Rechtssystem (Mathematik)

Achsenorientierung und Drehsinn linkshändiger und rechtshändiger Koordinatensysteme

Als Rechtssystem bzw. rechtshändiges Koordinatensystem werden in der Mathematik und in der Physik gewisse Systeme von zwei Vektoren in der Ebene bzw. drei Vektoren im Raum (mit einer festgelegten Reihenfolge) bezeichnet.

Rechtssystem in der Ebene

Ein Rechtssystem in der Ebene sind zwei Vektoren , bei denen aus auf kürzestem Wege durch Drehung entgegen dem Uhrzeigersinn, d. h. im mathematisch positiven Drehsinn, hervorgeht.

Rechtssystem im Raum

Ein Rechtssystem im dreidimensionalen Raum sind drei Vektoren und , wenn vom Endpunkt des Vektors aus gesehen die Vektoren ein Rechtssystem in der Ebene bilden.

Rechtssystem im ℝn

Ein Rechtssystem ist allgemein ein geordnetes Tupel von Spaltenvektoren der Dimension , sodass die Determinante der Matrix mit den Spaltenvektoren positiv ist.

Für und ist dies äquivalent zu obigen Definitionen.

Linkssysteme

Für Linkssysteme bzw. linkshändige Koordinatensysteme gilt jeweils das Umgekehrte. In der Ebene geht der zweite Vektor durch Drehung im Uhrzeigersinn, d. h. mathematisch negativen Drehsinn, auf kürzestem Weg aus dem ersten Vektor hervor, so wie er selbst seinerseits auf kürzestem Weg durch Drehung gegen den Uhrzeigersinn in den ersten Vektor überführt wird.

Ein Linkssystem in einem Vektorraum ist ein geordnetes Tupel von Spaltenvektoren, bei dem die dazugehörige Matrix eine negative Determinante hat. Dementsprechend ist ein Linkssystem im dreidimensionalen Raum ein geordnetes Tripel von Vektoren, für die das obige Spatprodukt negativ ist.

Regeln

Ob drei Vektoren ein Rechts- oder Linkssystem bilden, lässt sich mit Hilfe folgender Regeln bestimmen:

Für 2-dimensionale Systeme kann eine der Drei-Finger-Regel analoge Regel wie folgt formuliert werden: Zeigt der Daumen der nach oben geöffneten rechten (bzw. linken) Hand in die positive -Richtung, zeigen bei einem rechtshändigen (bzw. linkshändigen) System alle übrigen Finger in die positive -Richtung.

Beispiele

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Walter Gellert, Herbert Küstner, Manfred Hellwich, Herbert Kästner (Hrsg.): Kleine Enzyklopädie Mathematik; Leipzig 1970, S. 342–343.
  2. 1 2 August Schmid, Wilhelm Schweizer (Hrsg.): Analytische Geometrie mit Linearer Algebra. Leistungskurs. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-12-739170-6, S. 36–37.
  3. ↑ Fast alle praktisch verwendeten Schrauben besitzen Rechtsgewinde – solche mit Linksgewinde dagegen finden nur selten Anwendung, z. B. in Spannschlössern.