Gamp wurde 1846 als Bürgerlicher unter dem Namen Karl Gamp geboren. Seine Eltern waren der Gutsbesitzer in Massaunen Alexander Gamp und dessen Ehefrau Eveline Müller.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarb er von der Familie Gerlach das 800 ha große RittergutMassaunen/Schippenbeil in Ostpreußen, das er mit solchem Geschick ausbaute, dass es schließlich 1.500 Hektar Land sowie eine Molkerei, sogar eine Bierbrauerei, eine Brennerei, eine Ziegelei und ein neobarockes Herrenhaus umfasste. Nachdem Gamp bereits den Titel eines Geheimrats geführt hatte, wurde Gamp 1907 als Freiherr von Gamp-Massaunen in den Adelsstand erhoben.
Im Preußischen Landtag tat Gamp-Massaunen sich vor allem durch die sogenannte Lex Gamp (eigentlich: Gesetz, betreffend die Abänderung des Allgemeinen Berggesetzes vom 24. Juni 1865/1892 vom 5. Juli 1905 (G.-S, S. 265) (Sperre der Mutungen auf Steinkohle und Steinsalz)) vom Sommer 1905 hervor, mit der die preußische Regierung die Expansion des Kalibergbaus in Preußen eindämmen wollte: Das Gesetz sah vor, dass für die Dauer von zwei Jahren kein Abteufen genehmigt werden sollte.
Er war seit 1890 mit Clara Bayer (1854–1938), einer Tochter der Caroline Juliane Hülsenbusch und des Friedrich Bayer, Gründer der Bayer-Farbenwerke, verheiratet. Der Sohn Freiherr Botho von Gamp wurde Gutserbe von Massaunen und war Kunstmaler, saß aber auch längere Zeit formell im Aufsichtsrat der I.G. Farben. Die beiden Töchter Ilse und Hildegard erbten den Adelstitel, wurden aber nicht Freiinnen, und heirateten Bürgerliche. Sie wurden aber vom Vater schon frühzeitig zu Anwärterinnen von den Nebengütern in Hebron-Damnitz mit dem dortigen Herrenhaus Hebrondamnitz, seinem Sommersitz im Reg.-Bez. Köslin gelegen, sowie Worienen mit Glomsienen (Ostpreußen) ernannt.
Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel). 1941. Jg. 91, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 128.
↑Otto Hausburg (Hrsg.): Amtlicher Bericht über die 24. Versammlung deutscher Land- und Forstwirthe zu Königsberg vom 23. bis 29. August 1863. Universitäts-Buch-und Steindruckerei E. J. Dalkowski, Königsberg 1864, S. 19.
↑Irmgard Gegner-Sünkler: Worienen - Woryny. Chronik eines Ortes in Natangen. BoD, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7504-3167-6, S. 224.
↑Siegfried Schindelmeiser: Die Albertina und ihre Studenten 1544 bis WS 1850/51 und Die Geschichte des Corps Baltia II zu Königsberg i. Pr. (1970–1985). Erstmals vollständige, bebilderte und kommentierte Neuausgabe in zwei Bänden mit einem Anhang und zwei Registern, Hrsg. R. Döhler und G. v. Klitzing, München 2010, ISBN 978-3-00-028704-6.
↑Bernhard Mann u. a. (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3; Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 140.
↑Zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6; Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 160–163.
↑Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage, Carl Heymanns Verlag, Berlin 1904, S. 23.
↑Carl-Wilhelm Reibel: Handbuch der Reichstagswahlen 1890–1918. Bündnisse, Ergebnisse, Kandidaten. In: Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 15, Halbband 1, Droste, Düsseldorf 2007, S. 110–113. ISBN 978-3-7700-5284-4.
↑Leuchs Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewebetreibenden, Gutsbesitzer etc. etc. Band 11: Ostpreußen. 11. Ausgabe 1913, Selbstverlag, Nürnberg 1913, S. 141a.
↑Adolf Arndt:Allgemeines Berggesetz für die Preußischen Staaten. 5., verb. u. verm. Auflage. Pfeffer, Leipzig 1907, S.284 (mpg.de[abgerufen am 13.Februar 2018]).