Los Carpinteros (spanisch für „Die Schreiner“) war ein kubanisches Künstlerkollektiv, bestehend aus Alexandre Jesús Arrechea Zambrano (* 1970 in Trinidad), Marco Antonio Castillo Valdés (* 1971 in Camagüey) und Dagoberto Rodriguez Sánchez (* 1969 in Caibarién).

In der Tabaquería Partagás in Havanna zeigte die Gruppe 1991 Para usted, ihr erstes Projekt. Dabei wurde für sie deutlich, dass sie ein Kollektiv bilden wollten, statt jeder für sich eine Einzelkarriere anzustreben. 1994 schlossen sie am Instituto Superior de Arte (ISA) in Havanna ihre Ausbildung ab und etablierten sich rasch als international gefragte zeitgenössische Künstler. Bereits 1999 waren ihre Arbeiten in den Sammlungen des Museo Nacional de Bellas Artes La Habana, des Centro de Arte Contemporáneo Reina Sofía in Madrid, des Centro Arte Contemporáneo de México oder im Ludwig Forum in Aachen vertreten.
Mit Beginn ihr Karriere traten sie der Unión Nacional de Escritores y Artistas de Cuba bei. In einem Interview für ein Buch über kubanische Kunst im April 1998 zeigten sie sich in Übereinstimmung mit den Zielen der Kubanischen Revolution, ihre Werke gehen aber auch oft mit Ironie, Nostalgie und Bitterkeit den Widernissen des kubanischen Alltags auf den Grund. Dies spiegelt sich in der Materialität von Objekten, Skulpturen, Installationen und Videokunst wider. Insbesondere die in der Qualität professioneller Schreiner gefertigten Holzobjekte fordern durch ihren Bruch mit den Konventionen abweichende Lesarten des Politischen ein.
Alexandre Arrechea entschied im Jahr 2003, eigene künstlerische Wege zu gehen. Inzwischen hat die Kunst von Los Carpinteros Spitzeninstitutionen wie die Tate Gallery of Modern Art in London, das Cente Georges-Pompidou de Paris, das Museum of Modern Art in New York und die auf die lateinamerikanische Kunst spezialisierte private Colección Daros in Zürich erreicht. Im Sommer 2018 lösten sich Los Carpinteros auf.