
Luca Kieser (* 1992 in Tübingen) ist ein deutscher Schriftsteller.
Luca Kieser studierte Philosophie in Heidelberg und Leipzig und anschließend Kreatives Schreiben am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst Wien. Seither lebt er in Wien.
Während seines Studiums wurde Kieser unter anderem mit dem Wortmeldungen-Förderpreis, dem Lichtungen-Lyrik-Stipendium und dem ersten Preis beim FM4-Kurzgeschichtenwettbewerb Wortlaut ausgezeichnet. Bis zum Erscheinen seines ersten Romans veröffentlichte Kieser Texte in zahlreichen Literaturzeitschriften sowie im Falter.
In seinem im Jahr 2023 im Picus-Verlag erschienenen Debütroman Weil da war etwas im Wasser erzählt er aus der Perspektive eines Tiefsee-Kraken, womit er für die Süddeutsche Zeitung die „faszinierende Weirdness des Oktopus zu großartiger Literatur“ gemacht habe. Die FAZ bezeichnete den Roman als „ambitionierte postoderne Literatur“. Er stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreis 2023, war drei Monate in Folge auf der ORF-Bestenliste vertreten und wurde für den Anna-Haag-Preis 2024 sowie den Ulla-Hahn-Preis 2025 nominiert.
Ebenfalls im Jahr 2023 erschien Kiesers Lyrik-Debüt manchmal ist eine tragische Liebe beim Hochroth Verlag.
2024 veröffentlichte Kieser im Blessing Verlag seinen zweiten Roman Pink Elephant. In diesem erzählt er von dem vierzehnjährigen Vincent, der in seinem Freundeskreis der einzige ist, der keinen Migrationshintergrund besitzt – der Deutschlandfunk nannte das „einen gelungenen Jugendroman, der wie gerappt wirkt“. Die Süddeutsche Zeitung betonte vor dem Hintergrund der „in Hautfarbenfragen extrem vorsichtigen Diskurslandschaft […] den reflektiertesten pinkfarbenen Elefanten getroffen zu haben, der den Debattenporzellanladen je betreten hat.“ 2025 wurde der Roman von Books at Berlinale ausgewählt und mit dem Kranichsteiner Jugendliteratur-Stipendium ausgezeichnet. In der Jurybegründung heißt es: „Luca Kieser erzählt eindringlich, mit großer psychologischer Genauigkeit und zugleich höchst kunstvoll eine mitreißende Coming-of-Age-Geschichte, die dicht dran ist an den Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Dass er das Wagnis nicht scheut, Alltagsrassismus und Diskriminierung in differenzierter Weise anschaulich werden zu lassen, macht Pink Elephant zu einem Roman der Stunde.“
2026 erschien Kiesers dritter Roman Simsalabim, Simon Brenner, in dem er den Einsatz eines verdeckten Ermittlers des LKA Baden-Württemberg in Heidelberg verarbeitet. Dort war 2010 bekannt geworden, dass ein Polizist unter dem Namen „Simon Brenner“ an der Universität studiert und sich in linken Gruppen engagiert hatte. In einem Interview mit dem Verlag erklärte Kieser, dass ihn dieser Fall, aber auch das Spiel mit der Ermittler-Figur aus den Brenner-Krimis von Wolf Haas inspiriert habe. Der Roman wurde bereits vor Erscheinen auf dem Filmfest München von Book meets Film ausgewählt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kieser, Luca |
| ALTERNATIVNAMEN | Kieser, Luca Manuel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schriftsteller und Lyriker |
| GEBURTSDATUM | 1992 |
| GEBURTSORT | Tübingen |