Libyně

Libyně
Libyně (Tschechien)
Libyně (Tschechien)
Basisdaten
Staat: Tschechien Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Louny
Gemeinde: Lubenec
Fläche: 416 ha
Geographische Lage: 50° 9′ N, 13° 19′ OKoordinaten: 50° 8′ 45″ N, 13° 18′ 49″ O
Höhe: 385 m n.m.
Einwohner: 23 (2021)
Postleitzahl: 439 83

Libyně (deutsch: Libin) ist ein Dorf und Ortsteil der Gemeinde Lubenec (Lubenz) im Okres Louny in der Tschechischen Republik.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1356. Um 1790 wurde der Sitz der jüdischen Gemeinde von Drahenz (Drahonice) nach Libin verlegt und zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Sammlung für den Bau eines Tempels durchführt. Graf Lazansky, der damalige Besitzer der Herrschaft, schenkte der Gemeinde den Bauplatz und die Steine für den Neubau, der im Jahr 1830 begonnen und 1832 fertiggestellt wurde. Das Gebäude entsprach den josefinischen Bauten des 18. Jahrhunderts mit einer barockartige Wölbung im Innern mit großen, hochgelegenen Fenstern, starken Mauern und einer von Steinsäulen getragene Frauengalerie. Doch bereits 1848 verließen viele Juden den Ort, um sich in Lubenz anzusiedeln, so dass Linin für das jüdische Leben an Bedeutung verlor. Der Tempel wurde 1925 aufgelassen.

Bevölkerung

Bei einer Volkszählung im Jahr 1921 lebten in Libin 224 Menschen. Davon waren zehn Tschechoslowaken, 212 Deutsche und zwei Ausländer. Abgesehen von zehn Juden und einem Mitglied einer unbekannten Kirche war das Dorf römisch-katholisch.

Entwicklung der Einwohner- und Häuserzahl zwischen 1869 und 2011
18691880189019001910192119301950196119701980199120012011
Bewohner 4213823362992792592581281096372403946
Häuser 6772656563606128.2015192116
Die Daten umfassen auch Daten aus der Siedlung Krásná Údolí. Die Anzahl der Häuser aus dem Jahr 1961 ist in der Gesamtzahl der Häuser in der Gemeinde Lubenec enthalten.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten

Commons: Libyně – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Leo Polesie: Geschichte der Juden in Libin-Lubenz. In: Die Juden und Judengemeinden Böhmens in Vergangenheit und Gegenwart. Band 1, Jüdischer Buch- und Kunstverlag, Brünn / Prag 1934, S. 370–371 (landesbibliothek.at).
  2. ↑ Český statistický úřad (Hrsg.): Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005 (1. díl). Prag 2006, ISBN 80-250-1310-3, S. 398, 399.
  3. ↑ Český statistický úřad (Hrsg.): Statistický lexikon obcí České republiky 2013. Prag 2013, ISBN 978-80-250-2394-5, S. 305.