Louis Wille (* 1. Mai 1898 in Benneckenstein; † 24. Dezember 1982 in Schriesheim) war ein deutscher Volkskundler.
Nach dem Besuch des Gymnasiums in Nordhausen studierte Wille Germanistik, Romanistik, Volkskunde und Sport an der Universität Halle. 1921 legte er das Staatsexamen für das Höhere Lehramt ab. Als Studienrat lehrte er in Quedlinburg und Halberstadt. Über den Vokalismus der betonten Silben in der Benneckensteiner Mundart wurde er 1922 in Halle zum Dr. phil. promoviert. Er engagierte sich in der Benneckensteiner Trachtengruppe und im Harz-Verein für Geschichte und Altertumskunde, in dem er Volkstumbeauftragter und Brauchtumswart war. Er befasste sich unter anderem mit breiten Feldstudien intensiv mit der Volkskunde des Harzes. Er veröffentlichte unter anderem zu dem dort gesprochenen Plattdeutsch, zu den Trachten und zu den Bräuchen wie den Volksliedern, dem Jodeln, den Tänzen oder den Finkenmanövern. Nachdem er noch bis in die 1950er Jahre hinein über das Pädagogische Kreiskabinett Halberstadt Studien veröffentlicht hatte, floh er 1958 aus der DDR und ließ sich in Bad Harzburg nieder. Von dort betrieb er weiterhin volkskundliche Studien, die er verschiedentlich monographisch publizierte.
Sein Sohn, der Pädiater und Heimatforscher Lutz Wille (* 1939), widmet sich wie schon zuvor Louis Wille der Geschichte und Volkskunde des Harzes.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wille, Louis |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Volkskundler |
| GEBURTSDATUM | 1. Mai 1898 |
| GEBURTSORT | Benneckenstein |
| STERBEDATUM | 24. Dezember 1982 |
| STERBEORT | Schriesheim |