| Lein | ||||||||||||
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Gemeiner Flachs oder Gemeiner Lein | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Linum | ||||||||||||
| L. |
Lein (Linum), auch Flachs genannt, ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Leingewächse (Linaceae). Die 180 bis 200 Arten sind in den subtropischen bis gemäßigten Gebieten fast weltweit verbreitet.

Bei Lein-Arten handelt es sich um ein- oder zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen, Halbsträucher oder Sträucher, einige von ihnen immergrün, mit aufrechten Stängeln.
Sie haben ungestielte, ganzrandige Laubblätter. Meist sind keine Nebenblätter vorhanden.
Die kurzlebigen Blüten sind fünfzählig und radiärsymmetrisch, in der Regel frei, gelegentlich am Ansatz verwachsen und blühen blau, gelb, rot, rosa oder weiß. Die zehnfächrigen Kapselfrüchte enthalten je einen schwarzen oder braunen Samen in jedem Fach.
Lein-Arten findet sich in den gemäßigten und subtropischen Regionen beider Hemisphären.




Die Gattung Linum (deutsch Lein, mittelhochdeutsch lein und älter līn ‚Flachs‘, ‚leinenes Gewand‘, ‚Gemeiner Lein‘, auch ‚Leinsamen‘; verwandt mit gleichbedeutend lateinisch linum) ist die artenreichste in der Familie der Leingewächse und wird dort in die Unterfamilie Linoideae eingeordnet.
Die innere Systematik der Gattung ist 2003 nicht gefestigt, obwohl sie stets intensiv bearbeitet wurde. Insbesondere für die amerikanischen Arten war jahrzehntelang ein System aus Artkomplexen und Gruppen in Gebrauch. Als Referenz für die gesamte Gattung dient daher auch 2003 noch H. Winklers Gliederung der Gattung in sechs Sektionen aus dem Jahre 1931, hier wiedergegeben in einer durch Axel Diederichsen und Ken Richards geringfügig aktualisierten Fassung entsprechend morphologischer Merkmale. Die häufig in der Literatur angeführte Sektion Eulinum wird 2003 auf die beiden Sektionen Linum und Dasylinum aufgeteilt. Doch entsprechend molekulargenetischer Daten haben einige der damaligen Sektionen bei McDill et al. 2009 den Rang von Gattungen und die verbleibenden und neuen Sektionen haben einen anderen Umfang.
Die folgende Aufzählung ist nicht vollständig; es ist eine Auswahl (Stand 2003):

Siehe auch: Flachsfaser, Leinenindustrie
Einige Arten (Gemeiner Lein, Ausdauernder Lein, Zweijähriger Lein) werden oder wurden zur Fasergewinnung genutzt. Die Geschichte seiner Verwendung reicht 6.000 bis 10.000 Jahre zurück, damit stellt die Gattung Lein einige der ältesten Kulturpflanzen. Neben der textilen Verwendung finden Leinarten auch Verwendung als technische Fasern, als Heilpflanzen (zum Beispiel Purgier-Lein), als Lebensmittel (Leinsamen) und zur Gewinnung des Leinöls mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (zum Beispiel Ölfarbe).
Die wichtigsten Samen-Ölpflanzen im vorgeschichtlichen Mitteleuropa waren Lein (mittelhochdeutsch līn, ‚Lein, Leinsamen‘, lateinisch linum) und Mohn. Angesichts der vergleichsweise geringen Nachweisbarkeit – Leinsamen blähen beim Verkohlen auf und sind als Fragmente kaum erkennbar – dürfte ihre Bedeutung größer gewesen sein, als es das Fundbild nahelegt. Leindotter (Camelina sp.) scheint mit dem Lein auf gemeinsamen Flächen gewachsen zu sein. Beim Lein lässt sich an den Samen nicht erkennen, ob er als Öllein oder Faserlein verwendet wurde. Funde aus Langweiler im Rheinland und Eisenberg in Thüringen legen nahe, dass es sich um Springlein (Linum usitatissimum subsp. crepitans Elladi) handelt. Rheinische Vorratsfunde geben Hinweise auf Schließlein (Dresch-Lein) (Linum usitatissimum subsp. usitatissimum). Die Samenfunde zeigen, dass der Lein getrennt von anderen Kulturpflanzen angebaut und als Fettlieferant verwendet wurde.
Der Lein ist in der westlichen Bandkeramik verbreiteter und kommt unter Aussparung Böhmens nur westlich der Elbe vor. An der vorderasiatischen Herkunft des Kulturleins besteht indes kein Zweifel. Die Wildform ist im zirkummediterranen Raum und in Vorder- und Mittelasien verbreitet. In Mitteleuropa wird die Pflanze heute als Sommerlein angebaut, nur im Voralpenland als Winterlein, wie in der Vorzeit. Im Mittelneolithikum wird Lein seltener gefunden. Im Rheinland und in der Michelsberger Kultur fehlt er während dieser Zeit völlig.
Die jung- bis spätneolithische Geschichte des Leins ist am Zürichsee besonders gut erforscht. Sein Aufstieg begann während der jüngeren Pfyner Kultur. Er erreichte seinen Höhepunkt in der Horgener Kultur und verblieb auch während der Schnurkeramik auf einem relativ hohen Niveau. Ähnlich verlief seine Verbreitung am Bodensee. Im Jung- und Spätneolithikum des Federseegebietes, in der Pfyn-Altheimer-Kultur und in der Goldberg-III-Gruppe, ist exzessive Nutzung nachgewiesen.
Lange war unklar, ob bereits in bandkeramischer Zeit Samen und Leinstengel genutzt wurden. Ein Brunnenfund in Mohelnice bei Brünn lieferte Schnüre aus Leinfasern. In der Levante wurde Flachs bereits im 8. vorchristlichen Jahrtausend (PPNB) zu Textilien verarbeitet. Im südlichen Karpatenbecken im 2. Viertel des 5. vorchristlichen Jahrtausends. Für das Jung- und Spätneolithikum ist die Doppelnutzung des Leins als Faser- und Nahrungspflanze gesichert. Die Verwendung der Fasern wird durch die Funde von Flachshecheln aus Knochen und vor allem von aus Flachs gefertigten Textilien und Netzen bezeugt, die sich in den Feuchtbodensiedlungen des Voralpenlandes erhalten haben.
Die ältesten Anzeichen für Leinanbau in Schweden stammen aus der Wikingerzeit (800–1150 n. Chr.).