Silberbäume

Silberbäume

Leucadendron discolor

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Ordnung: Silberbaumartige (Proteales)
Familie: Silberbaumgewächse (Proteaceae)
Unterfamilie: Proteoideae
Gattung: Silberbäume
Wissenschaftlicher Name
Leucadendron
R.Br.

Die Pflanzengattung der Silberbäume (Leucadendron), auch Schimmerbäume genannt, gehört zur Familie der Silberbaumgewächse (Proteaceae). Die etwa 84 Arten kommen nur in der Capensis vor. Der Echte Silberbaum (Leucadendron argenteum) mit seinen weiß behaarten Blättern gab der Gattung ihren Namen Silberbäume.

Beschreibung und Ökologie

Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum) auf dem Tafelberg
Blütenstände eines männlichen Leucadendron loriense
Fruchtstand des Echten Silberbaumes (Leucadendron argenteum)
Samen des Echten Silberbaumes (Leucadendron argenteum)

Erscheinungsbild und Blätter

Silberbaum-Arten sind verholzende Pflanzen und wachsen als Sträucher oder Bäume. Die meisten Silberbaum-Arten stehen in dichten Beständen zusammen und während der Blütezeit prägen sie das Landschaftsbild.

Die Silberbaum-Arten sind zweihäusig getrenntgeschlechtig (diözisch). Die Exemplare beider Geschlechter sehen je nach Art wenig bis stark unterschiedlich aus (Geschlechtsdimorphismus). Die männlichen Exemplare sind meist verzweigter und oft etwas größer als die weiblichen. Die Laubblätter sind einfach. An männlichen Exemplaren sind die Laubblätter oft kleiner.

Blütenstände und Blüten

Den größten Schaueffekt bei Leucadendron während der Blütezeit besitzen die Laubblätter direkt unter den Blütenständen, die während dieser Zeit bei vielen Arten leuchtend gelb gefärbt sind. In den endständigen, zapfenförmigen Blütenständen stehen spiralförmig angeordnete Deckblätter, die von mehr oder eher weniger auffälligen, grünen bis lohfarbenen Hüllblätter umgeben sind. Über jedem Deckblatt steht eine Blüte, die von ihm schützend umhüllt wird. Bei männlichen Blütenständen sind die Deckblätter unauffällig. Die männlichen Blütenstände sind oft kleiner als die weiblichen und verwelken nach der Anthese. Die männlichen Blütenstände öffnen sich schon vor den weiblichen und die Blütezeit der weiblichen Blütenstände dauert nur kurz. Die eingeschlechtigen Blüten sind mehr oder weniger radiärsymmetrisch. Die Blütenhüllblätter sind auf etwa der Hälfte ihrer Länge zu einer Röhre verwachsen. Die männlichen Blüten besitzen ein reduziertes Gynoeceum, dabei dient der Griffel der sekundären Pollenpräsentation. In den weiblichen Blüten ist der Griffel gerade oder leicht gekrümmt mit einem langen Endabschnitt, der am oberen Ende meist einen Schlitz besitzt, um den Pollen aufzunehmen. Die Unterschiedlichkeit der Blütenstände beider Geschlechter fördert die Fremdbestäubung. Je nach Art erfolgt die Bestäubung durch Insekten oder durch den Wind.

Früchte und Samen

Weibliche Exemplare bilden verholzende, zapfenförmige Fruchtstände. Bei vielen Arten verbleiben die Früchte lange Zeit im Fruchtstand. (Die Früchte sind wichtig bei der teilweise schwierigen Artbestimmung.) Einige Arten besitzen eine flache Frucht mit Flügeln oder nur deutlichen Kanten und die anderen eine Nussfrucht. Die Früchte können behaart oder kahl sein. Die harten, verholzten Fruchtstände können die Samen manchmal über Jahre schützen, beispielsweise um nicht von Vögeln oder Nagetieren gefressen zu werden. Bei manchen Arten öffnen sich die Fruchtstände erst nach Buschbränden. Bei vielen Arten werden die Samen von Nagetieren gesammelt und so ausgebreitet. Die großen Samen von Leucadendron argenteum fliegen und werden von Wind ausgebreitet. Bei wenigen Arten besitzen die Samen ein Elaiosom; es liegt dann Myrmekochorie vor.

Verbreitungskarte der nur in der Capensis vorkommenden Gattung.

Systematik, Verbreitung und Gefährdung

Die Gattung Leucadendron wurde durch 1810 Robert Brown in Transactions of the Linnean Society of London, Band 10, Seite 50 aufgestellt. Typusart ist Leucadendron argenteum (L.) R.Br. Homonyme sind Leucadendron L. (veröffentlicht in Species Plantarum, Band 1, 1753, Seite 91) und Leucadendron Kuntze (veröffentlicht in Revisio Generum Plantarum, Band 2, 1891, Seite 578).

Alle 84 Leucadendron-Arten kommen in Südafrika nur in der Capensis vor. Das Zentrum der Artenvielfalt ist die Provinz Westkap. Alle Leucadendron-Arten sind in der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten mit unterschiedlichen Einstufungen (letzte Erhebung je nach Art 2006 oder 2011) aufgeführt. 13 Arten und Unterarten sind vom Aussterben bedroht, aber in Erhaltungszucht in botanischen Gärten. Zwei Arten sind ausgestorben, noch bevor sie in Kultur genommen werden konnten.

Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Leucadendron eucalyptifolium
Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Leucadendron gandogeri
Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Habitus und Laubblätter von Leucadendron meridanium
Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Habitus und Laubblätter von Leucadendron modestum
Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Leucadendron salignum
Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Leucadendron spissifolium subsp. natalense
Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Habitus, Laubblätter und Fruchtstände eines weiblichen Leucadendron strobilinum
Sektion Alatosperma Untersektion Alata: Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Leucadendron xanthoconum
Sektion Alatosperma Untersektion Compressa:Leucadendron platyspermum
Sektion Alatosperma Untersektion Trigona: Leucadendron rourkei
Sektion Alatosperma Untersektion Trigona: Zapfenförmiger Blütenstand von Leucadendron salicifolium
Sektion Leucadendron Untersektion Leucadendron: Echter Silberbaum (Leucadendron argenteum)
Sektion Leucadendron Untersektion Leucadendron: Leucadendron rubrum
Sektion Leucadendron Untersektion Membranacea: Leucadendron pubescens, männliche Exemplare mit Blütenständen, Clanwilliam, Südafrika
Sektion Leucadendron Untersektion Nervosa: Zapfenförmiger Blütenstand von Leucadendron nervosum
Sektion Leucadendron Untersektion Nucifera: Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Leucadendron sessile
Sektion Leucadendron Untersektion Nucifera: Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Leucadendron tinctum
Sektion Leucadendron Untersektion Ventricosa: Leucadendron chamelaea; sie ist vom Aussterben bedroht.
Sektion Leucadendron Untersektion Villosa: Habitus und Laubblätter von Leucadendron levisianum; sie ist vom Aussterben bedroht.

Die Gattung Leucadendron wird in zwei Sektionen mit insgesamt 13 Untersektionen gegliedert, es gibt auch die Auffassung, die Gattung in zwei Untergattungen mit insgesamt 13 Sektionen zu gliedern, und enthält etwa 84 Arten sowie elf Unterarten:

Nutzung

Sorten einiger Arten und Hybriden werden als Zierpflanzen in subtropischen Parks und Gärten verwendet. Einige Sorten dienen als Schnittblumen.

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Nigel P. Barker, Alain Vanderpoorten, Cynthia M. Morton & John P. Rourke: Phylogeny, biogeography, and the evolution of life-history traits in Leucadendron (Proteaceae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution, Volume 33, Issue 3, 2004, S. 845–860: doi:10.1016/j.ympev.2004.07.007
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Colin Paterson-Jones: Protea, Struik, 2007, ISBN 978-1-77007-524-5. eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche
  3. 1 2 3 4 5 6 Datenblatt Identifying Conebushes - Leucadendron beim ProteaAtlas Projekt.
  4. ↑ Leucadendron bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 19. Januar 2014.
  5. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 Artenliste zu Leucadendron in der Red List of South African Plants. Eingestuft von: A. G. Rebelo, N. A. Helme, P. M. Holmes, C. N. Forshaw, S. H. Richardson, D. Raimondo, D. I. W. Euston-Brown, J. E. Victor, W. Foden, I. Ebrahim, B. Bomhard, E. G. H. Oliver, A. Johns, J. van der Venter, R. van der Walt, C. von Witt, A. B. Low, C. Paterson-Jones, J. P. Rourke, A. N. Hitchcock, L. Potter, J. H. Vlok & D. Pillay, 2011. Abgerufen am 21. Januar 2014 Leucadendron, National Assessment: Red List of South African Plants.
  6. ↑ Leucadendron im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 19. Januar 2014.
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