Edward Plunkett, 18. Baron Dunsany

Brustprorträt in schwarz-weiß von Baron Dunsany in einem Sessel sitzend. Er hat kurze, dunkle Haare und einen Oberlippenbart und trägt eine Jacke, darunter ein weißes Hemd. Der rechte, dem Betrachter näher liegende Arm ist auf der Lehne abgelegt und Dunsany schaut direkt in die Kamera.
Edward Plunkett, Lord Dunsany

Edward John Moreton Drax Plunkett, 18. Baron Dunsany (* 24. Juli 1878 in London; † 25. Oktober 1957 in Dublin) war ein irischer Schriftsteller. Heute ist er hauptsächlich unter dem Namen Lord Dunsany für seine der Fantasy zugerechneten Kurzgeschichten bekannt.

Leben

Er war der älteste von drei Söhnen des John Plunkett, 17. Baron Dunsany aus dessen Ehe mit Ernle Burton. Beim Tod seines Vaters erbte er 1899 dessen irischen Adelstitel als Baron Dunsany. Sein nächstjüngerer Bruder war der Admiral Sir Reginald Plunkett-Ernle-Erle-Drax.

Einer der Vorfahren Lord Dunsanys war der von der römisch-katholischen Kirche heiliggesprochene Erzbischof von Armagh, Oliver Plunkett. Die Countess of Fingall, Gattin von Lord Dunsanys Vetter, dem Earl of Fingall, verfasste eine vielgelesene Beschreibung des Lebens des Adels im Irland des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, unter dem Titel Seventy Years Young.

Zu seiner Ausbildung besuchte Lord Dunsany das Eton College und die Royal Military Academy Sandhurst. Er diente als Offizier der Coldstream Guards im Zweiten Burenkrieg in Südafrika und bei den Royal Inniskilling Fusiliers im Ersten Weltkrieg und erreichte den Rang eines Captain. Er war ein guter Cricketspieler und brachte es zum irischen Meister im Pistolenschießen.

Lord Dunsany war zudem ein guter Schachspieler, beispielsweise konnte er 1929 bei einer Simultanveranstaltung gegen Ex-Weltmeister José Raúl Capablanca ein Remis erreichen. Besonders widmete er sich dem Problemschach, er hat zahlreiche Schachaufgaben hinterlassen. 1942 erfand er seine Schachvariante Dunsany’s Game, bei der die 16 Steine eines der Spieler durch 32 Bauern ersetzt worden sind.

Seine Liebe zur Löwenjagd regte ihn zu seinen wenigen autobiographischen Werken an. Im Allgemeinen galt Dunsany als Exzentriker, und es wird behauptet, er habe seine Texte mit einer Gänsefeder geschrieben. Zu seinem Werk äußerte er sich folgendermaßen:

„Ich schreibe niemals über Dinge, die ich gesehen habe, nur über die, von denen ich geträumt habe.“

Aus seiner 1904 geschlossenen Ehe mit Lady Beatrice Child-Villiers, Tochter des Victor Child-Villiers, 7. Earl of Jersey, hinterließ er einen Sohn und Erben, Randal Plunkett, 19. Baron Dunsany.

Werke

Lord Dunsany schrieb größtenteils Kurzgeschichten, daneben aber auch Lyrik, Dramen und Romane. Die heute noch bekannten Geschichten aus dem Bereich der Fantasy entstanden in den Jahren zwischen 1905 und 1919. Sie sind in eine eigenständige Welt, Pegana, gesetzt, mit einer eigenen Mythologie und Geschichte, und gelten heute als Meilenstein der phantastischen Literatur.

H. P. Lovecraft war von Dunsany beeindruckt; seine frühen Erzählungen zeigen Dunsanys Einfluss. Auch die von Lovecraft erdachte „Traumwelt“ ist stark von Dunsanys Werken geprägt. Fletcher Pratts Roman The Well of the Unicorn (1948) entstand als Fortsetzung zu Dunsanys Schauspiel King Argimenes and the Unknown Warrior.

Die wichtigsten Fantasywerke:

Daneben kann man auch einige seiner Romane der Fantasy zuordnen:

Eine weitere Sammlung von Geschichten kreist um Jorkens, einen englischen Gentleman, in dessen Kreis im Klub außergewöhnliche Geschichten zum Besten gegeben werden.

Smethers, ein Handelsvertreter, berichtet in

von makabren Begebenheiten, die teilweise unter Smetters erzählt Mordgeschichten ins Deutsche übertragen sind. Die bekannteste dieser Geschichten ist Zwei Flaschen Würze (The Two Bottles of Relish).

Aus Lord Dunsanys Feder stammen gleichfalls einige Schauspiele, die unten mit Premiereorten (falls bekannt) angegeben sind.

Veröffentlicht wurden sie als

Poetische Werke
Weitere Geschichtensammlungen
Essays
Satire
Autobiografie
Übersetzungen

Literatur

Commons: Edward Plunkett, 18th Baron Dunsany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ David Pritchard: The Encyclopedia of Chess Variants. Games & Puzzles Publications, 1994, ISBN 0-9524142-0-1.
  2. ↑ Vgl. H. P. Lovecraft: Lord Dunsany und sein Werk. In: ders. et al.: Azathoth. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1989, S. 300 u. pass.
VorgängerPeerageNachfolger
John PlunkettBaron Dunsany
1899–1957
Randal Plunkett
Personendaten
NAME Plunkett, Edward, 18. Baron Dunsany
ALTERNATIVNAMEN Plunkett, Edward John Moreton Drax, 18. Baron Dunsany; Lord Dunsany
KURZBESCHREIBUNG irischer Schriftsteller
GEBURTSDATUM 24. Juli 1878
GEBURTSORT London
STERBEDATUM 25. Oktober 1957
STERBEORT Dublin