Lore Mosheim

Lore Anne Mosheim, geboren als Vera Martha Hermine Mosheim (* 13. Juli 1909 in Berlin; † 14. Februar 1964 in Los Angeles), auch Lori Lane, Lore Lahner, Lory Lahner und Lori L. Brettauer, war eine deutsche Schauspielerin.

Leben

Lore Mosheim war die Tochter des jüdischen Arztes Markus Mosheim (* 1868 in Adorf ; † 1956 in Berlin) und seiner Ehefrau Clara, geborene Hilger (* 1875 in Dresden; † 1970 in Berlin). Als jüngere Schwester von Grete Mosheim kam mit deren Protektion zum Theater. Im Herbst 1929 debütierte sie an Gretes Seite am Deutschen Theater unter der Regie von Max Reinhardt als Alice in George Bernard Shaws Komödie Der Kaiser von Amerika. Dort sah man sie auch als Toni Bonn in Fritz von Unruhs Komödie Phaea, als Agnes in Molières Schule der Frauen sowie als Puck in Ein Sommernachtstraum, wiederum unter Reinhardts Regie, als Iduna in Gustaf Gründgens’ Inszenierung der Komödie Die zärtlichen Verwandten von Roderich Benedix, als Paula in dem Schwank Der Raub der Sabinerinnen und zuletzt, ab Dezember 1932, als Vera in Franz Molnars Harmonie, erneut unter der Regie von Reinhardt.

Bis 1933 blieb Lore Mosheim an dieser wichtigsten deutschen Bühne. Sie übernahm nebenbei im frühen Tonfilm auch kleinere Rollen vor der Kamera. Als so genannte 'Halbjüdin' geächtet, floh die Künstlerin 1933 via Frankreich nach England und erreichte schließlich im Mai 1938 die USA.

Im September 1933 heiratete Mosheim in Berlin in erster Ehe den Diplom-Ingenieur Heinz Herbert Lubszynski (* 1903 in Berlin; † 1977 in Los Angeles). In den Vereinigten Staaten änderte das Ehepaar den Nachnamen offiziell in Lane, im Januar 1944 wurde beide US-amerikanische Staatsbürger.

Im April 1944 heiratete Mosheim in Las Vegas den Filmmanager und -finanzier Erwin O. Brettauer (1884–1973). Brettauer hatte 1942 mit Seymour Nebenzahl die Angelus Pictures geründet und verschaffte seiner Ehefrau so unter verschiedenen Pseudonymen kleine Rollen.

Bei Kriegsende zog sich die Künstlerin weitgehend ins Privatleben zurück und lebte zuletzt als Lore Brettauer in Beverly Hills. In den 1950er Jahren war Lore Mosheim/Brettauer nachweislich mehrfach in der Schweiz, wo ihr Mann seit Anfang der 1930er Jahre einen Zweitwohnsitz besaß.

Mosheim starb im Alter von 54 Jahren. Sie ist zusammen mit Erwin Brettauer auf dem Westwood Village Memorial Park Cemetery begraben, ein Friedhof, auf dem viele bekannte Schauspieler bestattet wurden, so auch ihre Schwester Grete.

Filmografie (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Standesamt Berlin VI, Geburtsurkunde Nr. 708 vom 17. Juli 1909 (Landesarchiv Berlin); das Geburtsjahr 1914 ist somit unzutreffend
  2. ↑ Shaw: Der Kaiser von Amerika. In: Ohligser Anzeiger vom 29. Oktober 1929, S. 10
  3. ↑ Standesamt Berlin VI; Heiratsurkunde Nr. 609 vom 5. September 1933 (Landesarchiv Berlin)
  4. ↑ Petition for naturalization no. 110977 vom 14. Mai 1941
  5. ↑ Lore L. Brettauer in der Datenbank Find a Grave