Das Dorf liegt nordwestlich von Dan-Kassari, dem Hauptort der gleichnamigen Landgemeinde, die zum Departement Dogondoutchi in der Region Dosso gehört.
Ortseinfahrt von Lougou (2024)Ortstafel von Lougou (2023)
Lougou ist Teil der Übergangszone zwischen Sahel und Sudan. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 400 und 500mm.
Geschichte
Lougou gilt als älteste bestehende Siedlung in der Region. Der Ort ist der Sitz der Sarraounia, einer traditionellen Herrscherin und religiösen Anführerin der Azna. Am 16. April 1899 verlor die Sarraounia Mangou in der Schlacht von Lougou gegen die französische Militärexpedition Mission Voulet-Chanoine. Die Franzosen zerstörten daraufhin das Dorf und den Palast der Herrscherin, deren Nachfolgerinnen seitdem in einer kleinen Hütte residieren.
Erhalten geblieben waren die Gerichtsstätte der Sarraounia beim heiligen Stein Toungouma, der Friedhof der Herrscherinnen und das Schlachtfeld von 1899, wo noch menschliche Knochen gefunden werden. Der nigrische Staat beantragte 2006 bei der UNESCO eine Aufnahme von Lougou in die Welterbeliste. Der Gerichtsstein Toungouma verschwand Anfang 2018 spurlos.
Bevölkerung
Lougou hatte 1009 Einwohner in 123 Haushalten bei der Volkszählung 1988, 252 Einwohner in 31 Haushalten bei der Volkszählung 2001 und 366 Einwohner in 45 Haushalten bei der Volkszählung 2012.
Wirtschaft und Infrastruktur
Es gibt eine Schule im Dorf. In der Zone der Hochebenen im Westen Nigers, in der Lougou liegt, kommt es zu vielen Konflikten beim Zugang zu Wasser und Viehfutter.
Literatur
Boubé Gado:Les traditions de Lougou, de Birnin Lokoyo et de Massalata. IRSH, Niamey 1986.
Nicole Moulin, Boubé Namaïwa, Marie-Françoise Roy, Bori Zamo:Lougou et Saraouniya. Mit einem Vorwort von Yvon Logéat. 2., erweiterte Auflage. L’Harmattan, Paris 2017, ISBN 978-2-343-10550-5.
12Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7und29 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 14.August 2023]).
↑Abdourahmane Idrissa und Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Aufl., Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 306.
↑Jean-Paul Labourdette, Dominique Auzias:Niger 2009. Nouvelle édition de l’Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S.126.
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.99 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 4.Mai 2019]).