Als „Heckenkirschen“ werden vor allem die strauchig wachsenden Arten bezeichnet, bei denen die Blüten paarweise stehen. Die aus einem Blütenpaar hervorgehenden Beeren sind bei manchen Arten zu einer Doppelbeere verwachsen (diese Arten heißen auch Doppelbeere). Die Lianen (mit mehrblütigen Blütenständen) werden dagegen meist als „Geißblatt“, umgangssprachlich auch als Jelängerjelieber, bezeichnet.
Beschreibung
Lianenförmiger WuchsStrauchförmiger Wuchs
Erscheinungsbild, Knospen und Blätter
Lonicera-Arten sind immergrüne oder laubabwerfende, verholzende Pflanzen, die meist als Sträucher oder rechtswindendeLianen, selten als Bäume wachsen. Die Sprossachsen sind bei manchen Arten hohl. Die Winterknospen besitzen ein bis einige Paare gerundeter oder spitz vierkantiger Knospenschuppen, wobei die inneren manchmal weiterwachsend oder zurückgebogen sind. Manchmal ist die Endknospe reduziert und von zwei Seitenknospen ersetzt.
Die meist gegenständig oder selten wirtelig angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt. Die Blattspreiten sind meist einfach mit ganzen oder selten gezähnten Blatträndern. Nebenblätter fehlen meist.
Blütenstände und Blüten
Oft stehen unter den Blütenständen ein oder zwei Paare kleiner oder laubblattartiger Hochblätter. Die seiten- oder endständigen, manchmal auf Blütenstandsschäften stehenden, schirmtraubigenGesamtblütenstände bestehen aus gegenständigen, sitzenden, zymösen Teilblütenständen, die ein bis mehrere Blüten enthalten; manchmal ist der Blütenstand kopfförmig. Bei einigen Arten ist der Blütenstand auf ein Blütenpaar, selten auch eine oder drei Blüten reduziert – paarweise in den Blattachseln oder in endständigen kopfigen Blütenständen zusammen. Die Blüten stehen über einem Paar von äußeren und oft auch inneren Deckblättern, die, wenn vorhanden, meist frei, manchmal mehr oder weniger stark verwachsen sind und gelegentlich die Fruchtknoten umhüllen können.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und meist fünf-, selten vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf, selten vier Kelchblätter sind röhrig oder becherförmig (oder ein Blütenbecher) verwachsen, manchmal gestutzt; manchmal befindet sich an ihrer Basis eine kragenähnliche Emergenz. Die Farben der Kronblätter reichen von weiß über weißlich bis gelb und von rötlich bis purpurrot, oft ändert sich die Farbe beim Verblühen. Die meist fünf, selten vier Kronblätter sind zu einer mehr oder weniger langen bis sehr langen, glockenförmigen bis trichterförmigen Kronröhre verwachsen. Die Krone endet mit mehr oder weniger regelmäßigen vier oder fünf Kronzipfeln oder zweilippig. Wenn die Krone zweilippig ist, dann ist die Oberlippe vierlappig. Nach der Entfaltung der Knospe ist die Kronröhre noch geschlossen und sieht dann keulenförmig aus. Der verdickte Teil spaltet sich dann in einen einzelnen, nach unten zeigenden Zipfel, welcher eine Unterlippe darstellt, und vier (bei vielen Arten weitgehend miteinander verwachsene) Zipfel, die nach oben zeigen. Die Kronröhre ist leicht bis stark gewölbt an der Unterseite zur Basis hin, selten ist ein Sporn vorhanden; dort befinden sich kompakte, sitzende Nektardrüsen, manchmal in fünf gleichmäßigen Linien; selten sind sie angeschwollen an der Basis des Griffels.
Es ist ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Meist zwei bis drei, selten bis zu fünf Fruchtblätter sind zu einem unterständigen, zwei- bis drei-, selten bis zu fünfkammerigen Fruchtknoten verwachsen. Wenn die Blüten paarweise zusammen stehen, dann können die Fruchtknoten teilweise oder vollständig verwachsen sein (Syngynium). Der lange und dünne, behaarte oder kahle Griffel endet in einer kopfigen Narbe.
Früchte und Samen
Die Beeren stehen einzeln oder als Doppelbeere in Paaren. Die bei Reife sich weiß, orange, rot, blau-schwarz bis schwarz färbenden oder grünen, manchmal bereiften Beeren enthalten ein bis viele Samen. Manchmal wachsen die Deckblätter bis zur Fruchtreife und umhüllen dann die Doppelbeere. Die glatten, narbigen oder granulösen Samen besitzen viel Endosperm und einen kleinen, geraden, gerundeten Embryo.
Die Gattung Lonicera wurde durch Carl von Linné 1753 in Species Plantarum aufgestellt. Als Lektotypus wurde Lonicera caprifoliumL. 1913 durch N. L. Britton und A. Brown festgelegt. Homonyme sind LoniceraBoehm. in Definitiones Generum Plantarum ed. 3 Boehmer, 1760. 139, LoniceraGaertn. in De Fructibus et Seminibus Plantarum ..., 1, 1788, S. 132, LoniceraAdans. in Familles des Plantes, 2, 1763, S. 157. Weitere Synonyme für LoniceraL. sind u.a.: XylosteonMill., CaprifoliumMiller, EuchyliaDulac.
Der Gattungsname Lonicera ehrt den deutschen Mathematiker, Arzt und Botaniker Adam Lonitzer (1528–1586, latinisiert als Lonicerus). Während die Herkunft des deutschen TrivialnamensHeckenkirschen augenfällig ist, gibt es für die Bezeichnung Geißblätter unterschiedliche etymologische Erklärungsvarianten: Es ist bis heute nicht geklärt, ob bei der Namensgebung Ähnlichkeiten des Lianen-Wachstums mit kletternden Ziegen, der Blattform mit einem Ziegenfuß, das an Ziegenhörner erinnernde Aussehen der Blüten oder die Beliebtheit als Ziegen-Futterpflanze entscheidend waren.
Lonicera bifloraDesf.: Sie kommt in Marokko, Algerien und Spanien vor.
Lonicera bourneiHemsl. (Syn.: Caprifolium bournei(Hemsl.) Kuntze, Lonicera obscuraCollett & Hemsl.): Sie kommt in Myanmar und in den chinesischen Provinzen Guangxi sowie Yunnan vor.
Blaue Heckenkirsche (Lonicera caeruleaL., Syn.: Lonicera caerulea var. altaicaPallas, Lonicera caerulea var. edulisTurczaninow ex Herder, Lonicera caerulea var. tanguticaMaxim., Xylosteon caeruleum(L.) Dumont de Courset): Dieser laubabwerfende Strauch ist auf der Nordhalbkugel weitverbreitet: China, Japan, Korea, Mongolei, Russland, Europa und Nordamerika.
Lonicera pallasiiLedeb. (Syn.: Lonicera caerulea var. pallasii(Ledeb.) Cinovskis): Sie ist vom südöstlichen Schweden, Estland sowie Lettland und in Russland bis Sibirien verbreitet.
Lonicera calcarataHemsl.: Diese Liane gedeiht in Höhenlagen von 1200 bis 2500 Metern in Tibet und in den chinesischen Provinzen Guangxi, südwestliches Guizhou, südwestliches Sichuan sowie Yunnan.
Lonicera confusa(Sweet) DC.: Sie ist in Nepal, im nördlichen Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi sowie Hainan verbreitet.
Lonicera crassifoliaBatalin: Sie gedeiht in Höhenlagen von meist 900 bis 1700, selten bis zu 2300 Metern in den chinesischen Provinzen Guizhou, südwestliches Hubei, nordwestliches Hunan, Sichuan sowie Yunnan.
Lonicera cyanocarpaFranch.: Sie kommt in Sikkim, Nepal, Tibet und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan vor.
Lonicera dasystylaRehder: Sie kommt in Vietnam und in den chinesischen Provinzen Guangdong sowie Guangxi vor.
Lonicera elisaeFranch. (Syn.: Caprifolium elisae(Franchet) Kuntze, Caprifolium praecoxKuntze, Lonicera infundibulumFranchet, Lonicera infundibulum var. rockiiRehder, Lonicera pekinensisRehder, Lonicera praecox(Kuntze) Rehder non K.Koch): Dieser laubabwerfende Strauch gedeiht in Wäldern und Gebüschen in Höhenlagen von 500 bis 1600 (bis zu 2300) Metern in den chinesischen Provinzen südwestliches Anhui, südöstliches Gansu, Hebei, Henan, westliches Hubei, südliches Shaanxi, südliches Shanxi, Sichuan sowie nordwestliches Zhejiang.
Lonicera fargesiiFranch.: Sie gedeiht mit zwei Varietäten in Höhenlagen von 1600 bis 2900 Metern in den chinesischen Provinzen Chongqing, südliches Gansu, westliches Henan, südliches Shaanxi, Shanxi sowie Sichuan.
Lonicera ferdinandiFranch.: Sie kommt Nordkorea vor und gedeiht in weiten Gebieten Chinas in Höhenlagen von 200 bis 2700 Metern.
Wohlriechende Heckenkirsche (Lonicera fragrantissimaLindl. & Paxton): Sie gedeiht mit zwei Varietäten in Höhenlagen von 100 bis 2700 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Gansu, Guizhou, Hebei, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Shaanxi, Shandong, Shanxi, Sichuan sowie Zhejiang.
Lonicera gracilipesMiq.: Sie kommt in Japan auf Honshu, Kyushu und Shikoku vor.
Lonicera gynochlamydeaHemsl.: Sie gedeiht in Höhenlagen von meist 1200 bis 1900, selten bis zu 3000 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, Chongqing, Gansu, Guizhou, Hubei, Hunan, Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan.
Lonicera hildebrandianaCollett & Hemsl.: Sie ist in Myanmar, Thailand und in den chinesischen Provinzen Guangxi sowie Yunnan verbreitet.
Lonicera hispidaPall. ex Roem. & Schult. (Syn.: Caprifolium hispidum(Pallas ex Roemer & Schultes) Kuntze, Lonicera anisocalyxRehder, Lonicera chaetocarpa(Batalin ex Rehder) Rehder, Lonicera finitimaW.W.Smith, Lonicera hispida var. anisocalyx(Rehder) P.K.Chou, Lonicera hispida var. chaetocarpaBatalin ex Rehder, Lonicera hispida var. glabrataBatalin, Lonicera hispida var. hirsutiorRegel, Lonicera hispida var. setosaJ.D.Hooker & Thomson, Lonicera montigenaRehder): Sie ist vom Iran über Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan bis Russland und von Pakistan (Kaschmir) bis Sikkim, Bhutan sowie Nepal und von der Mongolei über Tibet bis zu den chinesischen Provinzen Gansu, westliches Hebei, südliches Ningxia, östliches Qinghai, südliches Shaanxi, Shanxi, westliches Sichuan, nordwestliches Yunnan sowie nördliches Xinjiang weitverbreitet.
Lonicera humilisKar. & Kir.: Sie ist in Afghanistan, Tadschikistan, Kirgisistan, Kasachstan und Xinjiang verbreitet.
Lonicera hypoglaucaMiq. (Syn.: Lonicera affinis var. hypoglauca(Miq.) Rehder, Lonicera affinis var. mollissimaBlume ex Maxim., Lonicera affinis var. pubescensMaxim., Lonicera hypoglauca subsp. nudifloraP.S.Hsu & H.J.Wang, Lonicera rubropunctataHayata): Sie ist Japan, Taiwan und China verbreitet.
Lonicera hypoleucaDecne.: Sie ist im Iran, in Pakistan, Nepal und Indien verbreitet.
Lonicera kansuensis(Batalin ex Rehder) Pojark.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 1800 bis 2400 Metern in den chinesischen Provinzen Gansu, Ningxia, Shaanxi sowie Sichuan.
Lonicera kawakamii(Hayata) Masam.: Sie gedeiht im Gebirge in Höhenlagen von 3000 bis 3900 Metern nur in Taiwan.
Lonicera ligustrinaWall.: Mehrere Varietäten sind in Indien, Nepal, Bhutan und China verbreitet:
Lonicera ligustrinaWall. var. ligustrina: Sie ist im östlichen Indien, Bhutan, Nepal und China verbreitet.
Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera ligustrina var. pileata(Oliver) Franchet, Syn.: Lonicera pileataOliv.): Dieser immergrüne Strauch ist in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Guizhou, westliches Hubei, Hunan, südliches Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan verbreitet.
Lonicera ligustrina var. yunnanensisFranchet (Syn.: Lonicera nitidaE.H. Wilson): Sie ist in den chinesischen Provinzen südliches Gansu, südwestliches Shaanxi, Sichuan sowie Yunnan verbreitet.
Lonicera litangensisBatalin (Syn.: Lonicera farreriW.W.Smith, Lonicera oresbiaW.W.Smith, Lonicera rockiiRehder): Sie ist in Bhutan, Sikkim, Nepal, Tibet und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan verbreitet.
Lonicera longiflora(Lindl.) DC. (Syn.: Lonicera longitubaH.T.Chang ex P.S.Hsu & H.J.Wang): Sie gedeiht in Höhenlagen von 1200 bis 1700 Metern in den chinesischen Provinzen Guangdong, Guangxi, Hainan sowie Yunnan.
Schirm-Heckenkirsche (Lonicera maackii(Rupr.) Maxim.): Sie ist in mehreren Varietäten in China, in der Mongolei, Korea, Japan und Russlands Fernem Osten weitverbreitet.
Lonicera macrantha(D.Don) Spreng. (Syn.: Caprifolium macranthumD.Don, Lonicera esquiroliiH.Lév., Lonicera fulvotomentosaP.S.Hsu & S.C.Cheng, Lonicera guilloniiH.Lév. & Vaniot, Lonicera hirtifloraChampion ex Bentham, Lonicera inodoraW.W.Sm., Lonicera macrantha var. calvescensChun & F.C.How, Lonicera calvescens(Chun & F.C.How) P.S.Hsu & H.J.Wang, Lonicera macranthoidesHand.-Mazz., Lonicera strigosifloraC.Y.Wu ex X.W.Li): Sie ist in Indien, Bhutan, Nepal, Myanmar, Vietnam, Taiwan und China verbreitet.
Lonicera microphyllaWilld. ex Schult. (Syn.: Lonicera oiwakensisHayata): Sie ist in Russland, im Iran, in Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan, im nordwestlichen Indien, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei, in Tibet, Taiwan und in den chinesischen Provinzen Gansu, westliches Hebei, Ningxia, Qinghai, Shanxi sowie Xinjiang und vielleicht Henan weitverbreitet.
Lonicera modestaRehder: Sie gedeiht in Höhenlagen von 500 bis 1700 Metern in den chinesischen Provinzen Anhui, südöstlichen Gansu, westlichen Henan, Hubei, Hunan, Jiangxi, südlichen Shaanxi, Zhejiang und vielleicht in Fujian.
Filzige Heckenkirsche, auch Morrows Heckenkirsche (Lonicera morrowiiA.Gray): Sie kommt in Nordost-China, Japan und Korea in basenreichen, stickstoffärmeren Wäldern und Gebüschen vor.
Lonicera mucronataRehder: Sie gedeiht in Höhenlagen von 800 bis 1500 Metern nur in den chinesischen Provinzen Hubei sowie Sichuan.
Lonicera nervosaMaxim.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 2100 bis 4000 Metern in den nordwestlichen chinesischen Provinzen Gansu, westliches Henan, Ningxia, Qinghai, Shaanxi, südliches Shanxi sowie Sichuan.
Schwarze Heckenkirsche (Lonicera nigraL., Syn.: Lonicera acrophilaH.Lév., Lonicera barbinervisKom., Lonicera decipiensHook. f. & Thomson, Lonicera lanceolataWall.): Sie ist in Europa, Indien, Bhutan, Nepal, Korea, in Tibet und in den chinesischen Provinzen westliches Anhui, nordöstliches Guizhou, westliches Hubei, Jilin, Sichuan sowie Yunnan weitverbreitet. Bei einer engeren Artauffassung kommt sie aber nur in Europa vor.
Lonicera nummulariifoliaJaub. & Spach: Sie kommt in Griechenland, in Kreta, in der Türkei, in Syrien, im Libanon und in Libyen vor.
Lonicera oblataK.S.Hao ex P.S.Hsu & H.J.Wang: Dieser Endemit gedeiht an steinigen Hängen in Höhenlagen von etwa 1200 Metern nur in Neiqiu in der chinesischen Provinz Hebei.
Lonicera oreodoxaHarry Sm. ex Rehder: Sie gedeiht nur in höheren Gebirgslagen zwischen 4700 und 4800 Metern nur im nördlichen Sichuan.
Waldgeißblatt (Lonicera periclymenumL.): Sie ist in Südwest-, West- und Mitteleuropa sowie in Marokko verbreitet.
Lonicera pilosa(Kunth) Steud.: Das natürliche Verbreitungsgebiet dieser Art reicht von Mexiko bis Guatemala. Es handelt sich um einen kletternden Strauch oder eine Liane, die vor allem im subtropischen Biom wächst.
Lonicera praeflorensBatalin: Sie ist China, Korea, Japan und in Russlands Fernem Osten verbreitet.
Lonicera reticulataRaf.: Sie ist eine kletternde Art, heimisch in Südost-China und in diversen Bundesstaaten in der östlichen Mitte der USA.
Lonicera retusaFranch. (Syn.: Lonicera kachkarovii(Batalin) Rehder, Lonicera limprichtiiPax & K.Hoffmann, Lonicera orientalis var. kachkaroviiBatalin): Sie gedeiht in Höhenlagen von 2000 bis 3300 Metern in den chinesischen Provinzen südliches Gansu, südliches Shaanxi, südwestliches Shanxi sowie westliches Sichuan.
Lonicera rupicolaHook. f. & Thomson (Syn.: Lonicera thibeticaBureau & Franchet, Lonicera syringanthaMaxim., Lonicera codonanthaRehder, Lonicera syringantha var. minorMaxim., Lonicera wolfii(Rehder) K.S.Hao, Lonicera minutaBatalin): Dieser meist laubabwerfende Strauch kommt in China, Bhutan, Nepal und Indien vor.
Lonicera ruprechtianaRegel (Syn.: Caprifolium ruprechtianum(Regel) Kuntze, Lonicera brevisepalaP.S.Hsu & H.J.Wang, Lonicera chrysantha var. subtomentosa(Ruprecht) Maxim., Lonicera ruprechtiana var. lanceolataSkvortsov, Lonicera ruprechtiana var. xanthocarpaZabel, Xylosteon gibbiflorumRuprecht & Maxim. var. subtomentosumRuprecht): Dieser laubabwerfende Strauch kommt in Heilongjiang, Jilin, Liaoning und im nördlichen Korea sowie Russland vor.
Lonicera semenoviiRegel: Sie kommt in Afghanistan, Iran, Kasachstan, Kirgisistan, Kaschmir, Tibet und Xinjiang vor.
Lonicera setiferaFranch.: Sie kommt in Indien, Tibet und in den chinesischen Provinzen Sichuan sowie Yunnan vor.
Lonicera similisHemsl. (Syn.: Caprifolium simile(Hemsl.) Kuntze, Lonicera buchananiiLace, Lonicera delavayiFranchet, Lonicera macrantha var. bifloraCollett & Hemsl., Lonicera macrantha var. heterotrichaP.S.Hsu & H.J.Wang, Lonicera macranthoidesHandel-Mazzetti var. heterotricha(P.S.Hsu & H.J.Wang) B.K.Zhou, Lonicera omeiensis(P.S.Hsu & H.J.Wang) B.K.Zhou, Lonicera similis var. delavayi(Franchet) Rehder, Lonicera similis var. omeiensisP.S.Hsu & H.J.Wang): Sie kommt in China und Myanmar vor.
Lonicera spinosaJacq. ex Walp. (Syn.: Lonicera albertiiRegel): Dieser laubabwerfende Strauch ist in Xinjiang, Tibet, Afghanistan, Indien, Kaschmir, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan verbreitet.
Lonicera stephanocarpaFranch.: Sie ist in den chinesischen Provinzen Gansu, Ningxia, Shaanxi und Sichuan verbreitet.
Lonicera subaequalisRehder (Syn.: Lonicera carnosifoliaC.Y.Wu ex P.S.Hsu & H.J.Wang): Diese Liane gedeiht an schattigen Stellen in Bergwäldern in Höhenlagen von 1500 bis 2500 Metern in den chinesischen Provinzen Guizhou und Sichuan.
Tataren-Heckenkirsche (Lonicera tataricaL.): Das Verbreitungsgebiet reicht vom osteuropäischen Russland bis Mittelasien, Sibirien und China.
Lonicera tatarinowiiMaxim. (Syn.: Lonicera leptanthaRehder, Lonicera tatarinowii var. leptantha(Rehder) Nakai.): Sie gedeiht in Höhenlagen von 400 bis 1800 Metern in den chinesischen Provinzen nordwestliches Hebei, Liaoning, östliches Shandong und vielleicht Henan sowie in der Inneren Mongolei.
Lonicera tomentellaHook. f. & Thomson: Die Heimat ist Bhutan, Nepal, Sikkim, Tibet und Yunnan.
Lonicera tragophyllaHemsl. (Syn.: Lonicera harmsiiGraebner): Sie gedeiht in Höhenlagen von 700 bis 3000 Metern (meistens zwischen 1000 und 2000 Metern) in den chinesischen Provinzen Anhui, südliches Gansu, nördliches Guizhou, südwestliches Hebei, nordwestliches Henan, Hubei, südliches Ningxia, Shaanxi, südliches Shanxi, Sichuan sowie Zhejiang.
Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteumL.): Sie ist in Eurasien weitverbreitet.
Lonicera yunnanensisFranch. (Syn.: Lonicera ciliosissimaC.Y.Wu ex P.S.Hsu & H.J.Wang, Lonicera maireiH.Lév., Lonicera yunnanensis var. linearifoliaC.Y.Wu ex X.W.Li, Lonicera yunnanensis var. tenuisRehder): Sie gedeiht in Höhenlagen von 1700 bis 3000 Metern nur in den chinesischen Provinzen südwestliches Sichuan sowie nordwestliches Yunnan.
Viele Arten haben darüber hinaus auch einen sehr hohen ökologischen Wert als Raupenfutterpflanzen. Dieser Effekt ist naturgemäß am ausgeprägtesten in den natürlichen Verbreitungsgebieten der jeweiligen Art. Aber auch für verschiedene nicht-heimische Arten und Hybride (z.B. die Purpus-Heckenkirsche) wurde nachgewiesen, dass sie in Mitteleuropa von zahlreichen tag- und nachtaktiven Schmetterlingsarten (z.B. vom Kleinen Eisvogel (Limenitis camilla) oder dem Blauschwarzen Eisvogel (Limenitis reducta)) und Käfern (z.B. vom Geißblatt-Linienbock (Oberea pupillata)) als Raupenfutterpflanze angenommen worden sind. Die Beeren und der dichte Wuchs bieten zudem vielen Vogel- und kleinen Säugetier-Arten Nahrung, Nistplätze oder Deckung.
Nutzung
Gärtnerische Nutzung
Einige in Mitteleuropa heimische und nicht-heimische Arten, Hybride und Sorten werden als Zierpflanzen, Bodendecker, Sichtschutzgehölze oder Straßenbegleitgrün in Gärten, Parks und anderen Grünanlagen verwendet. Insbesondere die folgenden Arten und Hybride spielen im mitteleuropäischen Handel und GaLabau eine nennenswerte Rolle:
Immergrünes Geißblatt (Lonicera acuminataWall./Syn.: Lonicera henryiHemsl.): Immergrüne Liane; möglicherweise auch in Mitteleuropa invasiv.
Lonicera ciliosa(Pursh) Poir. ex DC.: Orangeblühende Liane aus dem westlichen Nordamerika.
Blaue Heckenkirsche (Lonicera caeruleaL.): Die einzige Heckenkirschenart mit essbaren Beeren; marktrelevant sind fast ausschließlich ihre Zuchtsorten.
Winter-Heckenkirsche (Lonicera fragrantissimaLindl. & Paxton): Annähernd zeitgleich mit Forsythien weißblühender Zierstrauch aus China.
Purpus-Heckenkirsche (Lonicera × purpusiiRehder): Gärtnerisch vorteilhaftere und marktrelevantere, zufällig entstandene Kreuzung zwischen der Art und einer ihrer Unterarten.
Lonicera × heckrottiiOsborn: Schwach windender Schlingstrauch; Kreuzung aus L. caprifolium × L. etrusca × L. sempervirens
Kalifornische Heckenkirsche (Lonicera involucrata(Richardson) Banks ex Spreng.): Anspruchsloser Zierstrauch mit wochenlanger Blüten- und Fruchtbildung.
Turkestan-Heckenkirsche (Lonicera korolkowiiStapf): Aus dem zentralen Asien stammender Zierstrauch mit zart-rosa Blüten und leuchtend roten bis orangen Beeren.
Immergrüne Kriech-Heckenkirsche (Lonicera ligustrina var. pileata(Oliv.) Franchet, Syn.: Lonicera pileataOliv.): Immergrüner Bodendecker oder Kleinstrauch mit violetten Beeren.
Heckenmyrte (Lonicera ligustrina var. yunnanensis(Franch.) P.S.Hsu & H.J.Wang, Syn.: Lonicera nitidaE.H.Wilson): Immergrüner Klein- bis Normalstrauch; häufig als bodendeckendes Abstandsgrün eingesetzt.
Filzige Heckenkirsche (Lonicera morrowiiA.Gray): Zierstrauch mit weißen und beim Verblühen gelb verfärbenden Blüten; möglicherweise auch in Mitteleuropa invasiv.
Heckenkirschen bilden in der Regel Beeren aus, die als Nahrung bei vielen Vogelarten und kleinen Säugetieren sehr begehrt sind. Sie können sich damit relativ schnell und weiträumig ornithochor ausbreiten. Einige eingeführte Arten und Hybride gelten daher außerhalb ihrer natürlichen Verbreitungsgebiete – abhängig von verschiedenen Umgebungsfaktoren – als invasive Problemarten, die die heimische Vegetation bedrängen und verändern können.
Beispielsweise gelten in vielen US-Bundesstaaten insbesondere das Japanische Geißblatt (Lonicera japonica), die Tataren-Heckenkirsche (Lonicera tatarica), die Schirm-Heckenkirsche (Lonicera maackii), die Filzige Heckenkirsche (Lonicera morrowii), Henrys Heckenkirsche (Lonicera henryi) und die Kreuzung aus Filziger und Tatarischer Heckenkirsche (Lonicera × bella) als hochinvasive Arten, die strengen Handelsbeschränkungen unterliegen und in der Landschaft bekämpft werden.
Im mitteleuropäischen Raum zeigen diese Arten ebenfalls ein invasives, jedoch weniger aggressives Verhalten. Beispielsweise steht im Münchner Stadtgebiet eine Population von Lonicera morrowii unter Beobachtung. In der NaturaDB-Datenbank sind das Japanische Geißblatt, die Tatarische Heckenkirsche und Henrys Heckenkirsche als invasive Neophyten klassifiziert. In der Schweiz unterliegen das Japanische Geißblatt und Henrys Heckenkirsche nach der Freisetzungsverordnung des Bundesamtes für Umwelt einem Inverkehrbringungsverbot. Auch in Ländern und Regionen ohne entsprechende Verbote ist es angeraten, vorhandene Bestände dieser Arten zu entfernen und keine neuen anzulegen.
Die Heckenkirschen wurden in ihren Verbreitungsgebieten höchstwahrscheinlich schon in vorgeschichtlicher Zeit in der regionalen traditionellen Volksmedizin genutzt. In der Antike wurden ihr eine Vielzahl von Heilwirkungen zugeschrieben; als früheste schriftliche Nachweise gelten die Schriften von Plinius dem Älteren und Pedanios Dioskurides (1.Jahrhundert n.Chr.), in denen „περικλύμενον“ als Heilpflanze beschrieben wird. Die getrockneten und zerstoßenen Samen helfen demnach bei Erkrankungen der Milz, ein Blättersud wirke harntreibend, befreie die Atemwege und erleichtere die Entbindung, lasse Männer jedoch unfruchtbar werden. Der Mediziner und Botaniker Leonhart Fuchs beschrieb 1543 ebenfalls die entwässernde und reinigende Wirkung von Geißblättern.
In der Traditionellen chinesischen Medizin gehört das Japanische GeißblattLonicera japonica heute zu den am häufigsten verwendeten traditionellen chinesischen Heilkräutern und Nahrungsergänzungsmitteln. In einer Metastudie aus dem Jahr 2021 sind die wesentlichen Forschungsergebnisse zu ihrer Wirksamkeit gegen Fieber, Halsschmerzen, Grippe, Husten und Arthritis sowie gewöhnliche Lungenentzündung, COPD und COVID-19 zusammengetragen worden. Für die Blütenknospen oder Jungblüten der Art enthält das amtliche Europäische Arzneibuch unter der Bezeichnung Lonicerae japonicae flos eine Monografie.
Die Blaue Heckenkirsche wird in Nordrussland, China und Japan zur Behandlung von Bluthochdruck, bakteriellen Infektionen und Magen-Darm-Erkrankungen verwendet. Die Durchscheinende Heckenkirsche Lonicera quinquelocularis wird wegen ihrer entzündungshemmenden Wirkung verwendet. In der Türkei wird die Etruskische Heckenkirsche wegen ihrer harntreibenden Wirkung verwendet, während das Gartengeißblatt als Abführmittel und Brechmittel eingesetzt wird. Beispielsweise von der Kalifornischen Heckenkirsche ist u.a. eine medizinische Verwendung durch nordamerikanische Ureinwohner belegt.
Die Früchte von Heckenkirschen sind bis auf eine einzige Ausnahme für den Menschen ungenießbar oder sogar giftig. Ausschließlich die Blaue Heckenkirsche (auch Maibeere, Kamtschatka- oder Haskap-Beere) produziert essbare Früchte, wobei allerdings die Beeren ihrer europäischen Wildformen/Varietäten geschmacklich nicht überzeugen. Es gibt heute aber im lokalen Handel und über den Internet-Versand eine Vielzahl wohlschmeckender Sorten insbesondere aus kanadischen oder russischen Züchtungen, deren Geschmack als Mischungen aus Blaubeere, Brombeere und Himbeere und Nuancen anderer Beerensorten beschrieben wird. Die Sträucher lassen sich unkompliziert im Hobbygarten anbauen und bieten mit ihrer frühen Blüte Ende März/Anfang April frühe Insektennahrung, insbesondere für Hummeln. Die Beeren werden im Mai/Juni reif, vereinzelt sind Haskap-Beeren auch bereits als Frischobst im Handel erhältlich.
Geißblätter in Literatur und Kunst
Geißblätter wurden wohl zuerst in der medizinischen und naturkundlichen Literatur beschrieben. Spätestens seit dem Hochmittelalter waren die Pflanzen ein Motiv in der höfischen Dichtung. Das Motiv der sich windenden Pflanze als Bild für die Untrennbarkeit eines Liebespaares findet sich zuerst in der mittelalterlichen Versdichtung. Die als „Jelängerjelieber“ bezeichneten Pflanzen stehen seit dem Mittelalter für lang anhaltenden Genuss, für Dauer und Beständigkeit.
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