Sungai Limbang

Limbang
Sungai Limbang
Daten
Lage Auf Borneo im Bundesstaat Sarawak
Flusssystem Sungai Limbang
Quelle am Bukit Batu Lawi
3° 49′ 6″ N, 115° 25′ 29″ O
Mündung nahe Pekan Limbang in die Bucht von BruneiKoordinaten: 4° 51′ 16″ N, 115° 1′ 11″ O
4° 51′ 16″ N, 115° 1′ 11″ O
Mündungshöhe 0 m

Länge 196 km
Einzugsgebiet 3680 km²
Linke Nebenflüsse Sungai Medalam
Rechte Nebenflüsse Sungai Selidong; Sungai Medamit
Mittelstädte Pekan Limbang
Kleinstädte Long Napir
Schiffbarkeit Ja

Der Sungai Limbang (auch nur Limbang) ist ein Fluss auf Borneo in Malaysia. Er verläuft nahe der Staatsgrenze zu Brunei.

Geografie

Der Fluss fließt durch den malaysischen Bundesstaat Sarawak und hat eine Länge von 211 km. Der Limbang entspringt am Bukit Batu Lawi im Zentrum Borneos und mündet im Norden der Insel in die Bucht von Brunei. Er hat ein Einzugsgebiet von 3680 km² und umspannt etwa die Fläche des Distriktes Limbang. Seine Hauptzuflüsse sind der Sungai Medalam von links und der Sungai Medamit von rechts.

In seinem Mündungsdelta bilden seine Flussarme einige Inseln. Dazu gehört unter anderem Pulau Berambang, die größte Insel Bruneis.

Geographische und historische Besonderheiten

Der malaysische Fluss auf dem Gebiet von Sarawak teilt die zwei Staatsgebiete von Brunei, einerseits westlich den Hauptteil mit der Hauptstadt Bandar Seri Begawan sowie dem Pfahldorf Kampong Ayer, und andererseits den östlich gelegenen Teil – i.w. mit Dschungel. An der Mündung des Limbang ist der Streifen Sarawaks lediglich sechs Kilometer breit, umgeben von den Staatsgebieten Bruneis.

Das uralte Pfahldorf Kampong Ayer links des Limbang war schon zu den Zeiten der Magellan-Elcano-Expedition um 1521 im Blickpunkt der Weltgeschichte, als der dort ansässige Sultan von Brunei sämtliche Küsten Borneos mit Vasallenreichen bis teils nach Manila untertan hatte. Der Bericht von Antonio Pigafetta von der ersten Weltumsegelung beschreibt Kampong Ayer an der Limbang-Mündung.

Im 19. Jahrhundert wurde das einst riesige Sultanat Brunei erheblich kleiner, als der britische Abenteurer James Brooke dem damals schwachen Sultan von Brunei half, Aufstände der Eingeborenen zu unterdrücken, und dafür mit der Herrschaft über Sarawak belehnt wurde – die weißen Rajas von Borneo.

Während früher das Bereisen der Küste mehrfachen (viermaligen) Grenzübertritt erforderte, existiert seit einigen Jahren für Brunei eine Ständerbrücke vor der Küste, die vor der Limbang-Mündung das Verlassen und Wiederbetreten von Brunei erspart – man bleibt zum Verbinden beider Teile von Brunei auf der Brücke vor der Küste.

Jegliche Grenzregionen an Borneos Küsten werden zwischen den beteiligten Staaten eifersüchtig gehütet, da Borneo rundum einträgliche Ölreserven hat. Das Leben im benachbarten Brunei ist zum Beispiel steuerfrei – wegen der Einnahmen aus den Ölbohrungen.

Der Bundesstaat Sarawak prüft zur Zeit (Stand Mitte 2026) vermittels seiner Ölgesellschaft PETROS umfangreich Explorationsmöglichkeiten nach Öl im Limbang-Mündungsbereich.

Ökologie

Es gibt derzeit Bestrebungen, im Mittellauf des Flusses Dämme anzulegen. Allerdings würden dadurch angestammte Siedlungsgebiete der indigenen Völker der Penan und der Kelabit zerstört, was zu kontroversen Diskussionen führt.

Einzelnachweise

  1. ↑ IWMI: PDF Seite 18
  2. ↑ Ministry of Natural Reserves and Environment, Malaysia: PDF (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2018. Suche im Internet Archive) Seite 74
  3. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 3. Juli 2012 im Internet Archive) Sarawak Integrated Water Resources Management Master Plan
  4. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 11. Januar 2011 im Internet Archive) Staudammprojekt gefährdet Regenwald