Lídia Jorge

Lídia Jorge (2021)

Lídia Jorge (* 18. Juni 1946 in Boliqueime, Algarve) ist eine portugiesische Schriftstellerin.

Leben und Werk

Ihre Jugend verbrachte Jorge als Einzelkind bei der Mutter und anderen weiblichen Familienmitgliedern an der Algarve. Nach ihrer Schulzeit in Faro zog sie nach Lissabon und studierte an der Universität Lissabon Romanistik. Mit ihrem ersten Ehemann, einem Offizier der Luftwaffe, hielt sie sich während des Kolonialkriegs einige Jahre in Angola und danach in Mosambik auf.

Bereits ihr erster, 1980 erschienener Roman O Dia dos Prodígios („Der Tag der Wunder“) wurde zu einem Hauptwerk der neueren portugiesischen Literatur; 1988 folgte A Costa dos Murmúrios („Die Küste des Raunens“), ein Buch, das die Aufarbeitung der Vergangenheit der Kolonialerfahrung in Afrika widerspiegelt. 2011 veröffentlichte sie A Noite das Mulheres Cantoras („Die Nacht der singenden Frauen“) und im März 2014 Os Memoráveis („Die Erinnerungsstücke“).

Auszeichnungen und Preise

Lídia Jorge gewann den Preis der Stiftung Casa de Mateus, den Bordalo-Literaturpreis der Casa da Imprensa in Lissabon, den Prémio Máxima der Literatur, den PEN-Preis für Belletristik und im Jahr 2000 den Prix Jean Monnet für Europäische Literatur; 2005 wurde sie zum Chevalier des französischen Ordre des Arts et des Lettres ernannt. Mit O Vento Assobiando nas Gruas („Der Wind pfeift in den Kränen“, 2002), gewann Lídia Jorge den Großen Preis der portugiesischen Vereinigung der Schriftsteller.

2006 wurde sie zusammen mit ihrer langjährigen Übersetzerin Karin von Schweder-Schreiner für ihr Romanwerk mit dem erstmals vergebenen Albatros-Literaturpreis ausgezeichnet. Am 15. Dezember 2010 erhielt Jorge anlässlich des Erscheinens ihres Erstlingswerks O Dia dos Prodígios 30 Jahre zuvor die Ehrendoktorwürde der Universidade do Algarve, 2020 den FIL-Preis für Literatur in romanischer Sprache, er ist mit 150.000,00 US-$ dotiert. 2021 wurde ihr für Em Todos os Sentidos der Grande Prémio da Crónica e Dispersos Literários der Associação Portuguesa de Escritores/Câmara Municipal de Loulé verliehen („Großer Preis für die Chronik und literarische Verbreitung des portugiesischen Schriftstellerverbandes/Gemeinderat von Loulé“), der mit 12.000,00 € dotiert ist; 2023 wurde ihr Werk Misericordia mit dem Prix Médicis étranger ausgezeichnet, zusammen mit Impossibles adieux von Han Kang. 2026 erhielt Jorge den Prémio Pessoa.

Werke

Romane:

Kurzgeschichten:

Kinderbücher:

Essays:

Theater:

Lyrik:

Chroniken:

1995 bis 1997 erschien im Verlag Publicações Dom Quixote in Lissabon eine achtbändige Werkausgabe unter dem Titel Obras completas de Lídia Jorge.

Preise

Verfilmungen

Einige Werke von Lídia Jorge wurden verfilmt. Es folgt eine Auswahl:

Literatur

Commons: Lídia Jorge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Escritora portuguesa Lídia Jorge participa no Fórum das Letras de Ouro Preto. (Memento vom 13. März 2016 im Internet Archive) In: Portugal Digital vom 15. Oktober 2014. Abgerufen am 19. November 2014 (portugiesisch)
  2. ↑ Lebenslauf von Lidia Jorge auf der Seite von suhrkamp (PDF), abgerufen am 10. Mai 2017
  3. ↑ Mexikanischer FIL-Literaturpreis geht an Lídia Jorge. 28. August 2020, abgerufen am 28. August 2020.
  4. ↑ Notícias. In: apescritores.pt. Associação Portuguesa de Escritores, 4. Mai 2021, abgerufen am 9. Februar 2022 (portugiesisch).
  5. ↑ Maximilian Mengeringhaus: Buchkritik – „Die Stunde der Nelken“ von Lídia Jorge. (mp3-Audio; 6 MB; 6:46 Minuten) In: Deutschlandfunk-Kultur-Sendung „Studio 9“. 25. April 2025, abgerufen am 25. April 2026.
  6. ↑ Lídia Jorge erhält den Staatspreis für Europäische Literatur 2026. In: bmwkms.gv.at. 16. Juni 2026, abgerufen am 17. Juni 2026.
Personendaten
NAME Jorge, Lídia
KURZBESCHREIBUNG portugiesische Schriftstellerin
GEBURTSDATUM 18. Juni 1946
GEBURTSORT Boliqueime