, Dept. of Plant Pathology, Entomology, and Microbiology, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 James E. O'Hara, D. Monty Wood, Christian R. González: Annotated catalogue of the Tachinidae (Insecta, Diptera) of Chile. In: ZooKeys 1064: 1–200. 2021, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).
  5. ↑ Genus Lespesia Robineau-Desvoidy, 1863. In: Taxonomic and Host Catalogue of the Tachinidae of America North of Mexico. Tachinidae Resources, abgerufen am 26. September 2026 (englisch).