Lichtwarkschule

Lichtwarkschule
Gründung 1914
Schließung 1937
Ort Hamburg-Winterhude
Land Hamburg
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 35′ 33″ N, 10° 0′ 40″ OKoordinaten: 53° 35′ 33″ N, 10° 0′ 40″ O

Die Lichtwarkschule war eine 1914 gegründete reformpädagogische Schule in Hamburg-Winterhude. Sie wurde nach Plänen Fritz Schumachers errichtet. Zwischen 1920 und 1937 war sie nach Alfred Lichtwark benannt, einem der Begründer der Museumspädagogik und der Kunsterziehungsbewegung sowie erstem Direktor der Hamburger Kunsthalle. Im Zuge nationalsozialistischer Gleichschaltung wurde das Profil der Schule nach 1933 schrittweise verändert, bis diese 1937 endgültig von der Landesunterrichtsbehörde aufgelöst und mit dem Heinrich-Hertz-Realgymnasium zur Oberschule am Stadtpark für Jungen zusammengelegt wurde. Heute befindet sich in dem Schulgebäude die Heinrich-Hertz-Schule.

Lichtwarkschule (1929)
Heinrich-Hertz-Schule, Grasweg 72

Pädagogik und Schulprofil

Die Lichtwarkschule ging aus der 1914 gegründeten Realschule in Winterhude hervor. Die Idee zu ihr entstand in der Folge des Weimarer Schulkompromisses, der dem Gedanken an eine Einheitsschule zwar eine Absage erteilte, dennoch aber die Einrichtung von Versuchsschulen erlaubte.

Ein Kreis von Pädagogen an der Winterhuder Realschule, dem Erich Jänisch, Georg Jäger, Peter Petersen, Rudolf Kappe und Gustav Heine angehörten, erbat im März 1920 von der Hamburger Oberschulbehörde die Möglichkeit, „auf einen neuen Typ der höheren Schule hinzuarbeiten“. Der Hamburger Senat stimmte dem Vorhaben zu und bestätigte im Februar 1921, dass die neue Oberschule den von Lehrern und Eltern gewünschten Namen Lichtwarkschule tragen dürfe. Haubfleisch zählt die Lichtwarkschule neben der von Fritz Karsen initiierten Karl-Marx-Schule in Berlin-Neukölln und der von Wilhelm Blume gegründeten Schulfarm Insel Scharfenberg zu den „wichtigsten und interessantesten (höheren) öffentlichen Versuchsschulen der Weimarer Republik“.

Als Versuchsschule war die Lichtwarkschule nicht an Lehrpläne gebunden, durfte Schüler außerhalb des eigentlichen Schulbezirks aufnehmen und konnte über die Zusammensetzung ihres Kollegiums selber entscheiden. Der Schulleiter wurde vom Kollegium gewählt. Doch der reformpädagogische Eifer scheint auch seine Schattenseiten gehabt zu haben, wie unter anderem die Erinnerungen von Fritz C. Neumann zeigen, der sich im Herbst 1922, mitten in seiner Referendarzeit, auf eigenen Wunsch an die Lichtwarkschule versetzen ließ: „Niemand gab der ganzen Schule Form und Richtung. Jeder Sekundarlehrer an einer der Hamburger Sekundarschulen, der etwas Neues ausprobieren wollte, konnte sich den Mitarbeitern der Lichtwarkschule anschließen, und das taten sie auch. So wurde sie zu einem Sammelbecken verschiedener Ideen und Trends.“ Und auch der Kursunterricht als Gegenmodell zum klassischen Klassenunterricht wurde schnell wieder abgeschafft, wie Georg Jäger schon im Mai 1923 bei einem Besuch der Schulfarm Insel Scharfenberg seinen dortigen Kollegen zu deren Verwunderung erläuterte: „Dr. Jäger erzählte von seinen Erfahrungen, und wir schilderten ihm unsere gegenwärtige Unterrichtslage. Überrascht waren wir zu hören, daß die Kurse dort so gut wie aufgegeben sind, nur noch ein prinzipiell geändertes Dasein im fakultativen Zusatzstunden führen; als Begründung führte der Gast an, die Kurseinteilung habe zu einer Auflösung der Gemeinschaft geführt; über der Spezialisierung sei das Gemeinsame verloren gegangen und das, was man im guten Sinne Klassengeist nenne, ganz verflüchtigt. Bei uns ist das nicht zu befürchten, da man sonst den ganzen Tag gemeinsam verlebt; die Lichtwarkschule ist eine Tagesschule. Ferner gibt die Kulturwoche mit ihren 30 gemeinsamen Stunden dem Gemeinsamkeitsgefühl das nötige Übergewicht auch in unterrichtl. Beziehung. Es scheinen dort in Hamburg außerdem noch andere Gründe mitgesprochen zu haben, ein sachliches Erlahmen. Wir sehen das Problem weit optimistischer an als Dr. Jäger. Zum mindesten sind der Mathematik- und der Deutschkurs auf dem Wege zum uns vorschwebenden Ideal. Die Kurse aufgeben, hieße Scharfenberg einen Lebensnerv abschneiden! Dr. Jäger blieb noch bis zum Spätnachmittag bei uns; der gegenseitige Gedankenaustausch war sehr fördernd.“

Das passt zu der Feststellung Füssls, der die Zeit nach Peter Petersens Berufung an die Friedrich-Schiller-Universität Jena als eine Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung beschreibt: „Seit dem raschen Weggang PETER PETERSENS nach Jena 1923 verfügte die Schule über keine Leitfigur mehr, die eine Richtung für die Ausgestaltung des Versuchs hätte weisen können. Sie entwickelte sich zum Sammelbecken unterschiedlichster Reformansätze und zum Konfliktfeld, aber auch zum Modell für die Definition und Spannweite reformpädagogischer Möglichkeiten. In der Praxis kehrte sie sogar zum System des Klassenunterrichts zurück.“ In dieser Situation ergriff eine Gruppe junger Lehrer die Initiative.

„Wir, d. h. einige junge ‚Kandidaten‘ – Lehrer im Vorbereitungsdienst –, die 1922 und 1923 an die Schule kamen, spürten, dass es zu einer Stagnation kam und dass etwas getan werden musste, um die Schule wiederzubeleben. Also haben wir eine Art Revolution gestartet. ‚Wir‘ waren hauptsächlich drei, Walter Teich, der im Grunde ein Dichter war, ein gewisser Herr Schnell – der seine Karriere später auf eine sehr sensationelle und lustige Weise beendete – und ich selbst. Wir entschieden, dass die unglückliche Situation darauf zurückzuführen war, dass die Schule keine gemeinsame Philosophie und kein gemeinsames Grundverständnis hatte. Jeder zog in eine andere Richtung. Also beschlossen wir, alle von uns geschätzten älteren Männer zu versammeln – es gab sehr viele – und führten Treffen in Privathäusern durch, um ein solches gemeinsames Grundverständnis auszuarbeiten und zu vereinbaren. Unsere Gruppe hat diese Entscheidungen dann in den Mitarbeiterversammlungen durch eine Blockabstimmung umgesetzt. Eine Weile lief alles gut, aber dann brach unsere gemeinsame Front zusammen. Wir Jungen wollten etwas Sozialismus in unsere gemeinsame Plattform bringen, aber das mitzumachen, weigerte sich die Mehrheit. Demokratie war als Grundidee in Ordnung, aber nicht Sozialismus.“

Heinrich Landahl wurde zum Gegenspieler von Neumann und seinen Freunden. Das sozialistische Experiment wurde beendet, Georg Jäger musste als Schulleiter zurücktreten und wurde durch Fritz Wiesner ersetzt, „der konsequent eine Pädagogik vom Kinde aus vertrat, aber die offene Politisierung ablehnte“. Die Verabschiedung eines verbindlichen Leitbildes für die Schule unterblieb und jeder konnte weiterhin seine eigenen Ziele verfolgen. Noch mehr als zuvor aber, so Neumann, wurde die Schule zu einer Ansammlung hoch interessierter und befähigter Pädagogen, und es gab curriculare Weiterentwicklungen:

Arbeiter-Abiturientenkurs

Die Lichtwarkschule verfolgte einen egalitären Ansatz und wollte offen für Kinder aus allen sozialen Schichten sein. Nach Ursel Hochmuth betrug „der Anteil der Schüler aus Arbeiterfamilien […] im Durchschnitt fast 11 %“. Prägend für das schulische Milieu scheinen sie nicht gewesen zu sein, wie Hermann E. Hinderks bemerkte:

„An dieser in mehr als einer Hinsicht ›exklusiven‹ Schule … (bot sich) das schöne Bild allgemeiner höherer Lebensqualitäten, die wir gleichfalls hier in den eigentlichen Lichtwarkschülern überall vor Augen hatten. Kam doch die große Mehrzahl von ihnen aus dem Milieu einer im ganzen recht gehobenen Bürgerlichkeit, deren Kultiviertheit uns fremd und ebenfalls unzugänglich war wie jene Möglichkeiten größerer seelischer Expansion. Der eine oder andere von uns AK-Leuten hat dann zuweilen auch an den Widersprüchen zwischen eigenwillig-stolzem Selbst- und Klassebewußtsein … und den konträren Neigungen zu den extravaganten Lebensformen und Ansprüchen einer vorwiegend doch elitären Schülerschaft laboriert.“

Die Sicht, aus der Hinderks hier resümiert, ist die der Arbeiter-Abiturienten („AK-Leuten“). „Das war eine Gruppe von jungen Arbeitern – alle Jungen –, die nach mehrjähriger Arbeit in diesen Kurs aufgenommen wurden, um so geschult zu werden, dass sie nach einigen Jahren die Hochschulaufnahmeprüfung ablegen konnten. Die Idee war, einen Stamm von Söhnen der Arbeiterklasse und der Sozialdemokraten zu schaffen, die für wichtige Positionen im Staat zur Verfügung stehen würden, was dringend notwendig war, da die Weimarer Republik zu ihrem großen Unglück die alte reaktionäre Bürokratie der Kaiserzeit übernommen hatte. Und diese Männer sabotierten die Demokratie, wo immer sie konnten und auch sehr erfolgreich.“

Auch hiermit beschritt die Lichtwarkschule einen Weg, den auch die Karl-Marx-Schule in Berlin mit ihren Berliner Arbeiter-Abiturientenkursen zu einem wichtigen Bestandteil ihres Lernangebots gemacht hatte. Wann die Lichtwarkschule damit anfing, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Hochmuth datiert den ersten Kurs auf das Jahr 1927, während Neumann erwähnt, auch der „heutige Hamburger Oberbürgermeister ist ein ehemaliger Absolvent dieses Arbeiterkurses“. Zur Zeit der Abfassung von Neumanns Manuskript war Paul Nevermann Hamburger Oberbürgermeister. Der hatte allerdings bereits ab 1923 einen Arbeiter-Abiturientenkurs besucht und diesen erfolgreich im Jahr 1926 beendet.

Zeit des Nationalsozialismus, Ende der Lichtwarkschule

Vermutlich 1932 tauchte erstmals das auf die Lichtwarkschule gemünzte Schimpfwort vom „roten Mistbeet am Stadtpark“ auf. Doch auch vorher schon stand die Schule unter Beschuss – auch seitens der Behörden, wie Fritz C. Neumann und andere am eigenen Leib erfahren mussten. „Nach dem nationalsozialistischen Wahlsieg von 1930 beschloss die Hamburger Schulbehörde, die Lichtwarkschule von kommunistischen Lehrern zu reinigen. Drei von uns (Kappe, Lewalter und ich) wurden an andere Schulen versetzt, wo wir völlig isoliert voneinander sein würden. Sobald meine Klasse ihre Abschlussprüfung im Herbst 1930 abgeschlossen hatte, wurde ich auf die Oberrealschule am Kaiser Friedrich Ufer versetzt, eine reguläre Sekundarschule des gleichen Typs wie die, die ich selbst als Junge besucht hatte.“

Die Machtergreifung der Nationalsozialisten leitete dann das Ende der Lichtwarkschule ein. Im Mai 1933 musste Gustav Heine als erster Lehrer die Schule verlassen; er wurde von Polizisten während des laufenden Unterrichts festgenommen. Ihm folgten unter anderem Willy Denecke und Ernst Loewenberg. Damit einher ging „die starke Einwirkung der gleichgeschalteten Schulbehörde auf Schulleitung, Kollegium und Schülerschaft“. Heinrich Landahl, der als Schulleiter und Politiker einen Anpassungskurs gegenüber den Nationalsozialisten verfolgte, wurde gleichwohl nach den Sommerferien 1933 als Schulleiter abgesetzt und durch das NSDAP-Mitglied Erwin Zindler ersetzt. Dessen Stellvertreter wurde der spätere Oberstleutnant und Mörder Berthold Ohm. Die neue Schulleitung betrieb die „Erziehung zur Deutschheit“, Kulturkunde wurde abgeschafft und der alte Fächerkanon wieder zum Leben erweckt, die Gemeinschaft zwischen Lehrern und Schülern sollte aufgebrochen werden. „Dieser Gleichschaltungsprozeß, das Vordringen der faschistischen Ideologie im Kollegium und unter den Schülern, vollzog sich nicht ohne Widerspruch von seiten des Stamms der Lichtwarkschulgemeinde. Der alten Tradition verbundene Lehrer und Schüler, die die vor sich gehenden Veränderungen bewußt erlebten, lernten sich auf die neue Situation einzustellen; im Schulhaus wurden die Verweigerung, die Ironie. das Wörtlich-Nehmen, die Übertreibung zu Mitteln ihrer Abwehrgefechte.“ Und 1935 gehörten immerhin zwei Drittel der Lichtwarkschüler – anders als Helmut Schmidt – noch nicht der Hitlerjugend an. Innerhalb des Lehrkörpers riefen die „erzwungene Anpassung der liberalen Versuchsschule an die Dogmen und Mythen der NSDAP und der gleichzeitige Wegfall der Rechtsgrundsåtze, die bis dahin das Dasein der Beamten gesichert hatten, […] sehr verschiedene Reaktionen hervor“. Das Spektrum dieser Reaktionen umriss Hans Liebschütz so: „Auf der einen Seite gab es einzelne ›Bekehrte‹, die ihre bisherige Arbeit und Stellungnahme in der Schule als ein Auf-dem-Wege-Sein zu den Forderungen von 1933 aufzufassen begannen. Auf dem anderen Flügel stand eine Kollegin, die dem nationalsozialistischen Schulleiter gegenüber das harmlose junge Mädchen spielte, um in der Klasse die ihr eigene Lehrweise ganz ungebrochen und im ausgesprochenen Gegensatz zu der herrschenden Richtung fortsetzen zu können.“ Doch unterm Strich, so Hochmuth, „hatte sich das Kräfteverhältnis in der Lehrerschaft eindeutig nach rechts verschoben“.

Ende 1936 beschloss die Schulbehörde, die Lichtwarkschule aufzulösen. Nachdem die Koedukation aufgehoben worden war und die Mädchen sich an anderen Oberschulen anmelden mussten, wurde die Lichtwarkschule an Ostern 1937 mit der ehemaligen Heinrich-Hertz-Schule zur Oberschule am Stadtpark, der heutigen Heinrich-Hertz-Schule, vereint.

Lehrer

Schüler

Regelschulbetrieb

Arbeiter-Abiturientenkurs und Abendoberschule

Schulgebäude und Kunstwerke

Das Schulgebäude Am Grasweg wurde nach Plänen Fritz Schumachers, eines Mitbegründers des Deutschen Werkbundes und Förderers der neuzeitlichen Backsteinbauweise in Norddeutschland, errichtet. Die Planungen begannen bereits 1910, der Bau konnte aber erst im April 1925 bezogen werden. Das Gebäude war auch architektonisch als Gegensatz zur nahegelegenen traditionsbewussten Gelehrtenschule des Johanneums geplant. Es wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und beim Wiederaufbau vor allem im Dachbereich verändert.

Eine Orgel des Schriftstellers und Orgelbauers Hans Henny Jahnn wurde 1931 von Karl Kemper gebaut und 1991 von Orgelbaumeister G. Christian Lobback restauriert.

Literatur

Commons: Lichtwarkschule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Ursel Hochmuth: Lichtwarkschule/Lichtwarkschüler: »Hitler führt ins Verderben – Grüßt nicht!«
    1. ↑ S. 84
    2. 1 2 3 4 S. 85
    3. ↑ Hermann E. Hinderks, zitiert auf S. 85.
    4. 1 2 3 4 S. 86.
    5. ↑ S. 87–88.
    6. ↑ S. 89.
    7. 1 2 S. 90.
    8. ↑ Zitat von Hans Liebschütz, S. 90. Mit der das „harmlose junge Mädchen“ spielenden Kollegin ist Erna Stahl gemeint.
    9. ↑ S. 93.
    10. ↑ S. 86. Von ihm stammt vermutlich die Publikation Von der Großstadt in das Dorf und zurück: [Erinnerungen des Lehrers Willy Denecke an die Kinderlandverschickung], herausgegeben von Wilhelm Maybaum, Selbstverlag, Hamburg 1998.
    11. 1 2 3 S. 84.
    12. ↑ S. 87–88. Nähere Informationen über ihn sind rar. Möglicherweise ist er der Co-Herausgeber eines einschlägigen Nachschlagewerks: Berthold Ohm und Alfred Philipp (Hg.): Anschriftenverzeichnis der Alten Herren der Deutschen Landsmannschaft, Teil 1, Hamburg, 1932. Ein „Oberstleutnant Berthold Ohm“ gilt auch als einer der Haupttäter in der Penzberger Mordnacht, wobei ungewiss ist, ob dieser mit dem Hamburger Lehrer identisch ist.
    13. ↑ S. 90
    14. ↑ S. 90 & Dr. Walter Teich in der Deutschen Digitalen Bibliothek (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive)
    15. 1 2 S. 98.
    16. 1 2 S. 92.
    17. ↑ S. 94 & Ilse Grumm in Biografien-Datenbank: Frauen aus Hamburg
    18. ↑ S. 98
    19. 1 2 S. 97
    20. ↑ S. 98, Stolperstein in Hamburg für Rolf William Levisohn und Hamburger Bildungsserver: Rolfs Schulzeit.
    21. ↑ S. 91
    22. ↑ S. 92
    23. ↑ S. 86
    24. ↑ S. 97.
  2. ↑ Dietmar Haubfleisch: Die Schulfarm Insel Scharfenberg (Berlin) und ihre vielfältigen Vernetzungen mit Personen und Institutionen der Reformpädagogik der Weimarer Republik. Einige Beispiele und Funktionen
  3. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 112. „No one gave shape and direction to the whole school. Every secondary teacher in any one of the secondary Hamburg schools who wanted to try something new could join the staff of the Lichtwarkschule, and they did. So it became a hodgepodge of different ideas and trends.“
  4. ↑ Wilhelm Blume, zitiert nach: Dietmar Haubfleisch: Die Schulfarm Insel Scharfenberg (Berlin) und ihre vielfältigen Vernetzungen mit Personen und Institutionen der Reformpädagogik der Weimarer Republik. Einige Beispiele und Funktionen
  5. 1 2 Karl-Heinz Füssl: Fritz C. Neumann (1897–1976), S. 231
  6. 1 2 Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 113. „We, i.e., some young „Kandidaten“ – teachers in preparatory service – who came to the school in 1922 and 1923 felt that there was stagnation and that something had to be done to revitalize the school. So we started e kind of revolution. “We” were mainIy three, Walter Teich who was basicaliy a poet, a certain Mr. Schnell – who later ended his career in a very sensational and funny fashion – and myself. We decided that the misfortune of the situation was due to the fact that the school had no common philosophy and no basic common creed. Everybody was pulling in a different direction. So we decided to gather all the older men whom we appreciated – there were e great many – and led meetings in private homes trying to work out and to agree on such a common creed. Our group then carried these decisions through in staff meetings by voting en bloc. All went well for a while but then our common front broke up. We young ones wanted to put some Socialism into our common platform but with this the majority refused to go along. Democracy was allright as a basic idea but not socialism.“
  7. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 114
  8. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 116. „Another interesting feature was added to the school by the creation of the „Arbeiterkurs“ (Workers' Course). This was a group of young workers – all boys – who, after working for several years, were enrolled in this course to be trained in such a way that after several years they could pass the university entrance examination. The idea was to create e body of sons of the working class and Social Democrats who would be available for important positions in the state, something sorely needed since the Weimar Republic, to its great misfortune, took over the old reactionary bureaucracy of the Kaiser' days lockstock and barrel. And these men sabotaged democracy wherever they could and very successfully too.“
  9. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary. S. 131. After the Nazi electoral success of 1930 the Hamburg Ministry of Education decided to purge the Lichtwarkschule of communistíc teachers. Three of us (Kappe, Lewalter and I) were transferred to other schools where we would be utterly isolated from each other. As soon as my class had completed their final examination in the fall of 1930 I was transfarred to the Oberrealschule am Kaiser Friedrich Ufer, an ordinary secondary school of the same type as the one I had attended myself as a boy.
  10. ↑ Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, SPIEGEL GESCHICHTE 7/2015, 19. November 2015
  11. ↑ Barbara Kersken: Max und Gertrud Bondy in Marienau. Die Geschichte einer verdrängten Pädagogik, Dahlem-Marienau, 2012 (Selbstverlag)
  12. ↑ Obligo einmal anders: Jan Darboven und Hans Wolfgang Donandt erzählen aus ihrer Kindheit in Marienau (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive), Marienauer Nachrichten Nr. 54, Juli 2012
  13. ↑ Barbara Kersken: Max und Gertrud Bondy in Marienau, S. 60
  14. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 119. „Lewalter’s friend and the other Communist in the early twenties was Gustav Heine. He had the great advantage over his comrades, that he had been in the Soviet Union; he had worked for a year in the Ukrainian ministry of education in Kiev. When he came back, he gave many lectures on the U.S.S.R. In these he stressed especially the friendship of the Soviets for Germany and their full support of Germany during the time of the Ruhr occupation.
    As e teacher he was an expert as an English teacher. He spoke excellent English and did miracles in teaching it.
    Though he had long ago given up any political activity the Nazis dismissed him in 1934. He first went to England and then to Brazil where his wife had been born and where her family lived. He taught there in a German school in Sao Paolo during the second war. After 1945 he returned to Germany during the hunger years and taught again in the Hamburg school system – even after retirement age. Lately he has become the director of an Instituto Alemano in Portugal.“
  15. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 113. „Jaeger was lacktadaisical, one might also have called him outright lazy. He was a gourmet and a sybarite and a great lover of the arts, with excellent taste. I remember that he imported his own tea from Ceylon. He gave no direction to the school and allowed things to glide along.“
  16. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 117–118. „Rudolf Kappe […] was harh in his manners, authoritarian, sarcastic and so biting in his remarks that the students from the workers’ course called him ‘Himmelstoss’, the very unlovely corporal of the Prussian type of ugly fame from Remarque’s famous novel ‘All Quiet on the Western Front’. He was so fascinated by his topics that he said he forgot completely the students in front of him. His philosophy was a queer mixture of Romanticism – he admired the Middle Ages for their economic system with corporate institutions and especially for their grandiose church architecture. He was originally a Social Democrat but, disappointed by their spineless behaviour, he moved closer and closer to the Communists. In the end he became a fullfledged Marxist. He had a wonderful knowledge of architecture and my wife and I had a marvellous experience when we travelled with him and his students on a church study trip to western and southern Germany.
    His personal manners and ways were so outspoken, sharp and almost brutal that he almost had a genius for making enemies. However, he was my special friend and as a teacher I learned much from him. He died early through an air attack in Alsace towards the end of the Second World War.“
  17. ↑ Peter Slade: Open Friendship in a Closed Society. Mission Mississippi and a Theology of Friendship; als Bcuh: Oxford University Press, New York, 2009, ISBN 978-0-19-537262-5, S. 9–10. „The new government disbanded the Lichtwark School, known to be full of social democrats. Herbert Moltmann moved to another school, but wishing to be free from Nazi Party control, he joined the Army reserve in 1936. Personal experience reinforced Herbert Moltmann’s dislike of the Nazis.“
  18. ↑ Frau Hü und das Vögelchen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. Dort werden auch weitere Märchenspiele von Edgar Schnell angezeigt.
  19. ↑ Reinhold Ahr: Ein Brief von Ernst Wiechert –und seine Folgen
  20. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 113. Neumann nennt ihn dort allerdings Franz Wiesner und – wie das nachfolgende Zitat zeigt – auch Karl Wiesner. Karl-Heinz Füssl wiederum benutzt nur den Namen Fritz Wiesner.
  21. ↑ Fritz C. Neumann: Memoirs of a contemporary, S. 117. „Karl Wiesner was entirely a man of ‚educator-as-gardener‘ philosophy. With him the teacher should never try to implant his own views and ideas into the students’ minds; present all sides, let them discuss and then choose themselves or wait for a later decision. He was, however, a very strong personality and a born educator. He insisted that his students call him by his first name and ‚Du‘. (I also adopted this practice with my group). He was somewhat ‚eifersuechtig‘ (jealous) and there was something of a primadonna about him.“
  22. ↑ Loki Schmidt im Gespräch mit Reiner Lehberger
  23. 1 2 3 4 5 6 7 Mitglied der Weißen Rose Hamburg
  24. ↑ Dietmar Sedlaczek: Biographische Skizze: Walter Flesch (1913-1992). (PDF; 268 kB) In: bredelgesellschaft.de. Willi-Bredel-Gesellschaft Geschichtswerkstatt e. V., 1997, abgerufen am 15. Juli 2025.
  25. ↑ Im Internet sind zahlreiche Hinweise auf seine Tätigkeit zu finden, jedoch keine relevanten biographischen Daten.
  26. ↑ Sie sind wahrscheinlich keine Nachkommen von Kurt Heilbut, da dessen Familie während der Nazi-Zeit in oder nahe Dresden lebte. Allerdings hatte auch Kurt Heilbut außer seinem Sohn Peter Heilbut noch einen Sohn, Hellfried, der, wie Heinz Heilbut, nach England entkommen konnte. (Heike Haarhof in der taz über Peter Heilbut: Teil 1 und Teil 2; zu den beiden Lichtwarkschülern: Ursel Hochmuth: Lichtwarkschule/Lichtwarkschüler: »Hitler führt ins Verderben – Grüßt nicht!«, S. 92)
  27. ↑ Erna Hochfeld in der Datenbank der Gedenkstätte Kazern Dossin und Familie Hochfeld-Dankowitz auf der Transportliste des 14. Transports vom 13. Oktober 1942
  28. ↑ Aus den Sammlungen des Jüdischen Museums Berlin: Foto von Josef Hochfeld kurz nach der Entlassung aus dem KZ Sachsenhausen
  29. ↑ Traueranzeige für Hanna Hochfeld. Zu deren familiärem Hintergrund siehe: Hamburger Stolperstein für DR. JOSEPH NORDEN
  30. ↑ Oral history interview with Josef Hochfeld, ca. 90-minütiges Interview vom 2. Dezember 1988 in englischer Sprache
  31. ↑ siehe: Quäkerschule Eerde#Allgemeine Schülerbiografien
  32. ↑ Zur Erinnerung an verfolgte Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten: Hans Prawitt. Siehe auch: Stolperstein in Hamburg für Hans Prawitt.
  33. ↑ Peter Renyi, Der Spiegel 39/1980, 22. November 1980.
  34. ↑ Ursel Hochmuth: Lichtwarkschule/Lichtwarkschüler: »Hitler führt ins Verderben – Grüßt nicht!«, S. 93. Vermutlich handelt es sich bei ihm um den Architekten Karlheinz Rebstock, der in den 1960er Jahren an der Neugestaltung des Ehrenhains Hamburger Widerstandskämpfer beteiligt war. (Friedhof Ohlsdorf, Ehrenhain Hamburger Widerstandskämpfer (Memento vom 25. Januar 2020 im Internet Archive))
  35. ↑ Mahnmal für die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung
  36. ↑ Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1083–1084.
  37. ↑ Helga Kutz-Bauer/Holger Martens: Verfolgung als politische Erfahrung, S. 65
  38. ↑ Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz: On the Roof of Himmler's Guesthouse & Klaus Hillenbrand: Der Amerikaner in der Wannsee-Villa, taz, 23. Juni 2025
  39. ↑ Ursel Hochmuth, Gertrud Meyer: Streiflichter aus dem Hamburger Widerstand 1933–1945, S. 159
  40. ↑ Hermann Hinderks (b.1907) (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2026. Suche im Internet Archive) & Hitler’s Black Book – information for Hermann Hinderks. Christian Geissler verweist in seinem Buch WIRD ZEIT, DASS WIR LEBEN. Geschichte einer exemplarischen Aktion (Memento vom 9. Februar 2019 im Internet Archive) auf die Brüder Hermann Ernst und Walter Hinderks sowie deren Wiedergutmachungsakten im Staatsarchiv Hamburg. Siehe auch: Ermann E. Hinderks auf der Sonderfahndungsliste G.B.