Liderung

Liderung ist eine Art der Dichtung, insbesondere an Kolben von Hydraulikmaschinen und zur Abdichtung des Ladungsraums von Hinterladergeschützen mit Keilverschluss.

Entwicklung

Liderungsring der Waffenanlage von Rheinmetall in der Panzerhaubitze M109G

Ursprünglich waren derartige Dichtungen aus Leder und wurden im Bergbau zur Abdichtung von Pumpen verwendet. Auch in den frühen hydraulischen Pressen und in Fahrradpumpen wurden solche Dichtungen verwendet. Das Wort lidern ist dabei eine Nebenform zu ledern, etwas zu Leder machen, mit Leder bearbeiten oder mit Leder versehen.

Bei modernen Geschützen, die lose Beuteltreibladungen verwenden, kommen Liderungsringe aus Metall zum Einsatz. Diese werden in eine entsprechende Aussparung des Verschlusses oder in eine Ringnut am Bodenring des Geschützrohres eingesetzt. Beim Abschuss wird der Liderungsring durch den Gasdruck auseinandergetrieben und dichtet den Ladungsraum nach außen ab.

Der o.a. Liderungsring der M109G wurde aus dem im Zweiten Weltkrieg von Rheinmetall für die 15-cm-schwere Feldhaubitze 18 entwickelten neuartigen Liderungsring weiterentwickelt.

Bedeutung in der Waffentechnik

Weiterhin wird mit dem Begriff Liderung das Verhalten einer Patronenhülse im Patronenlager einer Feuerwaffe beschrieben. Unter dem Druck des verbrennenden Treibladungspulvers beim Schuss schmiegt sich das Material der Patronenhülse an die Wandung des Patronenlagers und gewährleistet so einen gasdichten Verschluss des Waffenlaufes am rückwärtigen Ende.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Rheinmetall: Waffentechnisches Taschenbuch, S. 312.
  2. 1 2 Herman Frobenius: Militärlexikon. Handwörterbuch der Militärwissenschaften. Verlag von Martin Oldenbourg, Berlin 1901, S. 524 (Eintrag: Liderung – Internet Archive).
  3. ↑ Lueger 1904, Eintrag: Patronenlager
  4. ↑ Wolfgang Pietzner, Waffenlehre, 1. Ausgabe: – Grundlagen der Systemlehre, Arbeiten zu Studium und Praxis im Bundesgrenzschutz, Teil 4, Seiten 61–62, Lübeck, 1998, ISBN 3-930732-32-7 (PDF)