Ljuben Stoew (eigentlich Ljuben Stoev geschrieben, bulgarisch Любен Стоев; * 18. Januar 1939 in Sofia, Bulgarien; † 11. Dezember 2016 ebenda) war ein bulgarischer Maler und Grafiker.
Stoev ist Sohn der Zahnärztin Elena Stoeva, die in den 1930er-Jahren aktiv neben ihrem Medizinstudium in der Gruppe um Georgi Dimitrow in Deutschland arbeitete und des Forstingenieur, Jägers und Partisanen Stefan Stoev.
Stoev besuchte ab 1957 die Hochschule für bildende Künste Sofia. 1963 reiste er in die DDR und führte sein Studium der Malerei und Graphik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) bei Lea Grundig deren Meisterschüler er wurde, fort. Durch sie wurde er von den Künstlern der 1920er-Jahre wie Otto Dix, George Grosz oder Frans Masereel beeinflusst. Otto Dix lernte er noch zu Lebzeiten in Dresden kennen und erwarb einige seiner Arbeiten. 1967 kehrte er mit dem Diplom der HfBK Dresden nach Sofia zurück. Seit den 1970er-Jahren begab sich Ljuben Stoev meist mit bulgarischen Handelsschiffen auf Seereisen, die ihn fast um die ganze Welt führten. Auf diesen Expeditionen dokumentierte er das Leben auf Schiff und das der bereisten Länder, in denen er zumeist auch Ausstellungen zeigte. 2004 gründete er mit der österreichischen Regisseurin Ulli Gladik und der Schweizer Fotografin Doris Peter das Kunstprojekt „Transformazija“, in dessen Rahmen Ausstellungsprojekte in Deutschland, Österreich und Bulgarien realisiert wurden. Ljuben Stoev lebte und arbeitete in Sofia.
Zwischen 1970 und 1995 arbeitete Ljuben Stoev an seinen "grafischen Zyklen", die schwarz-weiße und farbige Holzschnitte, Handzeichnungen und Lithographien beinhalten:
In den Zyklen ab 1994 beschäftigte sich Ljuben Stoev mit den Veränderungen der Lebensumstände in Bulgarien seit der Wende 1989.
Der Zyklus "Die bulgarische Marktwirtschaft" beinhaltet großformatige Kompositionen, Collagen und dreidimensionale Installationen:
Im Jahr 2005 besuchte Ljuben Stoev viele Male eine Suppenküche in Sofia und fertigte Zeichnungen, Malereien und Installationen nach Vorbild dieser Küche an. Die Arbeiten wurden in der Sofioter Stadtgalerie von Dezember 2005 bis Jänner 2006 ausgestellt und ein Großteil der Werke wurde anschließend versteigert. Der Erlös wurde zu 100 % zur Finanzierung der Suppenküche verwendet. Auch hier verwendete der Künstler wieder Werbeplakate und Texte, eine lebensgroßen Abbildung eines Besuchers der Küche trägt beispielsweise eine Plastiktüte mit der Aufschrift „lebe farbig“, oder hinter der Abbildung einer Besucherin ein Wahlplakat mit der Aufschrift „die Menschen mit Courage sind in der Mehrheit“.
Die Liedzeile von Bertolt Brecht „Und man siehet die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.“ aus der Dreigroschenoper inspirierte Ljuben Stoew zu seinem Zyklus „Die Outsider“. Der Zyklus beinhaltet multimediale großflächige Installationen, aber auch Zeichnungen und Collagen.
Installationen:
Dieser Zyklus beinhaltet Acryl- und Pastellmalereien auf Leinwand, aber auch dreidimensionale Installationen und zeigt Stadtansichten, die Ljuben Stoev inspiriert von seiner Heimatstadt Sofia über viele Jahre hinweg anfertigte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Stoew, Ljuben |
| ALTERNATIVNAMEN | Stoev, Ljuben (wirklicher Name); Стоев, Любен (bulgarisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | bulgarischer Maler und Grafiker |
| GEBURTSDATUM | 18. Januar 1939 |
| GEBURTSORT | Sofia, Bulgarien |
| STERBEDATUM | 11. Dezember 2016 |
| STERBEORT | Sofia, Bulgarien |