Lothar Roos

Lothar Roos (zweiter von rechts) 1979 im Auditorium der Katholischen Akademie Freiburg

Lothar Anton Roos (* 12. Juli 1935 in Karlsruhe; † 22. April 2025 in Meckenheim) war ein deutscher römisch-katholischer Theologe und Sozialethiker. Er hatte von 1979 bis 2000 den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre und Pastoraltheologie an der Universität Bonn inne.

Leben

Lothar Roos studierte nach seinem Abitur am humanistischen Gymnasium in Tauberbischofsheim im Jahr 1955 von 1955 bis 1960 Philosophie und Katholische Theologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Universität Luzern und am Freiburger Priesterseminar St. Peter im ehemaligen Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald. Am 12. Juni 1960 empfing er durch den Freiburger Erzbischof Hermann Schäufele die Priesterweihe und war danach zunächst als Vikar tätig. 1962 begann er ein Promotionsstudium an der Universität Freiburg. 1964 wurde er Wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Christliche Gesellschaftslehre der Freiburger Universität. 1969 wurde er mit der Arbeit Demokratie als Lebensform zum Dr. theol. promoviert. Von 1969 bis 1975 war er Dozent und Subregens am Priesterseminar St. Peter in Freiburg. 1974 habilitierte er sich für die Fächer Christliche Gesellschaftslehre und Pastoraltheologie in Freiburg.

1975 erhielt er einen Ruf auf die Professur für Christliche Gesellschaftslehre und Pastoraltheologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1979 wechselte er auf den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre und Pastoraltheologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 2000 wurde er emeritiert, gleichwohl war er bis zum Sommersemester 2008 als Professor für Christliche Gesellschaftslehre und Soziologie an der Privathochschule Gustav-Siewerth-Akademie (GSA) in Weilheim-Bierbronnen tätig. Von 2001 bis 2005 war er außerordentlicher Professor an der Theologischen Fakultät der Schlesischen Universität Kattowitz.

Roos war von 1974 bis 2003 Redaktionsleiter der Zeitschrift Lebendige Seelsorge und schrieb unter anderem in der Zeitschrift Die Neue Ordnung. Von 1984 bis 2014 war er geistlicher Berater des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) und engagierte sich für die Katholischen Soziallehre und Sozialen Marktwirtschaft im BKU. Roos engagierte sich seit 1985 als Beirat der wissenschaftlichen BKU-Tochter Ordo Socialis und war von 1974 bis 2003 Redaktionsleiter der Zeitschrift Lebendige Seelsorge. Als Gründungsvorsitzender leitete er die Joseph-Höffner-Gesellschaft von 2002 bis 2016; 2016 wurde er ihr Ehrenvorsitzender.

Lothar Roos war seit 1956 Mitglied der wissenschaftlich katholischen Studentenvereinigung Unitas-Albertina in Freiburg. Er war Gründungsmitglied des Heinrich-Pesch-Preises des wissenschaftlich katholischen Unitas Verbandes. 1995 wurde er zum Päpstlichen Ehrenprälaten ernannt. 2011 erhielt Roos den Wilhelm-Weber-Preis für Verdienste um die Christliche Gesellschaftslehre. Von der Katholischen Universität Lublin wurde er mit einer Ehrendoktorwürde geehrt. Der Unitas-Verband zeichnete ihn mit dem Heinrich-Pesch-Preis aus.

Lothar Roos starb am 22. April 2025 im Alter von 89 Jahren in Meckenheim (Rheinland). Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof an der St.-Evergislus-Kirche in Bonn-Plittersdorf.

Wirken

Lothar Roos befasste sich insbesondere mit der Katholischen Soziallehre und publizierte zu ethischen Grundlagen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung, insbesondere zu den geistigen Grundlagen der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung.

Im Jahr 1962 veröffentlichte Joseph Höffner das viel beachtete Werk Christliche Gesellschaftslehre. Das Werk wurde mittlerweile in zehn Sprachen (einschließlich Russisch und Chinesisch) übersetzt. Im Jahr 1997 erschien eine von Lothar Roos herausgegebene, bearbeitete und ergänzte Neuausgabe des mehrfach übersetzten Standardwerkes.

Schriften

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Verantwortung für Kirche und Gesellschaft – Prof. Lothar Roos feiert sein 60-jähriges Weihejubiläum. Die Tagespost, 15. Juni 2020, abgerufen am 15. Juni 2020.
  2. ↑ Ehemaliger Lehrstuhlinhaber Lothar Roos verstorben. In: ktf.uni-bonn.de. Abgerufen am 24. April 2025.
  3. 1 2 Sozialethiker, Seelsorger und Berater. In: domradio.de. Abgerufen am 24. April 2025.
  4. ↑ Joseph-Höffner-Gesellschaft: Aktuelles. In: www.joseph-hoeffner-gesellschaft.de. Abgerufen am 30. August 2018.
  5. ↑ Bbr. Prof. em. Lothar Roos feiert 80. Geburtstag. In: Unitas, 4/2015, S. 332.
  6. ↑ Peter Unterberg: BKU-Berater Lothar Roos erhielt den Wilhelm-Weber-Preis. BKU - Bund Katholischer Unternehmer e. V., archiviert vom Original am 7. Dezember 2018; abgerufen am 25. April 2025.
  7. ↑ Lothar Roos: Vorbild als Vermächtnis für Kirche und Gesellschaft. In: khkt.de. Abgerufen am 22. April 2025.
  8. ↑ Traueranzeige Lothar Roos. In: lebenswege.faz.net. Abgerufen am 26. April 2025.
Personendaten
NAME Roos, Lothar
ALTERNATIVNAMEN Roos, Lothar Anton
KURZBESCHREIBUNG deutscher Theologe, Sozialethiker und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 12. Juli 1935
GEBURTSORT Karlsruhe
STERBEDATUM 22. April 2025
STERBEORT Meckenheim