Li Liqun

Li Liqun (chinesisch 李立群; * 28. November 1959; † 23. Juli 2021), bekannt unter dem Pseudonym Li Huizi (李悔之), war ein chinesischer Schriftsteller, Blogger und politischer Kommentator. Er begann 2008 auf chinesischsprachigen Plattformen wie Boxun, Phoenix und Sohu zu veröffentlichen und zählte zeitweise zu den meistgelesenen Autoren dort. Im Jahr 2021 wurde er posthum von der Internationalen Verleger-Union mit einem Sonderpreis des Prix Voltaire geehrt.

Leben

Li wurde 1959 in der Provinz Guangdong geboren. Er lebte in Huizhou. Während des 19. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas im Jahr 2017 wurde er als Ziel der „Stabilitätsaufrechterhaltung“ (维稳) eingestuft. In der Folge wurden sein Telefon überwacht und seine Bewegungen gegenüber Sicherheitsbehörden registriert. Er schilderte, dass Anträge auf Beendigung der Überwachung trotz seiner Erkrankung wiederholt abgelehnt wurden. Im März 2020 erlitt er eine Gehirnblutung, die zu erheblichen körperlichen Einschränkungen führte. Am 23. Juli 2021 nahm er sich das Leben, nachdem er einen Abschiedsbrief verbreitet hatte. Sein Tod wird mit anhaltender Repression gegen kritische Autoren und öffentliche Intellektuelle in der Volksrepublik China in Verbindung gebracht.

Wirken

In seinen im Netz veröffentlichten Texten setzte sich Li wiederholt für „Fairness und Gerechtigkeit“ sowie politische Reformen ein. Zwischen 2009 und 2011 führte Boxun ihn drei Jahre in Folge unter den hundert einflussreichsten öffentlichen Intellektuellen in China. Nach Eingriffen der Zensur in chinesische Blog- und Nachrichtenplattformen ab 2012 gingen viele seiner Beiträge dort verloren oder wurden blockiert. Im selben Jahr wurde er Mitglied des Independent Chinese PEN Center, das weiterhin Texte von ihm dokumentierte und ihn in seine Tätigkeiten einband. Im Jahr 2015 nahm er an der „Taipei Writers Week“ teil. 2020 veröffentlichte er den Essay Meine Sicht auf Leben und Tod und nahm seine Veröffentlichungstätigkeit wieder auf. Im Rahmen des Prix Voltaire 2021 vergab die Internationale Verleger-Union einen Sonderpreis an Li. Die Auszeichnung würdigte seinen Einsatz für freie Meinungsäußerung und das Recht auf freies Publizieren.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 独立中文笔会发布悼念李悔之先生辞世讣告. In: chinesepen.org. 24. Juli 2021, abgerufen am 7. März 2026 (chinesisch).
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 China: Dissident writer and PEN member takes own life because of persecution by PRC government. In: PEN International. 28. Juli 2021, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  3. ↑ Dar Al Jadeed Publishing House announced as 2021 Prix Voltaire laureate. In: International Publishers Association. 22. November 2021, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  4. ↑ 身患重疾仍遭监控 时评人李悔之服毒身亡. In: Radio Free Asia. 23. Juli 2021, abgerufen am 7. März 2026 (chinesisch).
  5. ↑ 李悔之:我的遗书. In: chinesepen.org. 23. Juli 2021, abgerufen am 7. März 2026 (chinesisch).
  6. ↑ 內地異見人士李悔之服毒自殺留遺書 不滿當下稱毫無希望. In: hk01.com. 26. Juli 2021, abgerufen am 7. März 2026 (chinesisch).
  7. ↑ Li Liqun. In: PEN America. Abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  8. ↑ „Ihr Mut ist eine Inspiration“. In: Börsenblatt. 23. November 2021, abgerufen am 7. März 2026.
  9. ↑ Lebanese Publisher Dar Al Jadeed Wins 2021 IPA Prix Voltaire. In: Publishers Weekly. 23. November 2021, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
  10. ↑ Lebanon’s Dar Al Jadeed Wins IPA’s 2021 Prix Voltaire. In: Publishing Perspectives. 22. November 2021, abgerufen am 7. März 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Li, Liqun
ALTERNATIVNAMEN Li, Huizi (Pseudonym)
KURZBESCHREIBUNG chinesischer Schriftsteller, Blogger und politischer Kommentator
GEBURTSDATUM 28. November 1959
STERBEDATUM 23. Juli 2021