Lev Detela

Lev Detela im Jahr 1964

Lev Detela (* 2. April 1939 in Maribor, Slowenien) ist ein österreichischer Schriftsteller slowenischer Herkunft, der auf Slowenisch und Deutsch schreibt.

Leben

Lev Detela (eigentlich Leo von Detela) wurde im slowenischen Maribor geboren und verbrachte die Kindheit in der Untersteiermark sowie in Ljubljana, wo er 1958 maturierte und ein Studium der Slawistik begann. 1960 verließ er das damalige Jugoslawien und setzte sein Studium an der Universität Wien fort. Ab den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wandte er sich primär der Literatur zu. Er war mit der Poetin Milena Merlak (1935–2006) verheiratet, mit der er gemeinsam drei Söhne hatte. Detela lebt mit seiner Partnerin heute in Wien und im Waldviertel.

Lev Detela schreibt Lyrik, erzählende Prosa, Essays und Dramen. Außerdem ist er als Übersetzer und Kulturberichterstatter in Slowenisch und Deutsch für Zeitungen und Zeitschriften in Österreich, Deutschland, der Schweiz und Slowenien tätig. Vor 1990 waren seine Bücher in Slowenien verboten, da er als Dissident galt. Er gestaltete Beiträge für diverse Rundfunkanstalten in Deutschland, Österreich und Italien, seit 1990 auch für Radio Slovenija. Sein literarisches Werk wurde ins Englische, Spanische, Italienische, Rumänische, Ungarische, Slowakische, Serbische, Albanische und Gujarati übersetzt.

Er ist Mitherausgeber und Redakteur der Zeitschrift für internationale Literatur LOG. Früher war er Redakteur der Zeitschriften Most in Triest, Mladje in Kärnten und der slowenischen Exilzeitschrift Slovenska vest. Derzeit arbeitet er für die slowenischen Literaturzeitschriften SRP und Meddobje.

Lev Detela übersetzt österreichische Literatur ins Slowenische, unter anderem Werke von Klaus Sandler, Bodo Hell, Liesl Ujvary, Peter Henisch, Peter Rosei und Ernst Jandl.

Lev Detela ist Mitglied des österreichischen PEN-Clubs, im Literaturkreis Podium und bei der IG Autorinnen Autoren, außerdem beim Verband der slowenischen Schriftsteller in Österreich - Klagenfurt und beim Verband der slowenischen Schriftsteller in Ljubljana.

Werk

Als zweisprachiger Autor veröffentlicht Lev Detela auf Slowenisch und Deutsch. Sein Werk wurde mit dem Abraham-Woursell-Award New York (Universität Wien) zur Förderung junger europäischer Autoren 1966-1970 ausgezeichnet, er erhielt unter anderem den Osterpreis „Vstajenje“ der slowenischen Kulturorganisationen in Triest 1969, das Certificate of Merit des Slovenian Research Center of America 1970, den AStA - Literaturpreis der Universität Tübingen 1970, den Literaturpreis des Romanwettbewerbs der Zeitschrift Das Pult 1976, den Förderungspreis für Literatur des Theodor-Körner-Stiftungsfonds zur Förderung von Wissenschaft und Kunst 1976 und 1989, ein Staatsstipendium für Literatur des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst 1976, den Förderungspreis des Landes Niederösterreich für Literatur 1982 und den Literaturpreis des Klagenfurter Hermagoras Verlags 1987. Ein zentrales Thema der Texte Lev Detelas ist die politische Verfolgung. In formaler Hinsicht ist er der modernistischen und experimentellen Literatur verbunden. Er gehört zu den Hausautoren des Hermagoras Verlags, Klagenfurt/Celovec, dessen Literaturpreis ihm zugesprochen wurde. Zeitweise veröffentlichte er mit dem Pseudonym Levček Detelinski.

Slowenische Publikationen

Deutschsprachige Publikationen

Einzelnachweise

  1. 1 2 Vgl. Biografie des Literaturkreises Podium.
  2. ↑ Vgl. Mitgliederverzeichnis des österreichischen P.E.N.-Clubs
  3. ↑ Vgl. Kurzvorstellung des Autors auf www.ljudmila.org.
Personendaten
NAME Detela, Lev
KURZBESCHREIBUNG österreichischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 2. April 1939
GEBURTSORT Maribor