
Lew Samuilowitsch Klein (russisch Лев Самуилович Клейн; auch als Leo S. Klejn bekannt – * 1. Juli 1927 in Witebsk; † 7. November 2019 in Sankt Petersburg) war ein sowjetischer und russischer Gelehrter, Archäologe, Anthropologe, Philologe, Wissenschaftshistoriker und Mitbegründer der Europäischen Universität zu Sankt Petersburg.
Lew Samuilowitsch Klein genoss eine atheistische Erziehung, seine Familie war streng russifiziert. Beide Großväter waren vor der Revolution Unternehmer, einer war Betriebseigner, der andere arbeitete als Kaufmann der ersten Gilde.
Sein Vater, Stanislaw Semjonowitsch (im Ausweis Samuil Simchowitsch) Klein wurde in Warschau geboren, im Bürgerkrieg war er Sanitätsoffizier in der Freiwilligenarmee Anton Iwanowitsch Denikins, am Ende des Bürgerkrieges (ab 1920) diente er in der Roten Armee. Er war nie in der Partei. Die Mutter, Assja Mojseewna, war eine renommierte Chirurgin. Lew Klein besuchte eine belarussische Mittelschule und eine Musikschule.
Als 1941 Lews Eltern beide als Armeeärzte an die Front gerufen wurden, wurde der Rest der Familie (der junge Lew zusammen mit den Großeltern und dem jüngeren Bruder Boris) nach Wolokolamsk evakuiert, von dort nach Jegorjewsk und dann nach Joschkar-Ola. Dort arbeitete Klein anfangs im Kolchos, beendete dann die neunte Klasse der Mittelschule und ging im Alter von 16 Jahren als Zivilarbeiter an die Front. 1944 diente er an der 3. Weißrussischen Front in Militärbautruppen und bewegte sich mit dem Truppenteil von Smolensk bis an die deutsche Grenze. Danach studierte Klein ein Jahr in einem Eisenbahntechnikum.
Nach dem Krieg lebte die Familie in Grodno, wo sein Vater als Direktor eines Krankenhauses und seine Mutter als Chirurgin in einem anderen Krankenhaus und als Leiterin der städtischen Schnellen medizinischen Hilfe arbeiteten. Klein legte seine Examen für das Reifezeugnis ab und besuchte die Fakultät für Sprache und Literatur des Pädagogischen Instituts von Grodno.
Nach einem Studienjahr am Grodnoer Pädagogischen Institut schrieb sich Klein 1946 in die Leningrader Universität als Fernstudent ein und wechselte ein Jahr später dorthin. Die ersten Jahre studierte er zugleich an der philologischen Fakultät (russische Philologie bei Wladimir Jakowlewitsch Propp) und der historischen Fakultät (am Lehrstuhl der Archäologie unter der Leitung von M. I. Artamonow) und schloss seine Ausbildung an der historischen Fakultät 1951 mit Diplom und Auszeichnung ab.
Eineinhalb Jahre arbeitete er als Bibliograph an der Bibliothek der Akademie der Wissenschaften in Leningrad. Danach arbeitete er als Lehrer in Mittelschulen Leningrads, in Wolossowo und in Grodno. 1957 begann er eine Aspirantur an der Leningrader Universität für Archäologie, die er 1960 abschloss. Danach gab er am selben Institut Vorlesungen und wurde 1962 als Assistent des Instituts aufgenommen. 1968 promovierte er mit der Dissertation Der Ursprung der Donezker Katakombenkultur und arbeitete ab 1976 als Dozent. Die erste wissenschaftliche Arbeit erschien 1955, die erste Monographie 1978. Er nahm an einer Reihe archäologischer Expeditionen in den Wäldern Russlands und Weißrusslands, aber hauptsächlich in der Steppe der Ukraine und im Don-Gebiet teil. Auch an Ausgrabungen in altrussischen Städten, Hügeln der Bronzezeit und der Skytho-Sarmatischen Zeit war er sehr interessiert.
Eine vollständige Bibliographie mit mehr als 500 Titeln gibt es auf der Internetseite [archaeology.ru] und bis zum Jahr 2000 bei L. B. Wischnjazkij, A. A. Kowalew, O. A. Schtscheglowa: Archeolog: detektiw i myslitel. Sbornik statej posvjaschtschennyj 77-letiju L’wa Samuilowitscha Klejna. SPb, izd. S.-Peterbugskogo uniwesiteta, 2004. – 502 S. ISBN 5-288-03491-5.
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Chranitel’ russkoj ikony.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Klein, Lew Samuilowitsch |
| ALTERNATIVNAMEN | Klein, Lew Samuilowitsch; Клейн, Лев Самуилович; Leo S. Klejn |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Gelehrter, Archäologe, Anthropologe, Philologe und Wissenschaftshistoriker |
| GEBURTSDATUM | 1. Juli 1927 |
| GEBURTSORT | Witebsk |
| STERBEDATUM | 7. November 2019 |
| STERBEORT | St. Petersburg |