Linhart Tucher

Johann Friedrich Leonhard: Linhart Tucher, 1670

Linhart II. Tucher (* 10. Februar 1487 Nürnberg; † 13. März 1568 ebd.) war ein Nürnberger Ratsherr und Kaufmann.

Leben

Familie

Linhart II. war Mitglied der Familie Tucher von Simmelsdorf. Seine Eltern waren Anton II. Tucher und Anna, geborene Reich.

Am 26. Januar 1512 heiratete er in erster Ehe Magdalena († 7. Juli 1520), Tochter des Nürnberger Patriziers Ortolf III. Stromer, wobei von vier Kindern zwei Töchter das Erwachsenenalter erreichten. Aus Linharts zweiter, am 7. Oktober 1522 geschlossenen Ehe mit des Patriziers Kaspar Nützels Tochter Katharina gingen 15 Kinder hervor.

Handelsgeschäfte

Ab 1507 leitete er mit Verwandten das mit Leinwand, Seidenstoffen, Samt und anderen Tuchen, Gewürzen, Metallen sowie Pelzen handelnde Familienunternehmen. Unter seiner Führung erlebte es seine Blütezeit, wobei sich Safran zum wichtigsten Handelsgut der Firma entwickelte.

Die Geschäfte der Handelsgesellschaft konzentrierten sich im 16. Jahrhundert auf Lyon und Genf. Neben dem Warenhandel engagierte sich Linhart II. in großem Stil im internationalen Finanzwesen sowie im mitteldeutschen und böhmischen Montanwesen.

Mit den Erlösen aus den Geschäften erwarb er den Großen Tuchergarten und baute die im Zweiten Markgrafenkrieg zerstörten Familienbesitzungen wieder auf.

Politische Karriere

Vergleiche: Patriziat (Nürnberg)

Politisch war Tucher in Nürnberg zunächst ab 1512 Genannter des Größeren Rats, ab 1529 Mitglied des kleineren Rats. Er war ab 1529 jüngerer Bürgermeister, im Jahr 1532 älterer Bürgermeister, ab 1533 zweiter Losunger und ab 1536 vorderster Losunger.

Lebensende

Tucher verstarb am 13. März 1568 im Alter von 81 Jahren und wurde auf dem Nürnberger Johannisfriedhof beigesetzt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Deutsche Biographie: Tucher, Linhart - Deutsche Biographie. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 19. Oktober 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Es geschah vor 450 Jahren - Linhart II. Tucher stirbt. In: Stadtarchive in der Metropolregion Nürnberg. Abgerufen am 19. Oktober 2026.