Liz Larner (* 1960 in Sacramento, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Bildhauerin und Installationskünstlerin. Ihr seit den 1980er.Jahren entstandenes Werk erweitert den Skulpturbegriff durch außergewöhnliche Materialien, wechselnde Maßstäbe und die Einbeziehung von Raum, Betrachter und zeitlichen Veränderungsprozessen.
Larner wuchs auf einer Farm im Sutter Basin nordwestlich von Sacramento am Sacramento River auf. Im Jahr 1985 schloss sie das California Institute of the Arts ab und gelangte in den 1990er-Jahren zu internationaler Bekanntheit.
Zu ihren ersten größeren institutionellen Präsentationen gehörten eine Einzelausstellung in der Kunsthalle Basel (1997) und eine fünfzehn Schaffensjahre umfassende Werkschau im Museum of Contemporary Art, Los Angeles (2001/2002), ihre erste museale Einzelausstellung in den Vereinigten Staaten. 2002 erhielt sie den mit 25.000 US-Dollar dotierten Lucelia Artist Award des Smithsonian American Art Museum.
Im Jahr 2022 zeigte das SculptureCenter in New York mit Liz Larner: Don’t Put It Back Like It Was ihre bis dahin bedeutendste New Yorker Ausstellung und größte Werkschau seit 2001, die anschließend an das Walker Art Center in Minneapolis weiterwanderte. Im selben Jahr widmete ihr die Kunsthalle Zürich die Ausstellung below above.
Larners Arbeiten besitzen keinen einheitlichen Stil und reichen von mikroskopisch angelegten Versuchsanordnungen bis zu monumentalen Installationen; sie verwendet Materialien wie Kunststoff, Metall, Papier, Leder, vulkanische Asche, chirurgische Gaze, Keramik und Bakterien.
In der 1987 begonnenen Werkgruppe Cultures ließ sie in Petrischalen Mikroorganismen auf Materialien wie Buttermilch, Orchideenblüten oder Münzen wachsen und machte damit Zufall, Veränderung und Zerfall zu Bestandteilen der Skulptur.
Corner Basher (1988) besteht aus einer motorisierten Stahlkugel, deren Geschwindigkeit das Publikum steuern kann und die gegen die Galeriewand schlägt; Larner thematisierte damit die technologische Erweiterung des Körpers sowie Freiheit und Verantwortung.
Mit Bird in Space (1989), einer weit in den Raum gespannten Konstruktion aus Nylon- und Seidenschnüren, griff sie Constantin Brâncușis gleichnamige Skulptur auf und stellte zugleich die Vorstellung der Skulptur als autonomes Objekt auf einem Sockel infrage.
Eine 2001 im MOCA gezeigte monumentale, rechnergestützt entwickelte Form aus Stahl und Fiberglas ließ Würfel und Kugel optisch ineinander übergehen und bündelte ihr Interesse an Metamorphose, Instabilität und Wahrnehmung.
Seit den 2010er-Jahren entstanden wandgebundene Keramikarbeiten, deren unregelmäßige Ränder, glänzende Oberflächen und irisierende Farben sich mit dem Standort des Betrachters verändern.
In Meerschaum Drift (2020–2022) schnürte sie weggeworfene Kunststoffteile mit Kabelbindern zu einer raumgreifenden Struktur zusammen und rückte die materielle Dauerhaftigkeit von Plastik gegenüber menschlichen Lebensspannen in den Mittelpunkt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Larner, Liz |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanische Bildhauerin und Installationskünstlerin |
| GEBURTSDATUM | 1960 |
| GEBURTSORT | Sacramento, Kalifornien |