Loch, Loh und zahlreiche Varianten sind alte deutsche Toponyme in der Bedeutung Wald oder Feuchtgebiet.
Wortherkunft
Dem Ortsnamen liegt ein auf alter Wurzel beruhendes althochdeutschlô bzw. lôh zugrunde. Dieses hat mehrere Bedeutungen, die die Deutung darauf aufbauender Flurnamen erschweren:
Wie viele dieser Worte tendiert es in zwei Richtungen, zum einen allgemein ‚Gehölz, Hain, Wald‘ und zum anderen ‚Niederwald, Buschland‘, bis hin zu ‚Sumpfwiese‘. Diese beiden können sich auch mischen (wie Bruch in der Bedeutung ‚Auwald‘).
Als Lohe (Gerberlohe) wurden später auch die zum Gerben verwendeten Baumbestandteile (vor allem von Eichen und Fichten) bezeichnet, als Lohwald ‚zur Lohegewinnung angelegtes Gehölz‘, etwa als Eichenschälwald (rheinische Lohhecken).
Loh ist in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Rechtssprache aber auch „insbesondere (in der Regel nicht eingehegter) Waldbestand, an dem einer oder mehrere Markgenossen zur Holznutzung berechtigt sind, während die sonstigen Nutzungsrechte auch den übrigen Genossen zustehen“, und auch „der vom berechtigten Gemeindemitglied im Loh jährlich zweimal zu schlagende Holzanteil“.
Verbreitung, Varianten und Beispiele
Das Wort ist im ganzen deutschen Sprachraum namensbildend.
Es findet sich in zahlreichen Formen wie La, Le, Leo, Lach, Lo, Loe, Loch, Lohen, Luch, Lauch, Loach.
↑lô stm. In: Lexer: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch (woerterbuchnetz.de, Universität Trier).
↑Loh, n. u. m. In: Vormalige Akademie der Wissenschaften der DDR, Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band8, Heft 9/10 (bearbeitet von Heino Speer u. a.). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1991, ISBN 3-7400-0137-2 (adw.uni-heidelberg.de).
↑Alfred Helfenstein: Das Namengut des Pilatusgebietes. Keller, Luzern 1982, ISBN 3-85766-004-X, S. 48.
↑P. Benedikt Pitschmann OSB: P. Matthias Höfer von Kremsmünster und sein etymologisches Wörterbuch (1815). II. Teil. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 115a, Linz 1969, S. 199–210, hier S. 201 (zobodat.at[PDF]), Blatt3: „Buschwald Loh, Laa oder Leo“.